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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ahnungslos und alkoholisiert
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Polizei kontrolliert verschärft E-Scooter-Fahrer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Zu zweit auf dem Roller, mit Alkohol an der Lenkstange? Die Osnabrücker Polizei hat am Wochenende besonders auf E-Scooter-Fahrer geachtet. Eine Erkenntnis: Viele Rollerfahrer kennen grundlegende Regeln nicht oder ignorieren sie.

Ihre Präsenz im Stadtbild ist unübersehbar: E-Scooter versprechen unkomplizierte Mobilität, doch nicht alle Nutzer beachten die allgemeinen Verkehrsregeln. So lautet zumindest die Erfahrung der Osnabrücker Polizei, die nun mit einer nächtlichen Schwerpunktkontrolle gegenzusteuern versuchte. Zu den häufigeren Ordnungswidrigkeiten zählen die Beamten das Befahren von Gehwegen oder die Nutzung eines E-Scooters zu zweit. Auch dass sich die Kleinstfahrzeuge durch unsachgemäßes Abstellen in Stolperfallen verwandeln können, ist nach wie vor ein Problem.

Promillegrenze

Bei der Schwerpunktkontrolle in der Nacht von Samstag auf Sonntag richteten die Beamten den Blick vor allem auf das Alkoholproblem. Vielen Fahrern sei noch nicht bewusst, dass die E-Scooter wie ein Kraftfahrzeug behandelt werden und beim Alkoholkonsum die gleichen Grenzwerte wie beim Autofahren gelten, sagte Polizeikommissar Robin Hilger. Die Häufigkeit von Alkoholfahrten sei überraschend hoch und beängstigend″.

Zehn Beamte mit fünf Fahrzeugen waren für die Kontrolle entlang stark frequentierter Orte in der Innenstadt im Einsatz. Es dauerte nicht lange, bis der erste Scooter-Fahrer wegen Fahrens auf dem Gehweg angehalten wurde. Alkohol ist in diesem Fall nicht im Spiel.

Bei einer ersten Schwerpunktkontrolle Anfang Juli sei der leichtfertige Umgang mit dem Alkohol erstmals sichtbar geworden, sagte Hilger. Von 13 angehaltenen Scooter-Fahrern seien 11 alkoholisiert gewesen. Bei sieben von ihnen habe der ermittelte Wert über 1, 1 Promille gelegen und damit die Schwelle zur Straftat überschritten. Fünf Führerscheine seien in dieser Nacht eingezogen worden. Fahrer unter 21 Jahren müssen die Null-Promille-Grenze einhalten und bei Verstoß unter anderem eine Nachschulung machen.

Ich glaube, dass die Fahrer den Scooter häufig als Spielzeug ansehen, nicht als das Elektro-Kleinstfahrzeug, das es ist″, sagte der Polizist, während er im Polizeibulli in geringer Geschwindigkeit über den Nikolaiort patrouillierte. Die Schwerpunktkontrolle sei ganzheitlich angelegt, was bedeute, dass selbstverständlich auch auf andere Verkehrsteilnehmer geachtet und der reguläre Streifendienst unterstützt werde.

Wichtigstes Ziel sei dabei: Aufklärung. Die Erfahrung zeige, dass viele Scooter-Fahrer nicht die kleingedruckten Geschäftsbedingungen läsen und die Informationen der Firmen unzureichend zur Kenntnis nähmen. Das Gefahrenpotenzial sei nicht zu unterschätzen. Mit den Unternehmen Tier und Lime sind mittlerweile zwei Anbieter in Osnabrück auf dem Markt, die zusammen über 1000 Scooter auf die Straßen bringen. Positiv sei, dass ein großer Teil der überwiegend jungen Nutzer über die sozialen Medien, etwa den Instagram-Kanal der Osnabrücker Polizei, für präventive Informationen erreichbar sei.

Ein Funkspruch beendete das Gespräch: Trunkenheitsfahrt mit Verkehrsunfallflucht durch einen von zwei Personen genutzten Scooter, lautete die Meldung. Mit Martinshorn und eingeschaltetem Blaulicht bahnte sich der Bulli seinen Weg durch die regennassen Straßen. Die schnelle Präsenz der Streifen ermöglichte es, die stark alkoholisierten Fahrer zu stellen. Es folgte die Blutentnahme und die Beschlagnahme des Führerscheins. Bei beiden war die Promillegrenze von 1, 1 klar überschritten.

Die Bilanz der Nacht

Bis in die frühen Morgenstunden dauerte die Kontrolle der E-Scooter an. Bilanz der Nacht: Zwei Straftaten aufgrund von Trunkenheit im Straßenverkehr, zweimaliges Überschreiten der 0, 5-Promille-Grenze sowie diverse geringfügigere Ordnungswidrigkeiten. Ein relativ prägnantes Ergebnis bei dieser Witterung und der insgesamt ereignisreichen Einsatzlage″, bilanzierte Robin Hilger. Immer wieder sei ihm von den Kontrollierten gesagt worden: Das wussten wir gar nicht.″ Die Notwendigkeit, beim Thema E-Scooter weiter Präsenz zu zeigen, sei deshalb groß. Wir bleiben dran″, kündigte der Polizeikommissar an.

Bildtexte:
Aufklärung war das wichtigste Ziel der Schwerpunktkontrollen am Samstag.
Polizei kontrolliert E-Scooter.
Fotos:
André Havergo
Autor:
Christoph Beyer


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