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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neue Masten bis zu 65 Meter hoch
Zwischenüberschrift:
Amprion plant 380-kV-Freileitung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Die Pläne für den Bau einer neuen Höchstspannungsleitung quer durch Bissendorf werden in der Gemeinde kritisch-distanziert begleitet. Die neuen Masten für die 380-kV-Freileitungen sollen bis zu 65 Meter hoch werden, doppelt so hoch wie die bestehenden.

Die Planungen der Firma Amprion, die jetzt im Bissendorfer Planungsausschuss vorgestellt wurden, befinden sich noch in der Anfangsphase. Normalerweise vergehen sechs bis sieben Jahre Vorbereitungszeit. Diesmal will und soll es der Netzbetreiberin vier Jahren schaffen. Auslöser ist unter anderem das Energieleitungsausbaugesetz, mit dem auch die Energiewende weg vom Atomstrom hin zu regenerativen Alternativen wie beispielsweise Windkraft möglichst schnell geschafft werden soll.
Aus den neuen und großen Windparks im Norden der Republik muss der Strom in die Mitte und den Süden des Landes fließen. Ohne die riesigen Freileitungen, wie sie jetzt auch vom Umspannwerk in Bad Essen-Wehrendorf bis zum Umspannwerk im Osnabrücker Stadtteil Darum/ Gretesch/ Lüstringen und dann weiter Richtung Borgholzhausen und Gütersloh geplant werden, wäre der Energietransfer kaum möglich.
Die Masten für die neuen Leitungen mit 380 000 Volt Höchstspannung (zum Vergleich: An einer normalen Haushalts-Steckdose liegt eine elektrische Spannung von 230 Volt an) sind aber nicht nur doppelt so hoch wie die bestehenden, ihre Arme die sogenannten Traversen haben ebenfalls stattliche Ausmaße: Die Ausleger wachsen von derzeit 13, 5 auf bis zu 30 Meter.
Darunter werden am Boden Schutzstreifen von bis zu 70 Meter Breite eingerichtet mit zum Teil erheblich eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten. Die Zahl der Leitungsmasten auf der 22 Kilometer langen Strecke (14, 5 Kilometer davon führen über Bissendorfer Gebiet) verringert sich zugleich, und damit vergrößert sich ihr Abstand zueinander. Die Amprion GmbH will sich beim Neubauder Trasse überwiegend am bisherigen Leitungsverlauf orientieren. Allerdings gebe es zuweilen gute Gründe, von der vorhandenen Trasse abzuweichen, beispielsweise um von Wohngebieten abzurücken.
Neben Freileitungen können Höchstspannungsleitungen über vergleichsweise kurze Distanzen auch als Erdkabel verlegt werden. Nach Angaben eines Amprion-Sprechers wird dieses Verfahren bislang fast ausnahmslos in Berlin angewendet. Dort gibt es streckenweise eine Erdverkabelung in 35 Meter Tiefe noch unterhalb des Niveaus des U-Bahn-Netzes. Das sei allerdings vor allem aus finanziellen Gründen auch künftig eher eine Ausnahme. Unklar ist offenbar noch, was mit der zwischen Wehrendorf und Lüstringen teilweise parallel verlaufenden Hochspannungsleitung der RWE geschieht. Gemeinsame Ausbaupläne mit Amprion sind jedenfalls nicht bekannt. Nicht einmal erste Kontakte hat es zwischen den beiden Stromnetzbetreibern in dieser Angelegenheit gegeben, teilte ein Amprion-Sprecher im Bissendorfer Planungsausschuss mit.
Bürgermeister Guido Halfter will sich deshalb mit einer entsprechenden Anfrage an die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke wenden. Neben Bad Essen, Bissendorf und der Stadt Osnabrück ist auch der Landkreis als Planungsbehörde an der Suche eines optimalen Trassenverlaufs beteiligt. Im zweiten Schritt ist ein Planfeststellungsverfahren vorgesehen, zu dem auch die Beteiligung von Bürgern und Behörden gehört.

Bildtext:
Eine neue Höchstspannungsleitung plant die Firma Amprion zwischen den Umspannwerken in Bad Essen-Wehrendorf und Lüstringen.
Foto:
Archiv/ dpa
Autor:
Franz-Josef Raders


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