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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Breites Bündnis für konsequente Verkehrswende
Zwischenüberschrift:
Forderungen nach breiteren Radwegen und besseren Arbeitsbedingungen im Nahverkehr
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Am Freitag nahmen verschiedene Akteure aus Osnabrück am internationalen Park( ing) Day″ teil, an dem zu einer Re-Urbanisierung von Innenstädten aufgerufen wird. Parkplätze werden dazu vorübergehend für andere Zwecke genutzt und teils in grüne Oasen umgewandelt. Jetzt stellte ein Osnabrücker Bündnis konkrete Forderungen an die Politik.

In der Dielingerstraße belegten unter anderem Vertreter von Verdi, Fridays for Future, Bündnis 90/ Die Grünen und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mehrere Parkplätze. Dabei stellten sie die Frage in den Raum, wie viele dieser Plätze der öffentlichen Nutzung zustehen sollten, anstatt den Autofahrern. Über den Lärm der Autos hinweg versuchten sie, Passanten über ihr Anliegen zu informieren. Dabei präsentierten sie mit der Osnabrücker Erklärung zu einer regionalen Verkehrswende″ ihre zwölf spezifischen Forderungen an die Politik.

In dem Dokument werden Punkte wie Radverkehr, ÖPNV und Parkplatznutzung thematisiert. Veränderungen in allen Bereichen sollen eine höhere Lebensqualität in Osnabrück bewirken. Ein Zusammenschluss von 20 verschiedenen Vereinen, Verbänden, Parteien, Gewerkschaften, Klimaaktivisten und der evangelischen Kirche erstellte die Forderungen gemeinsam. Die hohe Beteiligung zeigt, wie ausgeprägt der Wille ist, etwas zu bewegen″, sagte Jurek Milde vom Stadtverband Bündnis 90/ Die Grünen. Nun fehle nur noch das Handeln der Politik, so Milde.

Bis 2030 in die Top 5

Im Mai 2019 beschloss der Rat der Stadt Osnabrück eine Stärkung des Radverkehrs und möchte dementsprechend bis 2030 zu den fünf besten Fahrradstädten in ganz Deutschland gehören. Nun fordert der Zusammenschluss die Umsetzung des Plans. Wann die Verkehrswende angestoßen werden soll? Eigentlich schon gestern″, sagte Milde und fügte hinzu: Wir haben keine Zeit.″

Der ADFC sehe derzeit ein großes Sicherheitsproblem für Radfahrer im Stadtverkehr, so der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Driehaus. Schmale Radwege tragen zu einem geringen Sicherheitsgefühl bei. Viele Leute verlieren dadurch den Spaß am Radfahren.″ Radwege sollen demnach ausgebaut werden, und das funktioniere mit weniger Autos in den Innenstädten, sagte Driehaus.

Verdi fordere vor allem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter im ÖPNV, sagte Gewerkschaftssekretär Reiner Schäl. Er erinnerte an den hohen Altersdurchschnitt der derzeitigen Angestellten. In zehn Jahren gehen viele von ihren in Rente″, so Schäl. Es sei jetzt an der Zeit, Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten und junges Personal einzustellen.

Dort, wo sonst Autos stehen, könnten Menschen sein″, sagte Tristan Bück, Student und Klimaaktivist von Fridays for Future. Die Stadt sei von Blechkisten zugestellt″, die wertvolle Plätze der Stadt einnehmen. Sein Kollege Jan Küter-Luks stimmte zu: Diese Plätze sollten beispielsweise für Fahrradständer genutzt werden.″

Die Klimaaktivisten sprechen sich nach eigenen Worten stellvertretend für Schüler, Azubis und Studenten für eine Verbesserung der Bedingungen in öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Denn immer wieder erleben sie selbst überfüllte Busse auf dem morgendlichen Weg zur Schule oder Universität. Besonders in der Corona-Krise sei das ein Problem, sagte Küter-Luks. Bei solchen Bedingungen ist es verständlich, dass jeder Schüler mit 16 direkt seinen Führerschein machen möchte.″

Höhere Lebensqualität

Eine Verkehrswende würde eine höhere Lebensqualität für alle bedeuten. Denn derzeit verursachen Autos im Stadtverkehr Lärm. Und das trifft vor allem Leute, die wenig Kapital haben″, so Bück. Schließlich leben diese Menschen zumeist in kleinen Wohnungen an lauten Straßen ohne Grünflächen.

Auf dieses Thema wird Fridays for Future in Osnabrück auch am kommenden Freitag im Rahmen des globalen Klimastreiks aufmerksam machen.

Bildtext:
Wollen weniger Autos in den Innenstädten: Der ADFC klärt auf besetzten Parkplätzen über die Verkehrswende auf.
Foto:
Martens
Autor:
Sonja Malin Reichel


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