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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Jonscher geht in die Insolvenz
 
Die Tage von Bücher Jonscher sind gezählt
Zwischenüberschrift:
Traditionsbuchhandlung am Domhof schließt – Insolvenzantrag gestellt
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Nach 140 Jahren wird die Traditionsbuchhandlung Jonscher am Domhof in Osnabrück vermutlich Mitte Mai geschlossen. Der Betrieb hat bereits Anfang März Insolvenz angemeldet. 14 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Der Insolvenzverwalter bemüht sich um eine sozialverträgliche Lösung für die Beschäftigten. Offenbar gibt es derzeit keinen Interessenten, der den Laden fortführen möchte. Eine Geschäftsfrau hatte die Buchhandlung voranderthalb Jahren vom damaligen Eigentümer übernommen. Die Immobilie am Domhof hat die Familie Jonscher inzwischen verkauft. Über die Nachnutzung gibt es noch keine Informationen. Die alteingesessenen Buchhandlungen leiden bundesweit unter der Konkurrenz der Filialbetriebe und des zunehmenden Internetgeschäftes

OSNABRÜCK. Osnabrück verliert nach Bücher Acker und der Buchhandlung Schöningh demnächst einen weiteren traditionsreichen Buchladen: Jonscher am Domhof hat Insolvenzantrag gestellt.

Von Jonscher-Betreiberin Susanne Siemering, die vor anderthalb Jahren die Traditionsbuchhandlung am Theater übernommen hat, gibt es keinen Kommentar zur aktuellen Entwicklung: Sie müssen sich in dieser Angelegenheit an den Insolvenzverwalter wenden, da nur er etwas sagen kann.″ Der Osnabrücker Rechtsanwalt Thomas Lißner, der nach dem Anfang März gestellten Insolvenzantrag vor knapp einem Monat vom Amtsgericht mit der vorläufigen Verwaltung des Geschäftsbetriebes beauftragt wurde, erklärte am Montag: Es ist zurzeit kein Interessent in Sicht, der das Geschäft übernehmen will. Die Geschäftsräume werden nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Mitte Mai alsbald geräumt, da der Mietvertrag schon länger gekündigt ist.″ Einen genauen Termin gebe es momentan aber noch nicht. Über die Einstellung des Geschäftsbetriebs könne nur die Gläubigerversammlung entscheiden. Aufgabe sei jetzt eine sozialverträgliche Abwicklung. 14 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Manfred Jonscher, dessen Großvater Julius das Unternehmen vor 140 Jahren gegründet hat und dessen Vater das Geschäft nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft wiederaufbaute, ist enttäuscht von der Entwicklung: Das ist ein trauriges Ende. Bei der vor anderthalb Jahren aus Altersgründen erfolgten Übergabe des Geschäfts haben wir große Hoffnungen gehabt, dass eine Lösung gefunde worden ist, die langfristig den Fortbestand der Buchhandlung ermöglicht.″ Die Immobilie am Domhof hat die Familie vor Kurzem verkauft. Bereits zuvor wurde nach Angaben von Rechtsanwalt Magnus Hindersmann, der die Familie in der Sache vertritt, eine außerordentliche Kündigung des Mietvertrages ausgesprochen, nachdem zuvor mehrere Monatszahlungen der Buchhandlung Jonscher GmbH ausgeblieben seien. Nach Angaben des Käufers der Immobilie am Domhof wird das Mietverhältnis bereits demnächst beendet. Unternehmer Frank Böhm, der das Objekt auch auf der Internetseite seiner Firma Bauen und Wohnen″ anbietet: Wir haben mit dem vom Amtsgericht eingesetzten vorläufigen Insolvenzverwalter vereinbart, dass die Buchhandlung spätestens Mitte Mai schließt.″ Eine neue Nutzung für die Räume oder das Objekt gebe es noch nicht. Böhm: Der Standort ist ein einteressante Lage. Wir prüfen im Moment verschiedene Möglichkeiten.″ Der Buchmarkt ist seit Längerem im Umbruch. Prägten in der Vergangenheit Traditionshäuser die Händlerszene vor Ort, so sind heute in den attraktiven Innenstadtlagen vor allem Filialisten zu finden, die inhabergeführten Geschäften wichtige Umsatzbereiche wegnehmen. Zudem verlagern sich Umsätze ins Internetgeschäft. Zwar bewegt sich der Anteil nach Auskunft von Branchenkennern noch klar unter der Zehn-Prozent-Marke, aber es wird für Buchhandlungen immer schwieriger, die für das Überlebennotwendigen Margen zu erwirtschaften. Eine Reaktion inhabergeführter Buchhandlungen in der Region, um sich im sich verschärfenden Wettbewerb zu behaupten: Sechs Geschäfte präsentieren sich amkommenden Montag zum Welt-Tag des Buches am 23. April in diesem Jahr erstmals in einer gemeinsamen Aktion, um Präsenz zu zeigen.

Bildtext:
Das Aus″ kommt im Jahr des 140-jährigen Bestehens: Die Buchhandlung Jonscher GmbH hat Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit noch weiter. Was künftig mit den Geschäftsräumen passiert, ist noch offen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Wolfgang Elbers


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