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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Im Aufwind: Wohnungen in der City
 
Platz da: Mehr Wohnungen im Stadtzentrum
Zwischenüberschrift:
Schub für neue Bauprojekte: Osnabrück macht den Weg frei für Bauboom in der östlichen Innenstadt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Das Wohnen im Stadtzentrum ist auch in Osnabrück im Aufwind. Vor allem in der östlichen Innenstadt sind mehrere Bauprojekte auf dem Weg, die sich vorrangig ums Wohnen drehen. Es ist absehbar, dass sich in den nächsten Jahren zwischen der Hase und dem Berliner Platz zahlreiche Baukräne in den Himmel recken werden. Ob bei Galeria Kaufhof oder an der Möserstraße: Fast überall geht es um neue Wohnungen nicht nur für Singles, sondern für die verschiedensten Zielgruppen. Das Ziel, die Innenstadt auf diese Weise zu beleben, ist nicht neu. Seit mehr als 20 Jahren versuchen die Stadtplaner, bei Bebauungsplänen im Zentrum das Wohnen einzubeziehen. Doch nur selten gelang das, weil die Investoren lieber Büroetagen bauten. Liegt es an der Corona-Krise, dass auf einmal andere Prioritäten gelten?

Osnabrück In der östlichen Innenstadt bahnt sich ein Bauboom an. Zwischen Hase und Berliner Platz werden wohl schon bald Baukräne in den Himmel ragen. Anders als bei früheren Planungen dreht sich fast alles um den Wohnungsbau.

Im Fachbereich Städtebau wird intensiv an sieben Bebauungsplänen gearbeitet, die den Rahmen für die zukünftige Gestaltung des Quartiers abstecken sollen. Stadtbaurat Frank Otte ist zuversichtlich, dass die Investoren großes Interesse haben, ihre Projekte zeitnah umzusetzen. Da stellt sich die Frage, warum ein Viertel, in dem sich jahrelang wenig bewegte, zum Tummelplatz der Immobilienbranche wird. Otte wundert das nicht: Diese Entwicklung sei auch das Ergebnis jahrelanger Vorbereitung.

Damit meint er etwa den städtebaulichen Ideenwettbewerb von 2015, dessen Ergebnis für die Stadtplaner zur Richtschnur am Berliner Platz geworden ist. Auch das Wohnprojekt Möserstraße/ Georgstraße sei nicht vom Himmel gefallen, sondern von der Stadt angestoßen worden. Dass sich bei der Post und bei Galeria Kaufhof die Frage einer Nachfolgenutzung stellt, hat allerdings eher mit den veränderten Konsumgewohnheiten und dem technischen Wandel zu tun.

Neu ist, dass die Projekte dem innerstädtischen Wohnen deutlich mehr Raum geben werden als frühere Planungen. Das habe schon in der Luft gelegen, meint Otte, in Osnabrück ebenso wie in anderen Städten. Aus städtebaulicher Sicht sei es an der Zeit, Arbeit und Wohnen näher zusammenzuführen. Kurze Wege machten das Leben im Zentrum attraktiv, betont der Stadtbaurat. Die Stadt habe auch ein Interesse daran, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen in die Innenstadt zurückzuholen, nachdem sich solche Unternehmungen wegen hoher Mieten daraus verabschieden mussten.

1. Galeria Kaufhof: Ende Oktober soll das langjährige Kaufhaus an der Wittekindstraße geschlossen werden. Die Immobilie gehört jetzt der Hamburger Imvest Projektentwicklung GmbH, die eine gemischte Nutzung anstrebt. Mieter aus unterschiedlichen Branchen sollen dort zusammenkommen und sich gegenseitig Impulse geben. Zur Zielgruppe gehören Anbieter aus Sport, E-Sport, Bildung, Gesundheit, Handel und Wirtschaft. Die Stadt will den Bebauungsplan Nr. 87 Haseüberbrückung Horten″ in einem beschleunigten Verfahren ändern und damit die Entwicklung begleiten. Die Bürgerbeteiligung läuft noch bis zum 15. Oktober.

2. Möserstraße/ Georgstraße: Die Pro Urban GmbH aus Meppen will auf der dreieckigen Fläche an der Möserstraße/ Georgstraße 375 Kleinstwohnungen für Senioren, Studenten und Berufspendler errichten. Zum Komplex sollen auch ein Restaurant, eine Tagespflege, ein Fitness- und Loungebereich gehören, ebenso ein öffentlich zugänglicher, begrünter Innenhof, eine Tiefgarage und ein ambulanter Pflegedienst. Die Stadt hat dafür den Bebauungsplan Nr. 659 Quartier Möserstraße/ Georgstraße″ aufgestellt, der den Weg für das 70-Millionen-Euro-Projekt frei machen soll. Bis zum 15. Oktober läuft die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung.

