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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Große Waldschäden durch Dürre
Zwischenüberschrift:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt fordert Neudenken beim Wassermanagement
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die vergangenen zwei Jahre haben den deutschen Wäldern schwer zu schaffen gemacht. Austrocknende Landschaften und Missernten in der Landwirtschaft sind zwei der gravierenden Folgen. Wie stark ist Deutschland betroffen und was lässt sich gegen den Wassermangel unternehmen? Wir sind in der Situation, dass Wasser in Deutschland ein knappes Gut ist. Das verschärft die Konkurrenz um Wassernutzung″, erklärte Alexander Bonde, der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), auf der Jahrespressekonferenz. Die Trockenheit und der damit einhergehende Wassermangel haben nicht nur für die Natur Folgen, auch der Mensch ist durch Landwirtschaft und Industrie direkt betroffen.

Maximilian Hempel, Abteilungsleiter Umweltforschung und Naturschutz, kennt die Auswirkungen auf Natur und Mensch gut: Rund 70 Millionen Festmeter Schadholz stehen in den Wäldern, zwei Drittel davon sind der Trockenheit zuzuschreiben. Das sind wirtschaftliche Schäden für die Waldwirtschaft von gut zwei Milliarden Euro, nur durch die vergangenen zwei Jahre″, erklärt er.

Die Hitze wirkt sich auch auf die Gesundheit von Gewässern aus: So sind laut Hempel ganze Populationen von Lebewesen zurückgegangen, die steigenden Wassertemperaturen lassen Seen schneller umkippen. Wasserstraßen konnten laut Hempel 2018 teils nur spärlich genutzt werden: So war der Rhein wegen Niedrigwasser nur an 132 Tagen des gesamten Jahres befahrbar. Selbst die Energiebranche leidet erheblich unter der Trockenheit. Einige Kraftwerke mussten bereits ihre Produktion drosseln, weil ihnen nicht genug Kühlwasser aus anliegenden Flüssen zu Verfügung stand.

Schlecht steht es auch um das Grundwasser. Jahrzehntelang wurden Flächen und Moore mittels Gräben, Drainagen und Flussbegradigungen entwässert, um sie für die Landwirtschaft nutzen zu können. Regnet es längere Zeit nicht, wie in den Sommermonaten der letzten Jahre, trocknen die Flächen immer mehr aus, und der Grundwasserspiegel sinkt″, erläutert Hempel.

Deswegen fordert die DBU ein Neudenken vom Wassermanagement im ländlichen Raum: Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Landnutzung″, sagte Bonde. Damit beschäftigt sich eines der von der DBU geförderten Projekte: Anstatt Landschaften zu entwässern, soll das Wasser nach Möglichkeit gehalten werden. Dazu werden Gräben wieder verschlossen oder mit Stauwerken versehen.

Ein weiteres Projekt ist das sogenannte Maßnahmenkonzept für konkurrierende Grundwassernutzung. In manchen Gebieten wird das Grundwasser mitunter von so vielen Akteuren genutzt, dass oberirdische Gewässer zeitweise trockenfallen. Am Beispiel eines Grundwasservorkommens in Nordrhein-Westfalen wurde ein Konzept erstellt, das dies verhindern soll. Darin enthalten ist unter anderem eine Ampelkarte, die als Entscheidungshilfe bei der Wasserentnahme dient. Besonders zielführend war hier eine enge Abstimmung zwischen Landwirten, Naturschützern und Wasserversorgern″, so Hempel.

Mit jährlich über 50 Millionen Euro fördert die DBU Projekte wie diese. Für das vergangene Jahr konnte die Stiftung eine gute Bilanz ziehen: So stieg die Fördersumme gegenüber dem Vorjahr um 3, 7 Millionen Euro auf 56, 7 Millionen Euro. Davon wurden vergangenes Jahr 213 Projekte unterstützt. Auch die Erträge der DBU stiegen von 95, 2 auf 99, 6 Millionen Euro in 2019.

Bilstext:
Durch die Trockenheit in den vergangenen zwei Jahren ist laut DBU ein Schaden für die Waldwirtschaft in Milliardenhöhe entstanden.
Foto:
imago images/ Kirchner-Media
Autor:
Finja Jaquet


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