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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Erinnern an erschossenen Nazi-Gegner
Zwischenüberschrift:
Osnabrück hat jetzt ein Bernhard-Schopmeyer-Haus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück An der Bramscher Straße 11 in Osnabrück befinden sich seit zwei Jahrzehnten die Tageswohnung und die Fachberatungsstelle für wohnungslose Menschen sowie die Redaktion der Straßenzeitung Abseits. Doch etwas fehlte diesem Haus bislang: ein Name. Jetzt heißt es Bernhard-Schopmeyer-Haus. Wie kam es dazu?

Mit einem Namen verbindet man etwas, und es ist persönlicher.″ So begründet Franz-Josef Schwack, Vorsitzender des katholischen Vereins für soziale Dienste (SKM), die Entscheidung, weshalb auch dieses Haus der Wohnungslosenhilfe einen Namen bekommen sollte. Das andere befindet sich an der Berghoffstraße, ist ein Wohnheim und heißt Laurentiushaus. Aber welcher Name würde sich für das Gebäude an der Bramscher Straße eignen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der SKM schon vor längerer Zeit und machte sich auf die Suche.

Thomas Kater, Fachdienstleiter für die Tageswohnung und die Straßenzeitung Abseits, sprach dann den Osnabrücker Historiker Dr. Volker Issmer an. Und der brauchte nicht lange zu überlegen. Seine Idee überzeugte die Akteure des katholischen Vereins sofort: Bernhard Schopmeyer (1900–1945) sollte dem Haus ein Gesicht geben″, wie Schwack es formuliert, denn: Der Name passt.″ Und zwar deshalb, weil Schopmeyer als Arbeitersekretär im Bistum unter anderem bedürftige Menschen beraten hat, weil er Gegner der Nationalsozialisten war, im christlichen Widerstand auch den europäischen Gedanken pflegte und die Ökumene fördern wollte.

Bernhard Schopmeyer hatte sich in der Weimarer Republik damals für die Zentrumspartei im Osnabrücker Rat und im Provinzial-Landtag in Hannover engagiert. Während der Zeit des Nationalsozialismus durfte er sich nicht mehr politisch betätigen. Er suchte Kontakt zum Untergrund und ging ein hohes Risiko ein. Ich stehe mit einem Bein im KZ″, sagte er während des Krieges zu seiner Frau Maria.

Feier zum 120. Geburtstag

Sechs Wochen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schopmeyer im Osnabrücker Bürgerpark von einem Unbekannten erschossen. Er hatte gleich nach Kriegsende begonnen, sich wieder politisch zu engagieren und bei der Gründung der CDU mitgewirkt. Schopmeyer forderte, dass Nationalsozialisten aus Exekutive, Justiz und Schulwesen entfernt werden und sie ihre Häuser zugunsten von Ausgebombten verlassen müssen ein Motiv für seine Gegner, ihn zu ermorden.

Vor wenigen Tagen wäre Bernhard Schopmeyer 120 Jahre alt geworden. Es war der 2. September, sein Geburtstag, an dem der katholische Verein für soziale Dienste (SKM) zu einer Gedenkfeier einlud: zu einem Gottesdienst mit Generalvikar Theo Paul auf dem Hasefriedhof an Bernhard Schopmeyers Grab und anschließend zur Einweihung des Hauses Bramscher Straße 11.

Wegen der Corona-Pandemie war nur ein überschaubarer Kreis eingeladen, zu dem auch Nachfahren von Bernhard Schopmeyer gehörten unter ihnen auch seine Tochter Barbara Möller, sein Sohn Ludger und sein Enkel Stefan Schopmeyer, der bei der Namensgebung für das Haus sprach. Er zeigte sich sicher, dass sein Großvater es gut gefunden″ hätte, dass sein Name für ein Gebäude verwendet wird, in dem es nicht um Glanz und Gloria, sondern um Bedürftige geht″.

Bildtext:
Einweihung für die Bramscher Straße 11: Generalvikar Theo Paul und SKM-Vorsitzender Franz-Josef Schwack würdigen Bernhard Schopmeyer.
Das Grab von Bernhard Schopmeyer befindet sich auf dem Hasefriedhof.
Foto:
Jann Weber, David Ebener
Autor:
Jann Weber


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