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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zoo-Elefanten erwarten Nachwuchs
 
„Rüssel voraus!″
Zwischenüberschrift:
Zoo Osnabrück erwartet doppelten Nachwuchs und plant für zwölf Millionen Euro neue Elefantenanlage
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Bald gibt es wieder Elefanten-Babys im Zoo! Doch das ist nicht die einzige Nachricht, die gestern verkündet wurde: Um den Dickhäutern künftig ein ausreichend großes Areal bieten zu können, soll ihre Anlage für zwölf Millionen Euro umgebaut werden. Dafür läuft ein großes Spendenprojekt an, an dem sich zahlreiche regionale Sponsoren beteiligen. Das Kalpatura-Elefantental″ ist vorerst das letzte Großprojekt im Zoo, der dann nach den Worten von Geschäftsführer Andreas Busemann einmal komplett runderneuert″ sein wird. Davon ahnen Douanita und Sita freilich nichts. Und doch standen sie gestern im Zentrum des Interesses sie sind in der 84-jährigen Zoo-Geschichte die ersten Elefantenkühe, die mit Jungtieren tragend sind, die auch am Schölerberg gezeugt wurden.

Osnabrück Sie steht mucksmäuschenstill und lauscht, weiß, dass Besucher da sind. Während die 33-jährige Elefantenkuh Douanita mit ihrer stattlichen Größe von gut 2, 50 Metern die Gruppe nicht aus den Augen lässt, kommt Jungbulle Minh-Tan mit seinen kleinen Stoßzähnen direkt auf sie zugetrabt und streckt seinen Rüssel aus. In naher Entfernung streift seine vier Jahre ältere Schwester umher, die sonst gräuliche Haut ist vom letzten Matschbad noch terrakottabraun verfärbt. Die zwei laben sich an satten, grünen Blättern. In friedlicher Nachbarschaft stolziert ein Paradieskranich, Stachelschweine grunzen. Eine Szenerie aus den Mangrovenwälder Asiens? Nicht ganz. Die Dickhäuter leben im Tal der Grauen Riesen″, einer dreigeteilten Außenanlage des Osnabrücker Zoos, die demnächst vergrößert und umgestaltet werden soll.

Ein weiteres Highlight in unserem auf 25 Jahre angelegten Masterplan der Runderneuerung und Erweiterung des Zoos ist das Elefantenprojekt″, sagt Zoopräsident Fritz Brickwedde. Die augenscheinliche Weite der Fläche von 3100 Quadratmetern entspräche momentan zwar noch den Anforderungen. Doch damit Jungbulle Minh-Tan während seiner Jugendzeit im Osnabrücker Zoo bleiben kann und die Großsäuger ausreichend Platz haben, müsse umgebaut und vergrößert werden. Und dann berichtet Brickwedde noch ganz stolz, dass künftig sogar noch mehr Raum benötigt wird: Beide Elefantenkühe erwarten zum Jahresende Nachwuchs.

Es sei vorerst das letzte große Puzzleteil, fügt Zoogeschäftsführer Andreas Busemann hinzu, der Zoo sei dann einmal komplett runderneuert. In Zusammenarbeit mit den Zoopartnern starten jetzt verschiedene Spendenaktionen, um den Umbau zu finanzieren so, wie es in der Vergangenheit schon häufiger geschehen ist, etwa, um dem Kult-Orang-Utan Buschi und seiner Partnerin Astrid eine neue Bleibe zu schaffen oder um dem Löwenrudel ein schöneres und geräumigeres Zuhause zu bieten.

Mit neuen Adaptionen wie beispielsweise einem großen Tempelbecken mit Wasserfall als Bademöglichkeit für die Elefanten sollen einerseits die Haltungsbedingungen der Tiere weiter verbessert werden, sodass diese die Möglichkeit bekommen, ihr Verhaltensrepertoire in einem möglichst natürlich wirkenden Lebensraum zu zeigen. Andererseits wird den Zoobesuchern durch zusätzliche Plattformen und einen Besucherrundsteg die Faszination der Tiere nähergebracht. Ganz ohne sichtbare Gitter und Gatter.

