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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Seit 500 Jahren mittendrin
Zwischenüberschrift:
Das Osnabrücker Rathaus feiert Jubiläum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Osnabrück gehört seit dem Jahr 2008 zu den Historic Highlights of Germany″, einem touristischen Aushängeschild, mit dem sich ausschließlich 13 Ehrwürdige″ unter den deutschen Städten schmücken können, weil sich hier schon früh weltliche und geistliche Macht, Produktion, Handel und Künste konzentriert haben″.

Ausschlaggebend für diese besondere Anerkennung ist die maßgebliche Rolle, die diese Stadt im Laufe ihrer Geschichte als Friedensstadt gespielt hat. Doch zu den herausragenden Merkmalen von Osnabrück als Historic Highlight″ gehört auch das historische Stadtbild. Es spiegelt bis heute das Ergebnis eines umfangreichen Baubooms wider, der die Stadt in den Jahrzehnten um 1500 erfasste, überregional einzigartig war und bis heute bei einem Stadtrundgang erlebbar geblieben ist.
Im Zentrum dieser Bauaktivitäten stand die Errichtung eines neuen Rathauses. Nahezu zeitgleich wurde auch seine Umgebung umfassend verändert, sodass mit der Fertigstellung des Rathauses im Jahre 1512, vor 500 Jahren, Osnabrück über ein Zentrum verfügte, das die repräsentativ gestaltete Fassade des Rathauses und damit den Führungsanspruch der Bürgerschaft eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Nur wenige Jahrzehnte zuvor sah die Stadt an dieser Stelle noch ganz anders aus: Es existierte kein Platz, sondern nur eine von zwei Häuserzeilen eingefasste Marktstraße, und südlich der Marienkirche befand sich ein Friedhof, der bis an diese Häuerzeile heranreichte alles in allem kaum geeignet, sich als repräsentatives Zentrum der Stadt besonders zu empfehlen. Der damalige Rat nutzte neben einem eigenen Amtsgebäude an der Ecke Marktstraße/ Bierstraße (seit 1244 urkundlich erwähnt) das gegenüberliegende Wandhaus″, ein über 45 Meter langes Kaufhaus mit Verkaufsbänken für Fleischer und Bäcker im Untergeschoss und einem großen Gewand″-Saal im Obergeschoss für den Tuchhandel.
Der damalige Bürgermeister Ertwin Ertmann gab vermutlich den Anstoß zu der umfassenden Neugestaltung dieses über Jahrhunderte gewachsenen Stadtkerns: Der Marienkirchenfriedhof wurde aufgelöst und auf die Nordseite der Kirche verlegt, alle den Blick auf die geplante Rathausfassade versperrenden Häuser wurde abgerissen, und die noch verbliebenen Gebäude der südlichen Häuserzeile rückten bei späteren Baumaßnahmen um bis zu 4 Meter zurück. Insgesamt führte dies zu einem völlig neu gestalteten Zentrum, in dem alle wichtigen, mit dem Rat verbundenen Einrichtungen übersichtlich angeordnet waren und das Rathaus als besonderer Blickfang hervor stach. Der neue Platz war damit nun wie geschaffen, das Selbstverständnis und das Selbstbewusstsein des damaligen Rates zum Ausdruck zu bringen, um den vielfältigen Herausforderungen auf der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit wirksam entgegenzutreten. Diese umfassend angelegte städtebauliche Großtat vor 500 Jahren war deutschlandweit einmalig und ist es auch heute wert, als Historic Highlight of Germany″ besonders hervorgehoben zu werden.
Der Historiker Dr. Karsten Igel hat errechnet, dass allein die Baukosten etwa die Hälfte von dem betrug, was der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses kosten würde (geschätzt ca. 600 Millionen Euro). Angesichts der sozialen Auswirkungen sind jedoch durchaus Vergleiche mit der aktuellen Stadtkernsanierung in Stuttgart, dem Stuttgart 21″-Projekt, angebracht.
Die Stadt hat anlässlich des 500-jährigen Bestehens von Rathaus und Markt gemeinsam mit den Partnern Diözesanmuseum und Marienkirche ein Jubiläumsprogramm vorbereitet. Unter dem Motto Unser Rathaus. 500 Jahre mittendrin.″ werden vom 23. Juni an die vielfältigen Aspekte aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet. Viele Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche. Am 18. Oktober sind sie es auch, die mit dem Steckenpferdreiten das Programm beenden und die Aufmerksamkeit wieder auf ein anderes bekanntes Themarichten: auf die Friedensstadt″ mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens″.

Bildtext:
Reizvolles Gebäudeensemble: Das Osnabrücker Rathaus mit der Stadtwaage und der Marienkirche.
Foto:
Tourismusverband Osnabrücker Land


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