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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Vierbeiner auf dem Piesberg
Zwischenüberschrift:
Warum am Steinbruch eine Herde Ziegen grast
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Eine Herde Ziegen nennt seit der vergangenen Woche den Osnabrücker Piesberg ihre zweite Heimat. Die putzigen Vierbeiner sind jedoch nicht zum Spaß da. Am Steinbruch sollen sie den Wildwuchs in Schach halten und der Birke Einhalt gebieten. Von den Felswänden am Piesberg ist an manchen Stellen kaum noch etwas zu sehen. An der Südseite hat sich die Birke so stark ausgebreitet, dass manche Hänge komplett zugewachsen sind.

Und selbst auf der gegenüberliegenden Seite wuchert und sprießt das Grün seit Jahren munter vor sich hin. Der Versuch, den Birken Einhalt zu gebieten, gelang selbst einem bayerischen Spezialunternehmen nicht, das die Bäume vor einiger Zeit zurückgeschnitten hatte. Statt dem Wildwuchs entgegenzuwirken, sorgte der Beschnitt für dichtere Bäume und vollere Hänge.

Fünf Hektar für 14 Ziegen

Die Stadt Osnabrück will dem wuchernden Naturschauspiel nun ein Ende setzen auf tierische Art und Weise. Die Ziegen sollen auf der Nordseite Birken und Sträucher auf den Hängen abgrasen″, so die Hoffnung von Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz bei der Stadt Osnabrück. Der Grund ist vor allem, dass Besuchern, Wanderern und Radfahrern am Piesberg auch in Zukunft ein besonderes Panorama geboten werden kann. Mit den Ziegen von Halter Ludger Weiligmann soll genau das gelingen, woran selbst Experten bislang gescheitert sind.

In Lengerich, Hagen oder Bad Iburg kommen Tiere seiner 80 Vierbeiner starken Herde bereits zum Einsatz. Man darf nicht unterschätzen, was die wegfressen″, sagt Weiligmann. Auch das Gelände sei für die begabten Kletterer nahezu optimal. Zunächst dürfen sich 14 Ziegen auf einem für sie abgezäunten fünf Hektar großen Areal austoben. Im kommenden Jahr, so der Ziegenhalter, soll die Herde dann auf 25 Tiere anwachsen.

Karl-Heinz Uthmann vom Projektbüro Piesberg der Stadt Osnabrück hofft, dass von der Birke in gut zwei bis drei Jahren nicht mehr viel zu sehen sein wird. Wichtig sei, so Uthmann, dass die Ziegen die Rinde der Bäume anknabbern würden, um sie dauerhaft in die Knie zu zwingen″. Die Ziegen werden deshalb wohl den ganzen Oktober über am Piesberg bleiben. Überwintern werden sie in ihrer Heimat Lengerich, wie Ziegenhalter Weiligmann ankündigt, bevor sie im kommenden Jahr wieder nach Osnabrück gebracht werden.

Um den Aktionsradius der Tiere etwas zu steuern, wurde ihr Areal weiträumig eingezäunt. Mithilfe von Baggern wurden zudem einige Felsen verschoben, um den quirligen Vierbeinern nicht die Möglichkeit zu geben, über die fest installierten Zäune zu springen und sich so vom Acker, pardon, vom Steinbruch zu machen. Auch eine kleine Hütte an einem der Rundwege, die Ziegenalm″, wie sie Weiligmann liebevoll nennt, wurde aufgestellt, um den Tieren einen Rückzugsort zu bieten.

Tiere fühlen sich wohl

Ganz einfach war die Umsetzung des tierischen Projekts derweil nicht, wie Detlef Gerdts und Marion Niemeyer vom Osnabrücker Servicebetrieb sagen. Bereits vor einem Jahr hätten sie alles in die Wege geleitet, um die entsprechenden Genehmigungen der Naturschutzbehörden zu bekommen und mit der Gemeinde Wallenhorst, zu dessen Gebiet ein Teil des Piesbergs zählt, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Am Ende hat dennoch alles geklappt und auch die Ziegen scheinen sich, zumindest fürs Erste, am Steinbruch wohlzufühlen.

Bildtext:
Der Piesberg ist seit einer Woche die neue Heimat für eine Herde Ziegen.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
André Pottebaum


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