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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Galeria-Haus hat einen neuen Eigentümer
 
Neues Leben im Galeria-Haus
Zwischenüberschrift:
Hamburger Investor kauft Warenhaus-Immobilie
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Ein Hamburger Investor hat die Galeria-Kaufhof-Immobilie in Osnabrück gekauft. Der Vertrag sei beurkundet, teilte ein Sprecher der Imvest Projektentwicklung GmbH am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Auch der Zeitpunkt der Übergabe fällt nach den Worten des Unternehmenssprechers unter die Verschwiegenheitsklausel. Für das ehemalige Kaufhaus ist eine gemischte Nutzung angedacht. Mieter aus ganz unterschiedlichen Branchen sollen dort zusammenkommen, sich die Infrastruktur im Haus teilen und sich gegenseitig befruchten. Denkbar sind Anbieter aus Sport, E-Sport, Bildung, Gesundheit, Handel, Wirtschaft. Jetzt sind die Planer am Werk und prüfen , ob das Haus umgebaut oder abgerissen wird.

Osnabrück Ende Oktober will Galeria Kaufhof die Türen des Kaufhauses an der Wittekindstraße in Osnabrück abschließen. Was wird dann aus dem Gebäude? Eine wichtige Entscheidung ist jetzt gefallen.

Das Hamburger Unternehmen Imvest Projektentwicklung GmbH hat die Immobilie der bisherigen Eigentümerin Apollo-Rida Poland abgekauft. Der Kaufvertrag sei beurkundet, bestätigte Imvest-Sprecher Peter Berg am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion.

Dass Apollo-Rida das Objekt mit 20 000 Quadratmeter Geschossfläche loswerden wollte, war schon länger bekannt. Im Juni hatte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in der öffentlichen Ratssitzung entsprechende Andeutungen gemacht und von einem Kaufinteressenten aus Hamburg gesprochen. Die Insolvenz des Kaufhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof und die Ankündigung, dass das Osnabrücker Haus an der Hase geschlossen werde, hatte den Immobiliendeal nach Informationen unserer Redaktion zwischenzeitlich belastet.

Doch jetzt hat Imvest zugegriffen. Wir sind überzeugt, dass der Standort großes Potenzial hat″, so Unternehmenssprecher Berg.

Brillen und Basketball

Inhaber und Gründer der Imvest Gruppe ist Tomislav Karajica (43), Gesellschafter der Edeloptics GmbH und Hauptgesellschafter der Profi-Basketballmannschaft Hamburg Towers. Ob Wohnen oder Gewerbe, Neubau oder Revitalisierung, Einzelobjekt oder Quartiersentwicklung: Die Imvest Gruppe ist seit über 30 Jahren im gesamten immobilienwirtschaftlichen Zyklus tätig″, heißt es in der Eigenwerbung im Internet. Wir finden das richtige Konzept sowie die passende Strategie und setzen Projekte Schritt für Schritt, Stein für Stein in die Tat um.″

Und so will es Imvest auch in Osnabrück machen, wie der Unternehmenssprecher versichert. Für das ehemalige Kaufhaus ist eine gemischte Nutzung angedacht in der Branchensprache Cross Community Space″ genannt. Mieter aus ganz unterschiedlichen Branchen sollen dort zusammenkommen und sich gegenseitig befruchten. Denkbar sind Anbieter aus Sport, E-Sport, Bildung, Gesundheit, Handel, Wirtschaft. Es soll idealerweise ein Ort werden, der unterschiedliche Zielgruppen anspricht″, sagte Berg. Kern des Konzeptes ist, dass die Nutzer die Infrastruktur des Hauses gemeinsam nutzen und dadurch Kosten sparen.

Beispiel Kiel

Ein vergleichbares Projekt setzt Imvest mit der Tochtergesellschaft Home United zurzeit in Kiel um. Dort soll Anfang 2022 in der zentralen Holstenstraße ein Coworking-Space mit Eventflächen, Gastronomie, Einzelhandel und E-Sport-Area an den Start gehen. Ein einladender Mix aus Arbeiten, Freizeit, Fitness und Events″, heißt es in der Eigenwerbung. Die Nutzung für E-Sport, Gastronomie und Events bedeutet auch, dass in dem Haus fast rund um die Uhr Betrieb sein wird.

