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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Genug Gründe gegen die Freileitung?
Zwischenüberschrift:
Treffen in Schledehausen: Politik und Bürger wollen so viel Erdkabel wie möglich
Artikel:
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Originaltext:
Bissendorf Der CDU-Bundestagsabgeordnete André Berghegger besuchte jetzt die Bürgerinitiative Keine 380-kV-Freileitung am Teuto″. Nach Festlegung der Planungsbehörde wird die Trasse über den Korridor B″ und damit an Schledehausen und der Schelenburg vorbeiführen.

Mit dem Abschluss des raumplanerischen Verfahrens steht seit Ende Mai der Korridor fest, in dem der Stromnetzbetreiber Amprion eine 380-kV-Höchstspannungsleitung von Bad Essen-Wehrendorf zum Umspannwerk Osnabrück-Lüstringen führen will. Die Landesplanungsbehörde favorisiert die als Korridor B″ bezeichnete Route, die unter anderem an Schledehausen und der Schelenburg vorbeiführen wird. Damit liegt jetzt der Ball bei Amprion″, sagte Bundestagsmitglied André Berghegger aus Melle. Er war auf Einladung der Bürgerinitiative Keine 380-kV-Freileitung am Teuto″ nach Krevinghausen gekommen, um sich vor Ort die Landschaft anzuschauen, durch die möglicherweise künftig die Freileitung mit bis zu 85 Meter hohen Strommasten führen wird.

Problemfall Schelenburg

Das wollen die Anwohner unbedingt verhindern. Sie fordern von Amprion, die Leitung in ihrem Bereich als Erdkabel unter der Erde zu verlegen. Gründe gibt es aus Sicht der Anwohner genug: Einerseits führten bereits einige Stromleitungen durch die Region, andererseits werde das Unternehmen Probleme haben, die im Umland geltende 200-Meter-Abstand-Regel rund um die allein stehenden Häuser einzuhalten. Zudem werde eine große Freilandleitung die Gegend verschandeln″. Besonders schwierig dürfte die Situation rund um die Schelenburg werden. Das Wasserschloss ist eines der Wahrzeichen des Landkreises und steht als Ensemble unter Denkmalschutz.

Voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres erwarten Berghegger und die Bissendorfer den Entwurf der Planfeststellung. In ihm muss der Netzbetreiber genau festlegen, wo die einzelnen Standorte der Masten geplant sind und wo konkret Freileitung oder Erdkabel vorgesehen sind. Leider ist es wahrscheinlich, dass Amprion so viel Freileitung wie möglich planen wird″, vermutete Berghegger. Immerhin schreibe das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) eine möglichst wirtschaftliche Planung vor.

Trotzdem gebe es Gründe, die Kabel auf der Trasse unterirdisch zu verlegen. Um möglichst viel Erdkabel zu bekommen, sollten sich die Anwohner immer wieder Gehör verschaffen, schlug Berghegger vor. Zwölf Kilometer habe man so schon erkämpft mehr sei bei entsprechender Arbeit durchaus möglich. Die Hoffnung des Bissendorfer Bürgermeisters Guido Halfter eine Art Lex Bissendorf″, mit der das EnLAG zugunsten der Region geändert würde –, musste er jedoch zerschlagen: Das EnLAG sei beschlossen und die Änderung vor sechs Jahren, die aus der Trasse nach Osnabrück eine Pilotstrecke für die Erprobung einer Teilerdverkabelung machte, die letzte große Änderung.

Streitigkeiten drohen

Auf die Möglichkeiten einer Pilotstrecke setzen jetzt die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie wollen in den nächsten Monaten möglichst viele Entscheidungsträger in die Region holen und sie von den Vorteilen des Erdkabels überzeugen. Parallel dazu versucht die Initiative derzeit, möglichst alle Grundeigentümer entlang der Trasse zusammenzuführen. Die Hoffnung: Wenn alle Eigentümer die Verlegung eines Erdkabels unterstützen, könnte Amprion bereit sein, eine entsprechende Lösung in Betracht zu ziehen.

Rechtsstreitigkeiten drohen dem Unternehmen ohnehin. Die Gemeinde Bissendorf hat sich für das anstehenden Planungsverfahren bereits fachanwaltliche Unterstützung gesichert. Wir haben gar keine Möglichkeit, Hunderte Seiten Planungsunterlagen zu sichten und zu würdigen″, sagte Halfter. In jedem Fall werde die Gemeinde alles tun, um möglichst überall eine Erdverkabelung zu erreichen.

Bildtext:
Der Bundestagsabgeordnete Dr. André Berghegger (links) traf am Montagabend mit Aktivisten der Bürgerinitiative Keine 380-kV-Freileitung am Teuto″ und Anwohnern der geplanten 380-kV-Höchststromleitung zusammen.
Diesen Ausblick auf Schledehausen wird man von Krevinghausen aus als vielleicht nicht mehr haben. Amprion plant in dieser Region eine neue 380-kV-Höchstspannungsleitung.
Foto:
Robert Schäfer
Autor:
Robert Schäfer


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