User Online: 1 | Timeout: 19:03Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
HHO investiert Millionen in Osnabrück
 
HHO baut für mehr als 20 Millionen Euro
Zwischenüberschrift:
In Osnabrück entstehen eine neue Werkstatt und ein Reha-Zentrum
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO) baut derzeit in Sutthausen und an der Knollstraße und zwar groß: Für rund 15, 5 Millionen Euro entstehen neue Werkstatt- und Bürogebäude an der Zentrale in der Sutthauser Industriestraße, und rund sechs Millionen Euro fließen in ein neues Reha-Zentrum an der Knollstraße. Zwar lässt die HHO nach Angaben von Geschäftsführer Heiner Böckmann ihre Gebäude permanent sanieren, damit sie mit den sich stetig verändernden Bedingungen in der Behindertenhilfe Schritt halten aber dies sind aktuell doch Investitionen, die aufmerken lassen. Dabei hat die HHO momentan mit der Corona-Krise zu kämpfen. Der Werkstattbetrieb lag wochenlang brach und läuft nur langsam wieder an. Es bestehe die Gefahr, dass Kunden absprängen, so Böckmann.

Osnabrück Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO) investiert aktuell Millionensummen in neue Gebäude in der Knollstraße und an der Zentrale in Sutthausen. Die Projekte waren lange vor der Corona-Krise angelaufen. Doch die macht sich auch finanziell bemerkbar.

Corona-Herausforderung: 2250 Menschen mit Behinderungen beschäftigt die HHO in den Osnabrücker Werkstätten in Stadt und Landkreis Osnabrück. Sie montieren, verpacken, zimmern Spielgeräte für Spielplätze, erledigen einfache Konfektionierarbeiten für elektrische Geräte, verarbeiten Metall und vieles mehr.

Mitte März lag plötzlich alles auf Eis. Wegen der Corona-Pandemie hatte das Land Niedersachsen ein Betretungsverbot für Werkstätten ausgesprochen. Und das hatte nicht nur Konsequenzen für die Beschäftigten, die plötzliche ohne ihre gewohnte Tagesstruktur waren, und für ihre vielfach überforderten Angehörigen. Auch wirtschaftlich macht sich der Stopp des Werkstattbetriebes bemerkbar. Wir konnten nicht mehr alle Kunden bedienen″, sagt HHO-Geschäftsführer Heiner Böckmann. Wenn wir Pech haben, springen welche ab.″

Seit dem 25. Mai hat das Land Niedersachsen die Werkstätten wieder öffnen lassen für maximal 50 Prozent der Beschäftigten. Doch so schnell hätten die Werkstätten gar nicht reagieren können, gibt Böckmann zu bedenken. Die Hygienemaßnahmen mussten geplant werden, dasselbe gelte für sämtliche Bustouren, die neu organisiert werden müssten. Die Beschäftigten würden zurzeit angeschrieben, so Böckmann. Sie dürfen frei entscheiden, ob sie wieder kommen möchten.″ Ab dem 22. Juni soll laut dem aktuellen Stufenplan des Landes Niedersachsen die 50-Prozent-Regelung wegfallen.

Neubau in Sutthausen: Unabhängig von der Corona-Krise ist der Werkstattbetrieb im Umbruch. Die HHO mit ihren rund 1800 Mitarbeitern baut derzeit für 15, 5 Millionen Euro ein neues Werkstatt- und Verwaltungsgebäude in Sutthausen. Im Sommer 2021 soll es fertig sein.

Die früheren Werkstattgebäude waren fast 50 Jahre alt. Von der alten Werkstatt steht nur noch ein kleiner Teil und beim neuen Gebäudekomplex werden die Werkstattplätze um 150 reduziert, erläutert HHO-Geschäftsführer Böckmann. Im Gegenzug sei die Zahl der Beschäftigten, die nicht mehr in den Werkstätten, sondern in ausgelagerten Arbeitsplätzen tätig sind, gestiegen.

Sie arbeiten nicht in den klassischen Behindertenwerkstätten, sondern etwa im Stadtgalariecafé der HHO, in Cafeterien oder in der freien Wirtschaft, etwa in der Industrie und im Handel. Auch dort werden sie von HHO-Mitarbeitern begleitet, es bedeutet aber ein Stück mehr Inklusion und die Chance auf den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt. Derzeit sind laut HHO 280 Menschen mit Behinderung extern beschäftigt, in den vergangenen zehn Jahren konnten 46 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen.

Neubau an der Knollstraße: Für rund sechs Millionen Euro baut die HHO außerdem an der Knollstraße 86 ein Reha-Zentrum für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Das Zentrum für Rehabilitation und Eingliederung (ZRE) soll nach Fertigstellung von der Knollstraße 167/ Ecke Hesselkamp dorthin umziehen. Schon seit mehr als 30 Jahren hilft das Zentrum psychisch Kranken ambulant und stationär, wieder in den Beruf zurückzukehren. Gesellschafter des Zentrums ist der Osnabrücker Verein zur Hilfe für seelisch behinderte Menschen. Der Altbau war in die Jahre gekommen, und der Verein sei von der Deutschen Rentenversicherung verpflichtet worden, in einen Neubau zu ziehen, erläutert HHO-Geschäftsführer Böckmann. Alleine hätte der Verein das nicht stemmen können. Es ist das erste Mal, dass die HHO bei einem so großen Bauprojekt als Partner einer anderen Einrichtung auftritt. Eine Kooperation gab es vorher schon, künftig wolle man verstärkt zusammenarbeiten, so Böckmann.

Ende 2021 soll das neue Reha-Zentrum an der Knollstraße fertig sein. Neben 26 Einzelzimmern im stationären Teil werden zusammen mit dem ambulanten Bereich 44 Reha-Plätze zur Verfügung stehen.

Finanzierung: Von 2010 bis 2019 hat die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück fast 30 Millionen Euro in den Neubau oder in die Sanierung ihrer Einrichtungen und Gebäude gesteckt. Nur im Bereich des stationären Wohnens gibt es einen Rückgang, denn immer mehr Menschen mit Behinderung wohnen eigenständig sofern sie eine bezahlbare Wohnung finden und werden ambulant begleitet. Die Zahl der ambulanten Begleitungen durch die HHO ist laut Böckmann in zehn Jahren von 50 auf 1000 gestiegen.

Finanziert werden die meisten millionenschweren Bauprojekte über einen langen Zeitraum durch das Land Niedersachsen über die Belegung der Plätze. Beschäftigt die HHO etwa einen Menschen mit Behinderung in ihren Werkstätten, ist im Tagessatz ein Anteil für die Investitionen enthalten. Die Orientierungswerte beim Landessozialamt seien allerdings 30 Jahre alt, gibt Böckmann zu bedenken.

Noch sei offen, wie die Corona-Auswirkungen finanziert werden sollen. Wir haben immense Mehrkosten allein durch die Hygienepläne″, sagt HHO-Prokurist Jörg Richter. Weitere Projekte habe die HHO erst einmal auf Eis gelegt, so Böckmann. Der Geschäftsführer gibt sich trotzdem optimistisch: Ich gehe positiv davon aus, dass wir durch die Corona-Krise kommen. Doch Einschnitte wird es geben.″

Bildtext:
In Sutthausen baut die HHO zwei neue Werkstattmodule und ein Bürogebäude. An der Knollstraße ist dagegen ein neues Reha-Zentrum geplant (Foto links), die Bauarbeiten haben angefangen.
Fotos/ Grafik:
Gert Westdörp/ Dälken/ Jörn Martens
Autor:
Sandra Dorn


Anfang der Liste Ende der Liste