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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt verzichtet auf Geheul der Sirenen
Zwischenüberschrift:
Nur zwei Anlagen bleiben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zweimal im Jahr heulten in den vergangenen Jahrzehnten in Osnabrück die Sirenen und erinnerten bei ihrem Probearlarm die Osnabrücker immer wieder an die Schrecken des Krieges. Damit ist vor dem Hintergrund der veränderten weltpolitischen Lage jetzt Schluß, denn bundesweit sind die Sirenen abgeschaltet und werden demnächst auch von den Hausdächern geholt.

Nur wenige Kommunen haben sich zur Übernahme der Anlagen bereit erklärt, um im Katastrophenfall noch die Bevölkerung sowie Einstatzkräfte alarmieren zu können. Osnabrück folgt dem Beispiel der meisten Städte und Gemeinden, indem es das Übernahmeangebot des Bundes füe die 66 Sirenen im Stadtgebiet bis auf zwei Ausnahmen ablehnte. Lediglich in Voxtrup und Sutthausen bleibt je eine der Anlagen bestehen.
" Die Alarmsignale kennt heutzutage sowieso kaum noch ein Bürger, daher können wir besser auf die Sirenen verzichten und im Ernstfall durch die Lautsprecherwagen der Feuerwehr und der Polizei gezielt Informationen an die Bevölkerung weitergeben", erklärte Dr. Dieter Zimmermann als zuständiger Dezernent. Daüber hinaus spart die Stadt mit diesem Schritt Geld, denn bei einer Übernahme müßte die Kommune für Wartung und Unterhaltung aufkommen. Dafür veranschlagen Experten rund 500 DM jährlich pro Sirene.

Die jetzt mögliche Demontage der kuppelförmigen Anlagen auf den Dächern hat ihren Ursprung nicht allein im Wegfall der Ost-West-Konfrontation. Das Bundesinnenministerium hat die Anlagen in einem Schreiben an die Bezirksregierungen auch als " überhlt" bezeichnet, da mit ihnen im Verteidigungsfall angesichts der von modernen Waffen ausgehenden Gefahren nicht mehr rechtzeigtig genug gewarnt werden könne.

Diese Auffassung hatte sich auch alle im Haushaltsausschuß des Bundestages vertretenen Fraktionen zu eigen gemacht.

Ein weiteren Grund für den raschen Abbau lieferte die Telekom: Die Umstellung des Fernmeldenetzes auf die Digitaltechnik würde zwangsläufig auch hohe Investitionen in das Sirenennetz erfordern, die der Bund wirtschaftlich nicht vertretbar hält.

Lediglich in Sutthausen und Voxtrup wird mit dem Erhalt je einer Sirene Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse genommen. Die Freiwillige Feuerwehr Sutthausen und die in Holzhausen bildeten nämlich bis zur Gebietserform einen gemeinsamen Feuerlöschverband. " Viele unserer Kameraden wohnen noch in Holzhausen und werden daher über die Sirene auf dem Kloster Ohrbeck alarmiert", erklärte Sutthausens Ortsbrandmeister Hartmut Lauxtermann die besondere Situation. Aus ähnlichen Gründen sei auch die Anlage in Sutthausen unverzichtbar.

Ebenfalls historische Gründe führt Voxtrup Ortsbürgermeisterin Hedwig Hehemann an. " Die Sirene auf unserem Feuerwhergebäude gehört sogar der Gemeide und unsere Feuerwehr ist es gewohnt, neben der Alarmierung durch Funkempfänger in besonderen Fällen auch mit der Sirene angefordert zu werden".

Für Dezement Zimmermann ist die Sache damit klar. " In beiden Fällen gibt es nicht nur ernstzunehmende historische Gründe, sondern die Schlagkraft beider Wehren wird durch die Sirenen erhöht."
Autor:
fr


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