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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Streit um Erdkabel geht weiter
 
Masten rosten, Erdkabel weiterhin strittig
Zwischenüberschrift:
Schinkel: Planung für Hochspannungstrasse zieht sich hin – Behörde kündigt Änderungsverfahren an
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Fast sechs Jahre lang war es still um die geplante Hochspannungsleitung am östlichen Stadtrand. Jetzt geht der Streit um eine Freileitung oder eine Erdverkabelung in die nächste Runde. Inzwischen hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Antragsteller RWE gebeten, ein unabhängiges Gutachten mit einem Kostenvergleich beider Verfahren vorzulegen. Dieses Gutachten liegt schon seit vier Jahren vor, es hätten aber noch weitere Unterlagen gefehlt, erklärte ein Behördensprecher am Dienstag auf Anfrage. Währenddessen rosten die 65 Jahre alten Masten der vorhandenen Hochspannungsleitungen vor sich hin. Anwohner beklagen, seit Jahren werde kein neuer Schutzanstrich aufgetragen. Technisch seien die Leitungen aber im Top-Zustand″, erklärte eine RWE-Sprecherin.

OSNABRÜCK. Die 65 Jahre alten Masten der 30-kV-Leitung durch Schinkel-Ost setzen schon Rost an, aber um den umstrittenen Bau einer neuen Hochspannungsleitung ist es seit fast sechs Jahren still. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache. Aber die Frage, ob eine Freileitung oder eine Erdverkabelung installiert wird, ist weiterhin offen.

Schon Ende der 90er-Jahre wollten die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) eine neue 110-kV-Hochspannungstrasse am östlichen Stadtrand bauen. Dafür sollten zwei betagte Stromleitungen mit 30 und 110 Kilovolt demontiert werden, die durch die Wohngebiete in Schinkel und Schinkel-Ost führen. Doch das Planungsverfahren verzögerte sich mehrfach durchmassive Proteste. Nach den Plänen der RWE soll die neue Stromtrasse vom Umspannwerk Lüstringen parallel zur Autobahn 33 (Ostumgehung) nach Belm-Powe führen. Eine zweite Leitung ist entlang der Eisenbahnstrecke zwischen Powe und der Baumstraße in der Gartlage geplant. Seit Jahren setzt sich die Bürgerinitiative Hochspannung″ für eine Erdverkabelung ein. Mit einem Ratsbeschluss hat sich die Stadt Osnabrück dieser Forderung angeschlossen. Doch dem RWE-Konzern ist die unterirdische Trasse zu teuer. Als die betroffenen Grundstückseigentümer im Juli 2006 zum Erörterungstermin in die Stadthalle eingeladen wurden, dreht sich die Diskussion wieder einmal um die Erdverkabelung. Die RWE-Vertreter beriefen sich dabei auf Gutachten, nach denen die unterirdische Verlegung dreimal teurer als eine Freileitung wäre. Inzwischen hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Stromkonzern gebeten, ein unabhängiges Gutachten zu den Kosten beider Varianten in Auftrag zu geben. Dieses Papier liegt seit Januar 2008 vor. Über seinen Inhalt wollte sich Behördensprecher Jens-Thilo Schulze am Dienstag gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Dass inzwischen weitere vier Jahre ins Land gegangen sind, erklärt Schulze mit einem nach gereichten Fachbeitrag zum Artenschutzrecht und einem überarbeiteten landschaftspflegerischen Begleitplan. Außerdem müsse ein vorgesehener Maststandort wegen der künftigen Ortsumgehung Belm verändert werden. Im Februar dieses Jahres habe der Stromkonzern ein Planänderungsverfahren beantragt, das möglicherweise noch in diesem Monat eingeleitet werde. Pressesprecher Schulze weist darauf hin, dass die Landesbehörde auch die politische Diskussion über das niedersächsische Erdkabelgesetz verfolgt habe, das am 13. Dezember 2007 in Krafttrat. Letztlich sei es für das Planvorhaben in Osnabrück nicht anwendbar, weil es sich nur auf Leitungen mit einer Nennspannung von mehr als 110 Kilovolt beziehe. Die geplante Trasse in Schinkel bleibt jedoch unter dieser Grenze. Wann mit einer Entscheidung zur geplanten Hochspannungsleitung zu rechnen ist, lässt der Behördensprecher offen. Die Stahlmasten in Schinkel werden wohl noch ein paar Jahre Rost ansetzen, bevor sie aus dem Stadtbild verschwinden. Anwohner wundern sich, dass schon lange kein neuer Schutzanstrich aufgetragen wurde, wie es über viele Jahrzehnte üblich war. Über die Standsicherheit müsse sich niemand Sorgen machen, heißt es bei der RWE-Verwaltung in Osnabrück. Der äußere Anblick täusche, erklärt Pressesprecherin Ruth Brand, technisch seien die Leitungen im Top-Zustand″. Dafür sorgten regelmäßige Kontrollen.

Bildtext:
Nur eine Frage der Zeit: Auch diese alte Leitung im Wohngebiet Schinkel soll verschwinden, wenn die neue Stromtrasse fertig ist.
Die alten Masten rosten vor sich hin: Technisch kein Problem, heißt es bei der RWE-Verwaltung in Osnabrück, diese Leitung in Schinkel-Ost sei im Top-Zustand″ und werde regelmäßig kontrolliert.
Fotos:
Michael Hehmann.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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