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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dauerhaftes Provisorium?
Zwischenüberschrift:
Warum der nutzlose Bushaltesteig an der Lyrastraße nicht entfernt wird
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die provisorische Bushaltestelle vor den ehemaligen Räumen vom Rohlfing Musikland″ wird weiterhin die Lyrastraße verengen. Dabei wird sie schon seit Monaten nicht mehr genutzt. Das sorgt für Verärgerung und laut einem Immobilienbesitzer sogar für Leerstand.

Erst im Januar hatte das in den ehemaligen Räumen von Rohlfing Musikland″ am Neuen Graben eröffnete Möbelgeschäft Impressionata″ seine Türen geöffnet, wo zuvor jahrelang Klaviere und Flügel verkauft wurden. Mitte März wurde Impressionata″ auf dem Firmenschild über dem Eingang warb man in etwas eigenwilliger Schreibweise mit Wohlfülen im neuen Stil″ im Zuge des Corona-Lockdowns dauerhaft geschlossen.

Impressionata″ war eine Filiale der aus dem ostwestfälischen Löhne stammenden und dort auch ansässigen Usta K& K Handels-GmbH. Wir hatten aufgrund von Corona geschlossen und werden aus demselben Grund auch nicht mehr öffnen″, sagte ein Mitarbeiter der Firma auf Nachfrage unserer Redaktion. Die im Osnabrücker Laden angestellte Mitarbeiterin wurde entlassen, die Verkaufsfläche ist komplett leer geräumt, und an den Scheiben des Geschäfts klebt der Kontakt zu einem Makler.

Doch der Besitzer der Räume macht sich keine Hoffnungen, dass dort bald wieder Leben einkehrt. Wer will denn unter diesen Umständen hier ein Geschäft eröffnen″, sagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Mit Umständen meint er gleich mehrere Faktoren. Da wäre zum einen der über 30 Meter lange und eigentlich als Provisorium gedachte erhöhte Busstreifen, der die kompletten Geschäftsräume an der Lyrastraße seit dem Juni 2019 flankiert. Ihren Ursprung hat er in der auf Eis gelegten Neugestaltung des Neumarkts.

Zur Erinnerung: Die Stadt wollte das Neumarkt-Dreieck zwischen Hasehaus, Ledenhof und Johanniskirche neu gestalten. Stattfinden sollten die Bauarbeiten in vier Abschnitten zwischen August 2019 bis Herbst 2021. Dafür musste auch der Busverkehr umgeleitet werden und in- folgedessen wurden an der Lyrastraße Ersatzhaltestellen errichtet. Kurzzeitig wurde die Straße auch für den motorisierten Individualverkehr gesperrt, damit Busse und Fahrräder mehr Platz haben. Letztere hatten durch den Bussteig vor Rohlfing″ zudem ihren Radfahrstreifen verloren, was anfangs ebenfalls zu Irritationen führte.

Doch noch bevor mit den Neumarkt-Bauarbeiten begonnen werden konnte, wurden sie im Sommer 2019 auch schon wieder gestoppt: Das eigentlich für die Betondecke geplante Material hatte an anderer Stelle in der Stadt nämlich am Rosenplatz Risse bekommen. Bis zur Klärung der Ursache ruhen die Pläne.

Damit wurden auch die Busumleitungen hinfällig: Bereits sechs Wochen nach ihrem Aufbau wurden die provisorischen Ein- und Umstiegspunkte an der Lyrastraße Mitte August wieder aufgegeben, so ein Sprecher der Stadtwerke Osnabrück. Die Erhöhung direkt vor dem Geschäft blieb jedoch bestehen und erfüllt keinen Zweck: Vom Bürgersteig ist sie durch Barken abgetrennt, für Radfahrer gesperrt. Aktuell verengt sie nur die Straße.

Ob an dieser Stelle jemals wieder Haltestellenpositionen aufgebaut werden, hängt vom weiteren Verlauf der Neumarkt-Entwicklungen ab″, sagt der Sprecher der Stadtwerke. Die Entscheidung über die Buserhöhung werde jedoch nicht von den Stadtwerken getroffen, sondern von den zuständigen Mitarbeitern bei der Stadt.

Die provisorischen Bussteige wurden zunächst nicht zurückgebaut, um das Ergebnis der Abstimmungen mit der für die Planungen der Platzgestaltung beauftragen Arbeitsgemeinschaft abzuwarten. Es wäre unwirtschaftlich gewesen, den provisorischen Bussteig zu entfernen und eventuell nach kurzer Zeit wieder neu zu errichten, wenn die Baumaßnahme Neumarkt/ Johannisstraße es erfordert hätte″, sagt Gerhard Meyering vom Presseamt der Stadt.

Der jetzige Kenntnisstand zu den weiteren technischen Planungen und zur zeitlichen Abfolge am Neumarkt/ Johannisstraße lässt heute noch keine abschließende Bewertung zu, ob ein Rückbau des Bussteiges infrage kommt.″ Sprich: Solange nicht über den Umbau entschieden ist, werden die Provisorien bestehen bleiben. Meyering kündigt jedoch an, dass diesbezüglich in den nächsten Wochen Entscheidungen getroffen″ werden.

Ein weiterer negativer Standortfaktor, so der Immobilienbesitzer, sei eine fehlende Ladezone seitlich am Geschäft: Obwohl an dem Standort jahrzehntelang schwere Waren wie Flügel und Klaviere verladen werden mussten″, sagt er. Das Halteverbot für die Allgemeinheit bestand an dieser Stelle immer, da dort, auch bereits vor dem Bau des provisorischen Bussteiges, ein Radfahrstreifen verläuft″, sagt Meyering.

Daran lasse sich wenig ändern: Auch im Bereich Neuer Graben bestand und besteht keine Möglichkeit, ohne Einschränkung des fließenden Verkehrs insbesondere Busse Möglichkeiten zum Be- und Entladen einzuräumen. Vor allem die hohe Verkehrsbelastung des Kreuzungsbereiches, in Verbindung mit dem engen Verkehrsraum, lässt hier zurzeit keine andere Lösung zu.″ Allerdings könne das Be- und Entladen über die Seminarstraße erfolgen. Zudem verfügt das Gebäude dort über eine eigene Zufahrt″, so Meyering. Das stimmt, sagt der Besitzer der Immobilie. Allerdings sei es dort sehr eng.

Die Punkte, die der Inhaber anspricht, decken sich mit den Erfahrungen, die Wilfried Tammen, Chef und Inhaber des Osnabrücker Traditionsunternehmens Rohlfing″, gemacht hat: Er verließ die seit 1985 genutzten Geschäftsräume im September 2019 aufgrund der fehlenden Ladezone und des Zustands des Neumarkts. Wir hauen ab aus der Innenstadt. Wir halten es hier einfach nicht mehr aus″, sagte er damals gegenüber unserer Redaktion. Heute befindet sich das Musikhaus Rohlfing″ an der Bramscher Straße.

Der Besitzer der nun wieder leer stehenden Räume in der Innenstadt kann das verstehen: An den von Herrn Tammen angesprochenen Bedingungen hat sich ja nichts verändert.″ Sein Fazit: Die Stadt Osnabrück macht es den rund um den Neumarkt noch ansässigen Gewerbetreibenden nicht leicht. Ich habe das Gefühl, es ist den Verantwortliche egal, wie und ob sich der Mittelstand an diesem Ort behaupten kann.″

Bildtext:
Der provisorische Bussteig in der Lyrastraße wird noch länger ungenutzt bleiben.
Foto:
André Havergo
Autor:
Corinna Berghahn


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