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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der neue Ossensamstag
Zwischenüberschrift:
25 000 Menschen beim ersten Karnevalsumzug mit anderem Konzept – Veranstalter zuversichtlich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. 25 000 Menschen waren am Samstag beim Ossensamstag in der Osnabrücker City unterwegs. Rainer Möllers, Vorsitzender des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), freute sich über einen gelungenen Umzug: Alles prima gelaufen.″ Die Polizei bewertete den Umzug als relativ ruhig. Es gab elf Strafanzeigen. Alkohol-Spitzenwerte erreichten ein 21-, ein 18- und ein 17-Jähriger: jeweils 2, 4 Promille. Oliver Mix vom Stadtmarketing zum neuen Konzept: Ein Anfang ist gemacht.″

Bereits gegen 11 Uhr waren die ersten Narren und Gruppen in Kostümen in der Osnabrücker Innenstadt eingetroffen. Sie hatten offenbar die Verlegung des Startzeitpunktes auf 14 Uhr nicht mitbekommen. Am Ende waren es nach Schätzungen der Polizei rund 25 000 Menschen, die sich den Umzug von etwa 60 Gruppen und Fahrzeugen vom Straßenrand aus anschauten. Andere Schätzungen sprechen von 100 000 Menschen. So viel steht fest: Zwischen Johanniskirche und Haarmannsbrunnen waren die Gehwege hinter den Absperrgittern gerammeltvoll von Kostümierten.
Humor bewies die Zugorganisation, indem sie den Motivwagen mit Christian Wulff in Münchhausenmanier direkt vor den Wagen Men in Black″ der Jungen Union Georgsmarienhütte einsortierte. Ansonsten hatte es den Wagenbauern vor allem das Thema Geld angetan: Euro-Krise, Griechenland, gierige Banken und Kosten für den Ossensamstag. Ein Wagen aus Hilter goss seinen Ärger in den Vers: Oh, wie ist das schön, mit uns zum letzten Mal, auf Wiedersehen, Karneval muss bezahlbar sein.″ Eine Fußgruppe mit bärtigen Krankenschwestern schob den Patienten Ossensamstag durch die Straßen und flößten ihm Bier per Infusion ein.
Mit aufwendiger Kostümierung spielten die Schweizer Reppischfäger. Die Guggenmusiker waren eine der wenigen Gruppen mit unverstärkter Musik, so wie der Spielmannszug Stockum-Lüstringen und die Damenkapelle Pardoes″ aus Enschede. Oder die Moonband auf dem Wagen der Kolpingsfamilie Bad Laer, die ihrem selbst erzeugten Klang mit etwas Strom die nötige Reichweite verpasste. Denn Discowagen waren in diesem Jahr zwar nicht erlaubt. Dennoch dröhnte es von manchem Gefährt lautstark aufs Narrenvolk herab.
Am Rathaus angekommen, überwältigte die Grün-Weiße Garde die Stadtwache und kidnappte Bürgermeister Burkhard Jasper mit dem Stadtschlüssel, der als Mitglied der Grün-Weißen und begeisterter Jeck offenbar ein Doppelspiel treibt. Ohne nennenswerten Widerstand und mit einem Schuss Häme für Oberbürgermeister Boris Pistorius („ Der OB ist geflohen, nach Derby″) überreichte er den Schlüssel dem Stadtprinzenpaar Ann-Kathrin und René. Eine der ersten Verordnungen: Die Stadt trägt wieder die Kosten für den Ossensamstag.

Bildtexte:
Hoch das Bein! Die Grün-Weiße Garde hüpft sich an der Johanniskirche vor dem Stadtprinzenwagen warm für den Rathaussturm.
Kritik am Kostenbeitrag.
Käse und Wein am Hut: Die Reppischfäger mit selbst gemachter Musik.
Farbe muss sein.
Zaungäste beim Kamellesammeln.
Gut schluck!
Spaß am Umzug.
Fotos:
Jörn Marten, Egmont Seiler, Elvira Parton

KOMMENTAR
Jetzt könnten die Kaufleute wirksam weiterhelfen

Der Ossensamstag hatsich verändert, aber esgibt noch Verbesserungspotenzial. Die City-Kaufleute haben den Vormittag offenbar zurückgewonnen.
Die Zahl der Zuschauer war durch den späteren Start wohl nicht beeinflusst. Die Sauferei und Kriminalität nach dem Zug sind nicht weniger geworden. Der Versuch, Radauwagen auszubremsen, ist nicht ganz gelungen, aber die positive Wirkung war durchaus zuspüren. Hier sollte der BOK am Ball bleiben: Mehr selbstgemachte Musik würde Sympathiepunkte bringen.
Ob die Aktiven künftig die Kostenbeteiligung akzeptieren, ist ungewiss. Die Karnevalisten haben 2012 den ersten Schritt gemacht. Es wäre nun folgerichtig, wennder Handel sich als Sponsor verdient machte.
m.schwager@ noz.de
Autor:
Klaus Möllers, Michael Schwager


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