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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bürgerentscheid oder Flächenaufkauf
Zwischenüberschrift:
Gegen Neubaugebiet in Schinkel-Ost: Bürgerinitiative droht der Verwaltung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Im Osnabrücker Stadtteil Schinkel-Ost regt sich Widerstand gegen Pläne der Stadt, dort ein Neubaugebiet auszuweisen. Die Bürger fürchten steigende Temperaturen und berufen sich auf ein Gutachten. Bei einer Bürgerversammlung brachten sie die Möglichkeit eines Bürgerentscheids oder den Aufkauf von Flächen mithilfe eines Crowdfundings ins Spiel.

Die Pläne der Verwaltung sehen vor, am Stadtrand an der Windthorststraße ein Baugebiet auszuweisen. Dagegen hat sich vor fünf Wochen die Bürgerinitiative Naturnaher Schinkel″ gegründet, die auf breite Unterstützung stößt. Deren Kritik basiert vor allem auf einem Klimagutachten. Danach drohen die Neubauten eine Kaltluftschneise zu verstopfen. Bodennahe Kaltluft soll in heißen Sommernächten verhindern, dass die Temperaturen in stark versiegelten Stadtteilen auf ein unerträgliches Maß steigen. Wird die Kaltluftschneise verstopft, könne das an kritischen Tagen bis zu sieben Grad höhere Temperaturen in der Stadt bedeuten.

Unterstützung erhält die Bürgerinitiative nicht nur vom Bürgerverein Schinkel-Ost und dem Naturschutzbund, sondern auch vom örtlichen Kleingartenverein und dem Bürgerverein Osnabrück-Schinkel von 1912. Gemeinsam wollen sie auch verhindern, dass am Schinkelbad weitere Grünflächen einem massiven Wohnungsbau zum Opfer fallen.

Schlechtes Klima

Unter den 120 Bürgern, die sich vom nassen Wetter am Donnerstagabend nicht abschrecken ließen und sich einmal mehr zur Bürgerversammlung vor der Gesamtschule trafen, befand sich mit Killian Dehning erstmals ein Vertreter der Bewegung Fridays for Future″. Birgit Potthoff, Anja Zerull und ihre Mitstreiter kündigten an, ihre Positionen über den Stadtteil Schinkel hinaus in ganz Osnabrück zu verbreiten und sich Gehör in der Politik zu verschaffen. Erste Gespräche mit SPD und CDU habe es bereits gegeben. Dort sei man auf ernsthaftes Interesse gestoßen. Vonseiten der SPD gebe es bereits Signale, dass die Partei im Rat darauf drängen will, das Klimagutachten vollumfänglich in die Stadtplanung einfließen zu lassen. Außerdem will die Bürgerinitiative zu ihrer nächsten öffentlichen Versammlung Ratsmitglieder einladen, damit sie den Bürgern Rede und Antwort stehen.

Potthoff machte mehrfach deutlich, dass sie keine Konfrontation mit den Lokalpolitikern sucht. Die seien schließlich zum Wohle der Gemeinschaft ehrenamtlich tätig, und das verdiene Respekt. Trotzdem drohte sie notfalls mit einem Bürgerentscheid, um die weitere Bebauung wertvoller Grünflächen zu verhindern, oder will, falls es keinen anderen Weg gebe, im Crowdfunding-Verfahren Flächen in Schinkel-Ost aufkaufen und dem Nabu zur Nutzung überlassen. Die rechtlichen Fragen seien nicht ganz einfach, würden aber gerade geklärt.

Bis zum 18. September können Bürger Widerspruch gegen die Bebauung an der Windthorststraße einlegen. Mehrere Hundert haben das bereits getan. Bis zum Schluss sammelt die Bürgerinitiative weitere Widersprüche, um sie dann rechtzeitig vor Ablauf der Frist im Rathaus zu übergeben.

Bildtext:
Die Bürgerinitiative will nicht, dass das Neubaugebiet in Schinkel-Ost kommt.
Fotos:
Andreas Wenk, Jörn Martens
Autor:
Andreas Wenk


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