Das Kalpatura-Elefantental ist das letzte Großprojekt der Neu-Zonierung und wird die bestehende Themenwelt Angkor Wat ergänzen und in Richtung der westlichen Zoogrenze erweitern″, sagt der Zoogeschäftsführer. Dann blickt er zurück auf die coronabedingte Schließung und die damit verbundenen finanziellen Einbußen. Gleichzeitig schaut er optimistisch in die Zukunft, erläutert, wie die Finanzierung der Investitionssumme von 12 Millionen Euro gelingen kann: Wir haben ein bundesweit einzigartiges Sponsorennetzwerk von rund 200 Firmen, die uns immer wieder mit eigenen, aber auch anderen Aktionen unterstützen. Das hat sich bereits während der Corona-Krise gezeigt.″

Die neue Kampage Rüssel voraus! Wir bauen den Elefantenpark. Mach mit! startet in Kürze und sieht vor, dass Bratwürste, Schokolade, Wein, Kaffee, Hundefutter und viele weitere Artikel von regionalen Zoopartnern vertrieben werden. Es wird ein ganzes Sortiment an Produkten zugunsten der Elefanten geben″, verrät Busemann. Die Kooperation soll dabei nachhaltig und auch langfristig aufgebaut sein. Eine leuchtend rote, origamimäßig anmutende, digitale Version eines Elefanten auf dunkelgrauem Hintergrund ziert dabei die Produkte. Gestaltet wurde das Logo von Daniel Ascencao.

Die Erlöse sollen helfen, die Kapitaldienste für die erforderlichen Investitionskredite zu stemmen. Ein Anteil der Verkaufskampagne soll zusätzlich die Verwandten von Douanita und Co. in der Wildbahn Asiens schützen″, so der Geschäftsführer weiter.

Erstmals in der 84-jährigen Geschichte des Zoos seien gleich zwei Elefantenkühe mit Jungtieren tragend, die auch am Schölerberg gezeugt wurden. Der zoologische Leiter Andreas Wulftange verfolgte mit Elefantenpfleger Daniel Menken den Zyklus. Regelmäßig schicken sie Urinproben der Weibchen ein, bereiten mit einem angepassten medizinischen Training und Stretching-Einheiten die Kühe bestmöglich auf die Geburt vor. Douanita ist eine erfahrene Mutter und wird voraussichtlich vor Sita werfen. Die kann sich dann noch ein wenig von ihrer Mutter abschauen″, sagt Wulftange. Und so wird der Alltag für die Riesenpflanzenfresser noch weitgehend normal weiterlaufen.

Nur der 47-jährige Zeugungsbulle Luka muss derzeit von der Gruppe getrennt bleiben. Er befindet sich in der Musth. So wird eine Phase genannt, in die erwachsene Elefantenbullen regelmäßig fallen und in der der Testosteron-Spiegel und damit auch die Aggressivität enorm ansteigen.

Bildtexte:
Wollen mit einer großen Spendenaktion den Umbau der Elefantenanlage ermöglichen (von links): Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann, Zoo-Präsident Fritz Brickwedde, Jens Wegmann (Geschäftsführer Neue Osnabrücker Zeitung), Ralf Geisenhanslüke (Chefredakteur Neue Osnabrücker Zeitung) und Andreas Wulftange (Zoologischer Leiter).
Gleich zwei Elefantenkühe im Zoo Osnabrück erwarten zum Jahresende Nachwuchs. Doch noch ist den Dickhäutern nichts anzusehen.
" Wir haben ein bundesweit einzigartiges Sponsorennetzwerk von rund 200 Firmen, die uns immer wieder mit eigenen, aber auch bei unseren Aktionen unterstützen. Ohne unsere Partner könnten wir den Umbau der Elefantenanlage nicht in Angriff nehmen", sagt Andreas Busemann.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Monika Vollmer


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