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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für das Galeria-Haus gibt es schon neue Pläne
Zwischenüberschrift:
Griesert berichtet dem Rat / Immobilien an Hamburger verkauft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Chancen, die Schließung von Galeria Kaufhof in Osnabrück doch noch abzuwenden, tendieren gegen null. Das ließ Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in der jüngsten Ratssitzung durchklingen, als er von Kontakten zum mutmaßlich neuen Eigentümer der Immobilie berichtete. Dieser hat andere Pläne für das Objekt.

Griesert berichtete, er habe ein längeres Gespräch mit Arndt Geiwitz geführt, dem Generalbevollmächtigten von Galeria-Karstadt-Kaufhof (GKK). Geiwitz ist ein erfahrener Sanierer und die zentrale Figur im Schirmschutzverfahren des Kaufhauskonzerns.

Dessen Aussagen seien eindeutig gewesen, so der OB: Das Haus in Osnabrück spiele in den Zukunftsplänen von GKK keine Rolle mehr. Aus mehreren Gründen: Der Standort an der Wittekindstraße ist nach Einschätzung des Generalbevollmächtigten nur eine B-Lage″. So zitierte Griesert ihn in der Ratssitzung. Die Miete sei im Vergleich zu anderen Standorten enorm hoch″, der Mietanteil am Umsatz in einem ungesunden Verhältnis″. Als gesund gelte ein Anteil von acht Prozent, der in Osnabrück verfehlt werde.

Der wichtigste Grund für die Aufgabe liegt aber offenbar im Verhalten des Eigentümers der Immobilie. Nach Grieserts Angaben befindet sich die Liegenschaft in Besitz der Apollo-Rida Poland, einer Immobiliengsesellschaft mit Hauptsitz in Warschau und einer deutschen Niederlassung in Pullach. Die Apollo-Rida wiederum soll das Osnabrücker Galeria-Haus an einen Investor aus Hamburg veräußert haben. Ein Kaufvertrag liege angeblich vor, so Griesert, die Transaktion sei aber noch nicht vollzogen.

Mietvertrag bis 2022

Die Mietvertrag von Galeria Kaufhof läuft 2022 endgültig aus. Der Investor aus Hamburg hat nach den Worten des Oberbürgermeisters ein eigenes Verwertungsinteresse″ und arbeitet an Konzepten für eine Nachnutzung der Immobilie. Die Stadt stehe in Gesprächen mit dem Unternehmen, das zugesagt habe, der Stadt die Pläne vorzulegen, sobald diese ein konkretes Stadium erreicht hätten.

Vor diesem Hintergrund habe der GKK-Generalbevollmächtigte Geiwitz der Stadt geraten, die Bemühungen um einen Erhalt des Kaufhauses aufzugeben und die Energie auf einen anderen Aspekt zu konzentrieren: auf die geplante Transfergesellschaft. Auch Geiwitz hält es nach Grieserts Worten für sinnvoll, die Laufzeit der Gesellschaft, die die Galeria-Beschäftigten auffangen und bei der Suche nach einem neuen Job begleiten soll, auf ein Jahr zu verlängern.

Das ist auch der Kern des Beschlusses, den der Rat am Dienstagabend auf Vorschlag der SPD-Fraktion fasste. Darin werden der Bundesarbeitsminister und die Bundesagentur für Arbeit aufgefordert, die Laufzeit der Transfergesellschaft um ein halbes Jahr zu verlängern und die nötigen Mittel dafür bereitzustellen. Die Beschäftigten, die in die Transfergesellschaft wechseln, erhalten 60 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts von der Bundesagentur, 13 Prozent legt der Kaufhaus-Konzern obendrauf.

Wegen der Corona-Pandemie agiert der Einzelhandel zurzeit vorsichtig, verschiebt Investitionen und stellt weniger Personal ein. Deshalb wäre es sinnvoll, die Galeria-Beschäftigten länger in der Transfergesellschaft betreuen zu können, sagen SPD, Linke und die Gewerkschaft Verdi.

Linke schlagen Gipfel vor

Darüber hinaus soll die Verwaltung einen Innenstadtgipfel einberufen, wo unter Beteiligung der Gewerkschaft Verdi, der Betriebsräte, des Einzelhandels, der Interessengemeinschaften, der IHK und der Wirtschaftsförderung beraten werden soll, wie die Schließung von Galeria Karstadt Kaufhof aufgehalten werden kann und welche anderen Maßnahmen ergriffen werden können″.

Der Gipfel geht auf eine Anregung der Linkspartei zurück. In welcher Form er stattfinden kann, wollen die Fraktionen auch am kommenden Montag besprechen. Dann kommen die Fraktionsspitzen zu einer turnusmäßigen Abstimmungsrunde zusammen. Frank Henning (SPD) sagte, der Blick müsse dabei über Galeria Kaufhof und das Neumarkt-Desaster hinausgehen und auf die Gesamtlage des Einzelhandels in Osnabrück gerichtet sein.

Bildtext:
Das war es dann wohl für Galeria Kaufhof in Osnabrück: Die Filiale spielt in den Zukunftsplänen der Gruppe keine Rolle mehr.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Wilfried Hinrichs


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