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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hase-Rettung aus dem Mittellandkanal
 
Sauerstoffwerte in der Hase normalisieren sich
Zwischenüberschrift:
Nach Großbrand in Osnabrück-Fledder: Verdünnung geht weiter
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Am dritten Tag nach dem Großbrand im Fledder arbeiten THW und Feuerwehr weiter auf Hochtouren, um das durch die Löscharbeiten verunreinigte Wasser der Hase zu verdünnen, das zu einem großen Fischsterben geführt hat. Neben den bisherigen Quellen wurde zusätzlich Wasser aus dem Stichkanal in Eversburg und sogar aus dem Mittellandkanal zugeführt. Um das Niveau des Wasserstands für die Schifffahrt zu erhalten, musste die Zufuhr aus dem Mittellandkanal jedoch wieder gestoppt werden. Unterdessen wurde der auffällige Schaum, der bereits am Dienstag in Osnabrück zu sehen war, nun auch am Stichkanal und in Bramsche entdeckt. Das zeige, dass das mit Chemikalien versetzte Wasser nun dort angekommen sei, erklärte der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz.

Osnabrück Nach dem Fischsterben in der Hase in Osnabrück laufen derzeit weiter die Maßnahmen zur Verdünnung des Flusswassers. Die Sauerstoffwerte im Stadtgebiet sollen sich bereits annähernd normalisiert haben. Die Stadtverwaltung untersucht derweil nach eigenen Angaben, wie Löschwasser in den Fluss gelangen konnte.

Nach dem Großbrand am Montag im Stadtteil Fledder waren am Dienstag erstmals etliche tote Fische in der Hase zu sehen gewesen. Der gesamte Fischbestand sei tot, zudem alle Kleinstlebewesen und auch wohl Teile der Flora, sagte Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, auf Anfrage unserer Redaktion. Schuld daran soll mit Chemikalien kontaminiertes Wasser gewesen sein.

Vermutlich sei das kontaminierte Wasser über eine undichte Stelle im Regenklärbecken an der Ackerstraße in den Fluss gelangt. Dort sollte das verunreinigte Wasser, das im Zuge der Löscharbeiten beim Brand eines Autohauses sowie einer Chemiefirma entstanden sei, abgefangen werden. Tankwagen pendelten zwischen dem Brandort und der Bramscher Entsorgungsfirma Remondis hin und her. Auf diese Weise wurden circa 200 000 Liter aufgefangen.

Fatale Folgen

Dennoch konnte Löschwasser in die Hase gelangen mit fatalen Folgen für das Ökosystem des Flusses. Nach Angaben der Stadt werde nun untersucht, wie es dazu kommen konnte. Die Umweltbehörde hat mit den Stadtwerken zusammen bereits in der Frühphase der Löscharbeiten mit dem Regenklärbecken die einzige Lösung gefunden, um das Löschwasser zu sammeln und abpumpen zu können. Ohne diese Maßnahme wäre noch mehr Löschwasser in die Hase gelangt″, erklärte die Stadt am Donnerstagnachmittag in einer Mitteilung. Zu keinem Zeitpunkt der Löscharbeiten am Montag war erkennbar, dass Löschwasser ausgetreten war.″

Als das deutlich wurde, habe die Stadt reagiert: Die Feuerwehr pumpte zunächst große Mengen Frischwasser aus dem Schönungsbecken des Klärwerks Eversburg in die Hase immerhin acht Kubikmeter pro Minute. Anschließend verlagerte sie ihren Einsatzort in den Stadtteil Darum/ Gretesch/ Lüstringen. Zusätzlich erhielt die Stadt vom Landkreis die Genehmigung, Wasser aus dem Natberger See bei Bissendorf anzuzapfen 500 000 Liter pro Stunde.

Wasser aus Stichkanal

Seit Mittwochabend pumpt das Technische Hilfswerk (THW) nun im Stadtteil Eversburg Wasser aus dem Stichkanal in die Hase. Eine Großpumpe vom THW in Lingen, die bereits beim Moorbrand im Emsland zum Einsatz gekommen war, sowie weitere kleinere Pumpen sorgen dafür, dass seit Mittwochabend bereits rund 1, 1 Millionen Liter pro Stunde in die Hase umgeleitet worden sind, wie Zugführer Oliver Schauer vor Ort erklärte. Bis Freitagabend soll der Betrieb im Zwei-Schicht-System rund um die Uhr weitergehen. Dann will die Stadt schauen, wie sich die Situation verändert hat.

Unterstützung erhält das THW in der Zwischenzeit von der Feuerwehr, die ihre Einsatzorte am Natberger See sowie in der Stadt verlassen habe und nun weitere 500 000 Liter in die Hase pumpen würde, so Gerdts. Ausschlaggebend für den Abzug der Feuerwehrkräfte sei die positive Entwicklung beim Sauerstoffgehalt gewesen. Die Stadt, so Gerdts, habe entlang des Flusses zwischen dem Eintrittsort in die Hase und der Römereschstraße jeden Kilometer Proben entnommen und diese über einen Zeitraum von 24 Stunden verglichen. Der Sauerstoffgehalt hat sich mittlerweile annähernd normalisiert″, sagt Gerdts und bezieht sich dabei auf das Teilstück zwischen Fledder und Hafen. Eine weitere Verdünnung in diesem Bereich sei nicht nötig.

Schaum auch in Bramsche

Am frühen Donnerstagmorgen, gegen 4.30 Uhr, hätte sich erstmals Schaum an der Stelle gebildet, an der das THW nun Wasser vom Stichkanal in die Hase pumpt. Dem Anschein nach, so Gerdts, habe es mehr als zwei Tage gedauert, bis das mit Chemikalien versetze Wasser dort angekommen sei, das sich nun weiter in Richtung Bramsche bewege.

Wie der Landkreis Osnabrück auf Nachfrage bestätigte, sei dort über den Mittellandkanal bereits Wasser in die Hase geleitet worden drei Kubikmeter pro Sekunde. In Rücksprache mit dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt sei die Wasserzufuhr zunächst aber wieder gestoppt worden. Einerseits, um den Wasserstand für die Schifffahrt hoch genug zu halten, andererseits, um ausreichend Reserven für eine mögliche weitere Verdünnung zu haben.

Kurze Zeit später erklärte der Landkreis dann, dass in Bramsche bereits Schaum auf der Hase gesichtet worden sei, jedoch noch keine toten Fische. Das behalten wir im Auge und ergreifen bei Bedarf Gegenmaßnahmen″, erklärte Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff.

Fische eingesammelt

Unterdessen sollen die ersten Fische aus der Hase eingesammelt worden sein. Der zuständige Unterhaltungsverband Nr. 96 Hase - Bever″ werde sich in den kommenden Tagen darum kümmern, die toten Lebewesen aus dem Fluss zu fischen, die dann in einem Fachbetrieb in Icker entsorgt werden sollen, sagte Detlef Gerdts bereits bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Unterstützung bekommt der Unterhaltungsverband von der Feuerwehr, die entsprechende Boote zur Verfügung stelle.

Wie Gerdts am Donnerstag erklärte, soll es sich um sehr große Fischmengen handeln, die nach und nach entlang der Hase eingesammelt werden würden. Der Fluss gilt als tot. Bis sich wieder Lebewesen darin angesiedelt haben, dürften laut dem Experten rund zwei Jahre vergehen.

Bildtext:
Seit Mittwochabend pumpt das THW über eine Million Liter Wasser vom Stichkanal in Eversburg in die Hase, um das Flusswasser weiter zu verdünnen.
Fotos:
Michael Gründel, David Ebener
Autor:
Andre Pottebaum


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