3. Post- und Telekom-Gebäude: Das 8500 Quadratmeter große Grundstück an der Wittekindstraße/ Möserstraße mit verschiedenen Gebäuden von der Telekom und der Post sieht einer neuen Nutzung entgegen. Eigentümer ist der Bissendorfer Immobilienfachmann Wolfgang Schreyer, der nach eigener Aussage aber noch keine konkreten Pläne hat. Die Stadt will den Bebauungsplan Nr. 3 Fernmeldeamt Möserstraße″ ändern, um ein urbanes Gebiet festzulegen. Dabei steht die Schaffung von Wohnraum im Vordergrund, sofern die Lärmrichtlinien das zulassen. Bis zum 15. Oktober läuft die Bürgerbeteiligung.

4. Berliner Platz: Das in die Jahre gekommene grüne Mehrfamilienhaus mit der Adresse Berliner Platz 1 soll ein modernes Gesicht bekommen und zugleich zum Breiten Gang und zur Wittekindstraße erweitert werden. Investor ist der Münsteraner Ulrich Grewe. Für sein Wohnprojekt hat die Stadt den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 637 Nördlich Berliner Platz″ aufgestellt. Das Verfahren soll demnächst in die Schlussphase gehen.

5. Berliner Platz/ Wittekindplatz: Auf dem ehemaligen Tankstellengrundstück an der Ecke Wittekindstraße/ Karlstraße will der Ibbenbürener Immobilienkaufmann Uwe Lehmkuhl einen L-förmigen Wohnblock mit vier Vollgeschossen errichten (auf der Fotomontage rosa eingezeichnet). Dabei soll die Sichtachse zum denkmalgeschützten Hannoverschen Bahnhof erhalten bleiben. Auch hier läuft das Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan (Nr. 618 Westlich Wittekindplatz″). Nach Auskunft des Fachbereichs Städtebau ist das Vorhaben auf gutem Weg″.

6. Hannoverscher Bahnhof: Am Hannoverschen Bahnhof soll ein zweiteiliger Komplex mit großer Baumasse entstehen, der das Bild an der Karlstraße gänzlich verändern wird. Büro/ Forschung und Gastronomie″ gibt die BRI GmbH aus Recke als Nutzungszweck an. Um den Blick auf das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude von 1855 nicht zu verstellen, wurde ein geschwungener, brückenförmiger Übergang vom Haupt- zum Nebengebäude gewählt. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan (Nr. 642 Wittekindplatz/ Hannoverscher Bahnhof″) ist noch im Verfahren, mit der Stadt wird abgestimmt, wie eng das Gebäude dem Verlauf der Karlstraße folgen soll und wie weit es vom Baudenkmal entfernt bleiben muss.

7. Wittekindplatz: Der Parkplatz zwischen Wittekindstraße, Kleiststraße und Bahn ist als Baufläche für ein Wohn- und Geschäftsgebäude vorgesehen. Im Erdgeschoss soll ein Supermarkt entstehen, oben ist Platz für Wohnungen, möglicherweise auch für Büros. Das Bauvorhaben wird von der Stadtwerke-Tochter OPG auf den Weg gebracht, die bislang den Parkplatz bewirtschaftet. Stellplätze für Autos sind weiterhin vorgesehen, allerdings in einem Parkhaus am Bahndamm. Auch der Bebauungsplan Nr. 668 Südlich Wittekindplatz″ ist bis zum 15. Oktober in der Bürgerbeteiligung.

8. Berliner Platz: Vor Jahren wurde das Grundstück im Südosten des Berliner Platzes von einem Autohändler, später von einer Autovermietung genutzt. Inzwischen ist die Baracke entfernt, es wird nach einer neuen Nutzung für die 1300 Quadratmeter große Fläche gesucht. Von Hotel oder Nahversorgungsmarkt war schon die Rede. Es gebe derzeit aber keinen neuen Planungsstand, heißt es im Fachbereich Städtebau.

Fotos:
Swaantje Hehmann, Pro Urban, Google Maps, Rainer Lahmann-Lammert
Fotomontage:
Michael Gründel/ Michel, Hüdepohl Ferner Architektur & Ingeniergesellschaft
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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