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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fahrlässige Brandstiftung vermutet
 
Fahrlässige Brandstiftung?
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Staatsanwaltschaft ermittelt nach Großbrand / Tote Fische in der Hase
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Nach dem Großbrand in einem Osnabrücker Gewerbegebiet am Montag ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Ein Mitarbeiter von einem der beiden in Flammen aufgegangenen Unternehmen soll ersten Ermittlungen zufolge mit einem Gasbrenner Unkraut abgeflammt und dabei den Brand verursacht haben. Er kam mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Umweltschäden. Bei den Löscharbeiten war Schaum in die Hase gelangt. Am Dienstag war in der Stadt ein weißer Schaumteppich auf dem Fluss zu sehen. Tote Fische trieben im Wasser. Dabei hatte die Stadt versucht, eine Gewässerverunreinigung zu verhindern, und 200 000 Liter verunreinigtes Wasser in Tankwagen aufgefangen.

Osnabrück Nach dem Brand bei einem Autohändler und einem benachbarten Chemieunternehmen in Osnabrück-Fledder hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen. Derweil sind die Löscharbeiten vor Ort abgeschlossen. Am Dienstag wurde klar: Kontaminiertes Wasser war in die Hase gelangt und hatte ein Fischsterben verursacht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe ein Mitarbeiter des Autohauses versucht, mit einem Gasbrenner Unkraut zu entfernen. Dabei sei ein Feuer entstanden, das sich über gelagerte Cabrio- und Schaumstoffe ausgebreitet und letztlich auf das Gebäude übergegriffen habe. Der mutmaßliche Verursacher wurde bei Löschbemühungen erheblich verletzt und befinde sich im Krankenhaus, so die Staatsanwaltschaft.

Zwei Gebäude zerstört

Beim Autohändler Holtmeyer an der Gesmolder Straße war das Feuer am Montagmittag gegen 12.10 Uhr ausgebrochen. Das Gebäude stürzte später ein. Das Feuer griff auf eine etwa 900 Quadratmeter große, direkt angrenzende Industriehalle der Firma Belkola über, die nach eigenen Angaben Hygiene- und Reinigungsmaschinen sowie chemische Reinigungsmittel produziert. Die Rauchwolke war weithin sichtbar. Die Halle wurde durch das Feuer gänzlich zerstört. Insgesamt wurden zwei Menschen verletzt.

Das Feuer ist derweil gelöscht, sagte Dietrich Bettenbrock, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Osnabrück, unserer Redaktion. Bis in die Mittagsstunden am Dienstag hätten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Haste weitere Glutnester entdeckt und gelöscht. Am Nachmittag galt der Brand als gelöscht, die Feuerwehr blieb mit nur noch wenigen Kräften vor Ort primär für die eigenen Aufräumarbeiten.

Hase verunreinigt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch wegen Umweltschäden, da bei den Löscharbeiten durch Chemikalien kontaminiertes Wasser sowie Löschschaum in die Hase gelangt waren und und ein Fischsterben verursachten.

Am Dienstag war in der Osnabrücker Innenstadt durch die Tenside im Wasser viel Schaum auf der Hase zu sehen sowie viele tote Fische vom Eintrittspunkt in Fledder bis zur Wachsbleiche im Stadtteil Hafen. Die Stadt muss die toten Fische nun entsorgen.

Das durch Chemikalien kontaminierte Löschwasser war über die Regenwasserkanalisation in ein nahe gelegenes Regenklärbecken aus Beton gelangt und letztlich durch ein unterirdisches Abflussrohr in die Hase. Der Fluss verläuft nördlich der beiden abgebrannten Unternehmen

Bei der Abdichtung des Regenklärbeckens im Bereich der Ackerstraße hatte es aufgrund eines technischen Defekts ein Leck gegeben, sagte Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz. Am Dienstag sei die undichte Stelle gefunden und abgedichtet worden. Nun kann nichts mehr in die Hase″, versicherte Gerdts am Vormittag. Wie viel kontaminiertes Wasser letztlich durchgesickert sei, lasse sich nicht klären. Aber wohl nicht ganz wenig″, so Gerdts. Wir hatten die Hoffnung, es komplett im Griff zu haben.″

Um die Umweltschäden einzugrenzen, pumpe die Feuerwehr nun Wasser aus dem Schönungsbecken des Klärwerks Eversburg in die Hase, um das Hasewasser zu verdünnen, teilte die Stadt am Dienstagnachmittag mit. Die Pumpen könnten acht Kubikmeter Wasser pro Minute in den Fluss leiten.

