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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie bedrohlich ist die Dürre?
 
Flüsse trocknen bereits zum Teil aus
Zwischenüberschrift:
Wie bedrohlich ist die Dürre für Gewässer in der Region Osnabrück?
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Trockenheit hat kleine Gewässer und Flüsse in in der Region zum Teil austrocknen lassen. Ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht. Der Landkreis hatte die Entnahme von Wasser aus allen Gewässern, Bächen und Flüssen zweiter und dritter Ordnung bis Ende August untersagt. Reicht diese Einschränkung aus?

Osnabrück Die hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben kleine Gewässer und Flüsse in Stadt und Landkreis Osnabrück zum Teil austrocknen lassen. Ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht. Was bedeutet das für die Zukunft? Hohe Temperaturen und die anhaltende Trockenheit in diesem Jahr haben in Stadt und Landkreis für niedrige Wasserstände in Flüssen und Gewässern gesorgt. An einigen Stellen waren die Pegelstände sogar so niedrig, dass ein Trockenfallen, wie es im Fachjargon heißt, nicht zu verhindern war und der Grund der Gewässer mitunter freigelegt wurde.

In Lüstringen erreicht die Hase nach den Schauern in den vergangenen Tagen derzeit einen Pegel von 81 Zentimetern, in Eversburg liegt der Pegel bei 64 Zentimetern (beide Stand: 14. August). Bei der Düte sind die Werte deutlich dramatischer: In Wersen liegt der Pegel zwar momentan bei 88 Zentimetern. In den Tagen zuvor erreichte der Wasserstand allerdings gerade einmal 54 Zentimeter. Bislang sei der Pegel nie unter 55 Zentimeter gefallen, sagt Detlev Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Osnabrück.

Doch Besserung ist derzeit kaum in Sicht. Im Gegenteil: Anfang September ist erfahrungsgemäß die schlimmste Zeit, sagt Gerdts, weil es bis dahin weiter austrocknen wird.″ Zudem würden die Gewässer derzeit überwiegend durch Grundwasser gespeist werden. Wir brauchen dringend Regen″, so der Fachbereichsleiter.

Der kam in den vergangenen Tagen zwar vereinzelt. Über das ganze Jahr gesehen, waren die Niederschläge jedoch viel zu gering. Das bestätigte Romuald Buryn vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unserer Redaktion: Es ist zwar nicht so katastrophal wie letztes Jahr, aber der Niederschlag war bisher dennoch etwas unterdurchschnittlich.″

Laut Wetterkontor erreichte die Region Münster/ Osnabrück im Frühling 2020 einen Niederschlag von 73, 3 Litern pro Quadratmeter, was im langfristigen Mittelwert gerade einmal einen Anteil von 45 Prozent ausmacht also weniger als die Hälfte der zu erwartenden Niederschlagsmenge. Insbesondere im Januar (26, 1 Liter/ m2; 37 Prozent), im April (5, 9; 14), im Mai (17, 0; 27) sowie im Juli (45, 3; 62) gab es deutlich zu wenig Regen. Lediglich im Februar (126, 6; 253) und im Juni (76, 8; 111) lagen die Niederschlagsmengen über dem langfristigen Mittel. Im August wurden mit 11, 6 Litern/ m2 bislang gerade einmal 15 Prozent der langfristig üblichen Menge erreicht.Fehlender Regen

Spuren hinterlassen hat der fehlende Regen auch im Landkreis. Dort seien alle Gewässer und Flüsse von extremem Niedrigwasser gekennzeichnet. Stellenweise könnte es auch zu einem Trockenfallen kommen, wie Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff erklärte. Im gesamten Landkreis hätten die Gewässer derzeit ihren Mindestabfluss erreicht, welcher zur Sicherstellung der ökologischen Funktion erforderlich″ sei. Aufgrund der fehlenden Niederschläge dürfte sich daran alsbald kaum etwas ändern.

Der Landkreis, aber auch die Stadt Osnabrück, hatten deshalb vor gut zwei Wochen die Entnahme von Wasser aus allen Gewässern, Bächen und Flüssen zweiter und dritter Ordnung bis Ende August untersagt.

Gewässer zweiter Ordnung haben überörtliche Bedeutung für das Gebiet eines Unterhaltungsverbandes. Als Gewässer dritter Ordnung gelten alle kleineren Bäche. Ausnahmen stellen der Mittelland- und der Stichkanal dar, also Gewässer erster Ordnung.

Dort gebe es bislang keinerlei Engpässe, heißt es vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal/ Elbe-Seitenkanal. Über eine zentrale Stelle in Minden würden rund um die Uhr die Pegelstände überwacht und Pumpwerke gesteuert werden auch wenn in den vergangenen Tagen die Pumpmengen gestiegen seien.

Bei den beiden Schifffahrtskanälen, dem Mittellandkanal und dem Stichkanal, handele es sich um künstliche Wasserstraßen ohne natürliche Zuflüsse. Dort herrsche das ganze Jahr ein gleichmäßiger Wasserstand. Auswirkungen auf die Schifffahrt habe es bislang keine gegeben, so ein Sprecher.

Wegen der anhaltenden Trockenheit forderte etwa der Wasserverband Osnabrück-Süd Verbraucher dazu auf, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Dieses werde zu 100 Prozent aus dem Grundwasser gewonnen. Der Wasserstand in den Gewässern habe darauf nahezu keinen Einfluss, so der Verband. Durch die erhöhten Niederschläge im vergangenen Winter habe sich das Grundwasser sogar leicht erholen können. Dennoch könne es bei steigendem Verbrauch, wie bei anhaltendem heißen und trockenem Wetter, zu Engpässen kommen, heißt es.

Eine Lösung, die Wasserstände in Gewässern und Flüssen nachhaltig zu erhalten, gibt es derzeit kaum. Wir können nur etwas gegen den Klimawandel tun″, sagt etwa Detlef Gerdts. Außerdem rechnet er damit, dass es jedes Jahr dazu kommen könnte, dass Wasser nicht mehr aus den Flüssen entnommen werden darf.

Der Unterhaltungsverband Nr 70 Obere Hunte″ hat dennoch eine Idee, Gewässer und Flüsse vor dem Trockenfallen zu schützen. Derzeit, so der Verband, werde der Einbau von Kulturstauanlagen, besser bekannt als Wehre, geprüft. Diese könnten dazu beitragen, das Abflussverhalten zu verändern und ein Trockenfallen der Gewässer zu vermeiden″. Ziel müsse es sein, einen natürlichen Umgang mit Regenwasser anzustreben, um die natürliche Verdünstung und das Versickerungspotenzial zu erhöhen und zu fördern und den Oberflächenabfluss zu reduzieren″.

Bildtexte:
An manchen Stellen der Osnabrücker Hase trocknet das Flussbett bereits aus.
Die Düte in Kloster Oesede war Anfang der Woche völlig ausgetrocknet.
Symbolbild
Fotos:
Christopher Bredow, Johannes Bartelt, Phillip von Ditfurth/ dpa
Autor:
Andre Pottebaum


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