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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schnee schippen, aber nicht überall
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke lassen sich auf Kompromiss ein: Winterdienst für 60 von 700 Haltestellen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Wer Anlieger einer Bushaltestelle ist, muss weiterhin Schnee und Eis entfernen, damit die Fahrgäste nicht ausrutschen. Für 60 ausgesuchte Haltestellen haben die Stadtwerke jetzt eine Reinigungsfirma mit dem Winterdienst beauftragt. Eine Lösung, die weiterhin große Unzufriedenheit schürt.

Je tiefer die Temperaturen, desto hitziger die Diskussion über die Reinigungspflicht an Bushaltestellen. Anlieger finden es lästig und ungerecht, dass ihnen das Schneefegen und Streuen auferlegt wird. Im Rat gibt es parteiübergreifend Verständnis dafür. Doch die Überlegung, den Winterdienst auf die Stadtwerke zu übertragen, sei rechtlich nicht machbar, erklärte Stadtrat Horst Baier jetzt vor dem Betriebsausschuss Osnabrücker Servicebetrieb. Um die Stadtwerke nicht aus ihrer Verantwortung zuentlassen, wie es im Rat gefordert wurde, ist kürzlichder Kompromiss für die 60 Haltestellen vereinbart worden. Bei Bedarf schwärmen die Mitarbeiter des Reinigungsunternehmens Hagedorn aus, um die Wege zum Wartehäuschen und zur Bordsteinkante schnee- und eisfrei zu halten. Auf keinen Fall wollten sich die Stadtwerke aber darauf einlassen, diese Premium-Dienstleistung für alle 700 Haltestellen in Osnabrück anzubieten. Die Kostenbelastung für den Nahverkehr sei nicht tragbar, lautet die Begründung. Außerdem seien die Stadtwerke ja nicht die einzigen Nutzer, argumentiert Pressesprecher Marco Hörmeyer. Auch die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) nutze die Haltestellen. Die Stadtwerke haben sich nach den Worten von Marco Hörmeyer auf den Kompromiss eingelassen, weil die 60 Haltestellen überdurchschnittlich genutzt würden. Der Mehraufwand werde im Interesse von Sicherheit und Kundenservice in Kauf genommen. Eine Ausweitung lehnen die Stadtwerke jedoch ab. Jetzt fragen sich die Anlieger der 640 übrigen Haltestellen, warum sie weiterhin für die Fahrgäste Schneeschippen sollen. Zu deren Fürsprecher machte sich der CDU-Politiker Josef Thöle im Betriebsausschuss: Es gehe nicht an, dass man 60 Haltestellen rausnimmt″. Die Sache müsse weiter beraten werden. Unzufrieden ist aber auch der Personalrat des Osnabrücker Servicebetriebes. Es se i„skandalös″, dass ein privates Unternehmen den Auftrag bekommen habe, erklärte dessen Sprecher Wilhelm Koppelmann. Stadtrat Horst Baier erklärte die Entscheidung mit den Kosten. Der Servicebetrieb habe 99 000 Euro für die Reinigung der 60 ausgesuchten Haltestellen kalkuliert. Das private Unternehmen sei nun einmal billiger, hieß es.

Bildtext:
Am Neumarkt gibt es keinen Streit über die Räumpflicht am Bussteig. Aber für die meisten Haltestellen im Stadtgebiet sind dieAnlieger verantwortlich. Das Foto entstand im Winter vor einem Jahr.
Foto:
Klaus Lindemann

KOMMENTAR
Alle oder keiner

Gerechtigkeit lässt sich manchmal auch mit großem Aufwand kaum herstellen. Die Reinigungspflicht an Bushaltestellen ist ein Musterbeispiel dafür. Es lässt sich kaum nachvollziehen, dass einzelnen Anliegern eine Arbeit aufs Auge gedrückt wird, von der fast nur die anderen profitieren. Das hat der Rat erkannt und nach einer besseren Lösung gesucht. Der Kompromiss, den die Verantwortlichen mit den Stadtwerken ausgehandelt haben, ist zwar für 60 Betroffene eine Verbesserung. Aber jetzt werdensich die 640 anderen fragen, warum sie den Premiumservice nicht in Anspruch nehmen dürfen. Alle oder keiner das ist gerecht. rll@ noz.de
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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