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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Eine Waffe und 16 Billionen Mark Schulden
Zwischenüberschrift:
Neustädter Schützenverein hat in seiner 125-jährigen Geschichte viel erlebt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. In den 125 Jahren seines Bestehens hat der Neustädter Schützenverein viel erlebt. Das erste Königsschießen wurde mit einer einzigen Waffe ausgetragen, zwischenzeitlich ein Schuldenberg von 16 Billionen Mark angehäuft und eine Löschung aus dem Vereinsregister nur knapp vermieden. Aktuell ist der Traditionsverein hauptsächlich im Bereich der Sportschützen aktiv.
Wie die Chronik vermerkt, schlossen sich 1887 ausschieß sportlichem Interesse″ die Handwerksmeister Gustav Hoffmann, Gustav Blombat, Wilhelm Plogmann und weitere Männer zum Neustädter Schützenverein zusammen. Noch im gleichen Jahr wurde das erste Schützenfest gefeiert, das Königsschießen wurde in einem stillgelegten Steinbruch ausgetragen. Alle Teilnehmer, auch der erste Vereinskönig Werner Möhle, gingen damals mit ein und derselben Waffe, einer Neun-Millimeter-Tesching, in den Wettkampf.
Vier Jahre später wurde der eigene Schießstand auf dem Ziegenbrink errichte, der Vorgänger der heutigen Schützenburg. Bereits zum 25-jährigen Jubiläum 1912 waren die Neustädter Schützen fester Bestandteil des Vereinslebens der Stadt und feierten aufwendig mit einem Festumzug und Feuerwerk. Auf dem Ziegenbrink wurden 17 Zelte für die Besucher errichtet.
1924, während der Inflation, verzeichnete der Kassenbericht ein sagenhaftes Minus von 16 Billionen Mark Schulden, für die aber kein Rettungsschirm gebildet werden musste, da der Verein die Last selbst schulterte und nach Ende der Finanzkrise schnell wieder solide dastand.
Wie vielen anderen Vereinen auch wurde dem Neustädter Schützenverein von den nationalsozialistischen Machthabern jegliche Tätigkeit untersagt und der Verein aufgelöst. Als erste Bemühungen, das Vereinsleben nach Kriegsende wieder zu aktivieren, gescheitert waren, drohte das Amtsgericht mit einer Löschung aus dem Register. Erst dann fanden sich 72 Mitglieder mit Heinrich Tegeler an der Spitze zur Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit.
Die Neustädter beteiligten sich von nun an wieder mit Erfolg am Schützenwesen in der Hasestadt. 1986 wurde ein alter Zopf″ abgeschnitten, und Birgit Husemann brach als erste Königin in die Männerdomäne ein.
Seit einigen Jahren hat der Verein sein Gesicht verändert. Wir haben uns vom traditionellen Schützenwesenweg bewegt und stärker als Sportschützen profiliert″, erklärt der heutige Erste Vorsitzende Klaus Heinzmann. Im vergangenen Jahr wurden bei Meisterschaften 49 Platzierungen auf dem Siegertreppchen erreicht. Etwa 30 Mitglieder nehmen an Rundenwettkämpfen und Meisterschaften teil, wobei besonders Kurzwaffen-Disziplinen mit Revolver und Pistole beliebt sind.
Am Samstag, 30. Juni, präsentiert sich der Verein anlässlich des Jubiläums mit einem Tag der offenen Tür von 13 bis 17.30 Uhr in der Schützenburg Auf dem Ziegenbrink 35 der Öffentlichkeit. Auf dem Programm steht unter anderem ein Probeschießen mit unterschiedlichen Kaliberwaffen.

Bildtexte:
1887: Werner I., Werner Möhle, war Klempnermeister und die erste Majestät der Neustädter Schützen.
1912: Josef I., Josef Thiesing, ein Pferdehändler, er war Majestät im Jubiläumsjahr des 25-jährigen Bestehens.
1937: Paul I., Paul Dessner, ein Druckereibesitzer. Zum 50. Jubiläum war er der Schützenkönig.
Fotos:
privat
Autor:
iza


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