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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
10-Meter-Schutzstreifen sind das Ziel
Zwischenüberschrift:
Landkreis Osnabrück kauft für eine Million Euro Gewässerrandstreifen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Landkreis Osnabrück will für eine Million Euro Gewässerrandstreifen kaufen. Ein entsprechendes Konzept hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Vorgesehen ist, möglichst viele Randstreifen im Osnabrücker Land aufzukaufen und aus der landwirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen.

Beginnen könnte der Flächenankauf im Meller Schutzgebiet Else und obere Hase″. Finanziert werden soll der Flächenankauf aus Ausgleichszahlungen für Flächenversiegelungen, die dem Landkreis in Höhe von etwa einer Million Euro zum Erwerb der Schutzstreifen zur Verfügung stehen. Erste landwirtschaftliche Flächen sollen dazu bereits in diesem Jahr erworben werden. Darüber hinaus sollen aber weitere Fördergelder akquiriert werden. Finanzierungsbedarf besteht auch für die zur Projektumsetzung nötigen 1, 5 Stellen, die sich etwa um Flächenkauf, Flächenverwaltung und Förderanträge kümmern sollen.

Wie sollen die Flächen gepflegt werden? Für die Pflege der Gewässerrandstreifen sollen noch Partner gefunden werden. Dabei sind folgende Optionen der Flächenpflege möglich: Erstens eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung ohne Ausbringung von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Flächenkalkung. Zweitens die Aufgabe der ackerbaulichen Nutzung mit entsprechender Grünlandpflege. Drittens eine ökologische Aufwertung wie etwa durch Bepflanzung mit entsprechender Pflege.

Was ist das Ziel? Eines der wichtigsten Projektziele ist die Entwicklung naturnaher, mindestens zehn Meter breiter Schutzstreifen an Gewässern. Nur in seltenen Fällen sollen landwirtschaftliche Flächen über einen sehr langen Zeitraum angepachtet werden. Höchste Priorität haben dabei Abschnitte von Gewässern, die dem Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen dienen. Der Ankauf von Flächen könnte dem Konzept zufolge im Meller FFH-Gebiet Else und obere Hase″ beginnen.

Warum gab es Streit? Im März 2019 hatte der Osnabrücker Kreistag mehrheitlich die Umsetzung eines nur ein Meter breiten Schutzstreifens in diesem Meller Schutzgebiet beschlossen. Daraufhin war ein Streit darüber entbrannt, wie breit Randstreifen insbesondere in Schutzgebieten sein müssen, um Gewässer effektiv vor Pestiziden zu schützen.

Auch im September 2019 setzte der Kreistag mehrheitlich einen nur ein Meter schmalen Randstreifen im Schutzgebiet Bäche im Artland″ durch. SPD, UWG und Grüne hatten vergeblich ein Verbot für das Spritzen von Pestiziden in fünf Meter breiten Gewässerrandstreifen der Schutzgebiete im Osnabrücker Land gefordert.

Neben dem Beschluss, nur ein Meter schmale Schutzstreifen in Verbindung mit der Beprobung dieses Randstreifens auch in weiteren FFH-Gebieten im Landkreis umzusetzen, wurde in dieser September-Sitzung nach einem entsprechenden vorherigen SPD-Vorstoß jedoch ein weiteres Konzept auf den Weg gebracht: Ohne Beschränkung auf Gewässer in Schutzgebieten sollten möglichst viele geeignete Gewässerrandstreifen im Landkreis erworben und dadurch dauerhaft aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen werden. Die Politik bat die Verwaltung seinerzeit einstimmig auch mit den Stimmen der CDU darum, hierzu ein Konzept zu entwickeln und zur Beschlussfassung vorzulegen. Dieser Beschluss wurde nun in der Juli-Sitzung des Kreistags gefasst.

Wie sind die Reaktionen? Jürgen Ebert (Grüne) lobte, dass mit diesem Beschluss ein Weg gefunden wurde, Gewässerrandstreifen zu schützen, ohne den Kreishaushalt über Gebühr zu belasten. Fördergelder und Ausgleichszahlungen für Flächenversiegelungen auch Ersatzgelder″ genannt zu diesem Zweck einzusetzen hält er für absolut richtig″. Ebert, der mit der Öko-Fraktion bereits vor anderthalb Jahren für breitere Gewässerrandstreifen in Schutzgebieten gekämpft hatte, resümierte: Ich bin stolz und glücklich über dieses Gewässerrandstreifenkonzept.″

Selbst Jürgen Kiesekamp (FDP), der bislang 1-Meter-Randstreifen in Schutzgebieten befürwortet hatte, kommentierte das Verwaltungskonzept für Randstreifen an Gewässern im Landkreis Osnabrück positiv: Was lange währt, wird endlich gut.″ Seiner Prognose zufolge wird sich der Gesamtaufwand für den Landkreis im Rahmen halten″.

Bildtext:
Einen zehn Meter breiten Gewässerrandstreifen hatte die Gemeinde Bissendorf erworben, damit der Streifen an der Hase im Ortsteil Nemden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird und ökologisch aufgewertet werden kann. Auch der Landkreis will nun Flächen aufkaufen, um mindestens zehn Meter breite Gewässerrandstreifen zu entwickeln.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel
Autor:
Jean-Charles Fays


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