Der Schaum werde erst sichtbar, wenn er etwa wie an der Heinrich-Heine-Straße über ein Wehr falle, so Gerdts weiter. Im Wasser sei der Schaum gelöst. Über frisches Wasser, das der Hase zulaufe, werde sich der Schaum nach und nach entfernen. Die Stadt habe die Landkreise Osnabrück und Steinfurt sowie die Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung (NWA) über die Verunreinigung informiert.

Eine oberflächliche Reinigung würde keinen Sinn machen, so Gerdts. Das Absaugen des Schaums hätte nur einen optischen Effekt. Die Gifte können wir nicht aus dem Wasser herausbekommen des Problems können wir nicht so leicht Herr werden.″

Die Stadt hatte am Montag mehrere Tankwagen geordert, mit denen verunreinigtes Wasser und Chemikalien von Belkola aufgefangen wurden. Die Tankwagen pendelten zwischen der Brandstelle und der Bramscher Entsorgungsfirma Remondis hin und her. Dabei wurden circa 200 000 Liter aufgefangen, so Gerdts. Die Kosten für den Einsatz werde die Stadt beim Brandverursacher oder dessen Versicherung geltend machen, sagte der Fachbereichsleiter.

150 Kräfte im Einsatz

Um 12.22 Uhr am Montag hatten die ersten Einsatzkräfte die Brandstelle erreicht zehn Minuten nachdem die Feuerwehr in Kenntnis gesetzt worden war, sagte Feuerwehrchef Bettenbrock. Insgesamt waren etwa 150 Männer und Frauen an der Brandbekämpfung beteiligt.

Am späten Montagnachmittag war das Feuer in großen Teilen gelöscht. Ein Bagger rückte an, um Trümmerteile beiseitezuschieben und nach Glutnestern zu suchen. Dabei griff die Feuerwehr auf eine Drohne der Stadt zurück, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Betroffen vom Brand ist auch das Cabrio Zentrum. Mehrere Autos des Unternehmens hätten bei Mitsubishi Holtmeyer untergestanden, hatte der Inhaber unserer Redaktion gesagt.

Nach Angaben des Einsatzleiters waren die Osnabrücker Berufsfeuerwehr sowie fünf freiwillige Ortsfeuerwehren im Einsatz. Unterstützt wurden sie vom gemeinsamen Messzug von Stadt und Landkreis Osnabrück. Das teilte die Stadt Osnabrück mit. Ebenso waren Kräfte der Werkfeuerwehr VW, der Freiwilligen Feuerwehr Belm, der Werkfeuerwehr Georgsmarienhütte GmbH und des THW im Einsatz. Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Stadtmitte stellte während der Löscharbeiten den Grundschutz im Stadtgebiet sicher.

Ermittler der Polizei sowie die für Brandermittlungen zuständige Staatsanwältin verschafften sich am Dienstag einen ersten Eindruck am Brandort und nahmen die Ermittlungen auf. Die Ermittlungen werden dauern, denn zunächst müsse sichergestellt werden, dass Statik und Substanz der Gebäude ausreichten, um entsprechende Untersuchungen durchführen zu können, hieß es von der Polizei.

Die Gesmolder Straße blieb bis zum Dienstagmittag gesperrt. Bis dahin mussten die Buslinien 10 und 20 Umleitungen fahren. Seit dem Mittag bediene die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück auch wieder die Haltestelle an der Gesmolder Straße, sagte eine Sprecherin.

Bildtext:
Folge der Löscharbeiten: Weißer Schaum treibt auf der Hase und tötet die Fische.
Die Löscharbeiten in Osnabrück-Fledder sind inzwischen abgeschlossen. Unklar ist, wie Löschschaum in die Hase gelangt sein könnte. Das kleine Foto zeigt das mit Schaum belegte Gewässer an der Heinrich-Heine-Straße.
Fotos:
David Ebener, André Pottebaum
Autor:
André Pottebaum, Jörg Sanders


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