Wie genau das Konzept für Osnabrück aussehen wird, ist noch unklar. Es werde nicht aus der Ferne gestaltet″, verspricht Berg. Das Planungsteam werde zunächst Stadt und Menschen kennenlernen″ und Gespräche mit möglichen Partnern aufnehmen. Berg: Wir nehmen die lokalen Player mit.″ Imvest bringt aber auch eigene Partner für die Konzeption mit: Unicorns of Love″ etwa ein professionelles E-Sport-Team. Gaming ist sicher ein Thema für Osnabrück″, so Berg. Übersetzt heißt das: Das frühere Kaufhaus kann zum Treffpunkt der E-Sportler und Computerspielszene in der Region werden.

Ob das innovative Konzept in dem bestehenden Komplex umgesetzt werden könnte oder ein Neubau nötig wäre, wird zurzeit geprüft. Es sei jetzt noch einen Tick zu früh″, um darüber Auskunft zu geben, so Berg. Die favorisierte Lösung sei der Umbau und eine schrittweise Neuvermietung und Inbetriebnahme. Einen Zeitplan gebe es dafür bislang nicht, nur den Wunsch: So schnell wie möglich.″

Und die Fassade?

Imvest sei sich der derzeitigen Herausforderungen auf und rund um den Neumarkt bewusst, so Berg weiter. Aber nicht nur die zentrale Lage und die Nähe zum Hauptbahnhof sprächen für den Standort. Irgendwann werde es auf der Fläche, die für das Einkaufszentrum vorgesehen gewesen sei, eine neue Perspektive geben. Dann werden zwei große Projekte dem Quartier neues Leben einhauchen″, sagte Berg.

Und was wird aus der Fassade mit den unverwechselbaren Horten-Waben? Der Sprecher: Darüber habe ich keine Erkenntnisse.″

Bildtexte:
Neuer Eigentümer: Die Hamburger Imvest Projektentwicklung GmbH hat das Galeria Kaufhof-Gebäude gekauft.
Das Galeria-Kaufhof-Gebäude an der Wittekindstraße in Osnabrück.
Fotos:
Jörn Martens

Kommentar
Willkommen, schöne neue Sportwelt

Wie werden wir in fünf Jahren über Galeria Kaufhof in Osnabrück sprechen? Werden wir noch das Ende des Warenhauses und den Verlust der Arbeitsplätze beklagen oder uns schon über einen unerwarteten Aufschwung im Hase-Quartier freuen? Die Chancen stehen gut, dass wir Letzteres tun werden.

Der Wandel könnte vermutlich kaum krasser sein. Aus dem solide-gediegenen Warenhaus, dessen Idee aus einer anderen Zeit stammt und das seit vielen Jahren eine treue Stammkundschaft bedient, soll ein Cross Community Space″ werden. Also ein Ort, an dem sich unterschiedliche Branchen treffen. Wo Menschen arbeiten, sich erholen oder Spaß haben. Wo alles nebeneinander und gleichzeitig stattfindet und von morgens bis in die späte Nacht Leben ist. Und wo eine neue Branche Einzug halten soll: E-Sport oder Gaming. Mutige Investoren bringen etwas Neues in die Innenststadt, und das ist gut so.

Denken wir nun fünf Jahre weiter. An der Möserstraße, keine hundert Meter von Galeria Kaufhof entfernt, wird das emsländische Familienunternehmen Pro Urban aus Meppen ein neuartiges Wohnkonzept für Studenten, Senioren und Berufspendler umgesetzt haben. Auf der anderen Seite des Neumarktes wird sich hoffentlich Centerentwickler Unibail-Rodamco-Westfield von seinen Flächen getrennt und sie Investoren überlassen haben, die mit Augenmaß und Fantasie ein gemischt genutztes Viertel aufbauen. Gespräche laufen, wie man hört. Und wir vertrauen darauf, dass die Politik bis dahin endlich die Beton-Frage gelöst und den Neumarkt neu gestaltet hat.

So bitter das Ende von Galeria Kaufhof im Moment auch ist vor allem für die Beschäftigten: Jeder Wandel bietet auch eine Chance. w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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