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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Korridor für 380-kV-Leitung steht fest
Zwischenüberschrift:
Trasse zwischen Wehrendorf und Lüstringen / Keine Freileitung vor der Schelenburg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Bissendorf Sechseinhalb Jahre nach dem Start der Planungen für die 380-kV-Leitung zwischen Osnabrück-Lüstringen und Bad Essen-Wehrendorf steht nun der grobe Verlauf inklusive Erdkabelabschnitten fest. Das Raumordnungsverfahren ist abgeschlossen und Bissendorf darf weiter hoffen, dass ein großer Teil der Trasse unter die Erde kommt.

Wie erwartet, soll der Übertragungsnetzbetreiber Amprion die Leitung im mittleren von drei untersuchten Korridoren bauen, nämlich in Korridor B. Das hat das Amt für regionale Landesentwicklung Niedersachsen in seiner landesplanerischen Feststellung vom 28. Mai verfügt. Im dicht besiedelten Osnabrücker Stadtgebiet kommt die Leitung wie aus der Stadt gefordert unter die Erde. Der Wunsch der Gemeinde Bissendorf, dass das Land auch in ihren Grenzen eine weitgehende Erdverkabelung anordnet, wird nur auf den ersten Blick nicht erfüllt. Der Denkmalschutz für die historische Schelenburg könnte einer weiteren Erdverkabelung den Weg bahnen.

Der Trassenkorridor: Der 20, 2 Kilometer lange Abschnitt in der landesplanerischen Feststellung verläuft zunächst 8, 4 Kilometer lang vom Umspannwerk in Osnabrück-Lüstringen unter der Erde in Richtung Wissingen und taucht erst westlich von Jeggen zwischen Hengstbrink und Wissingen wieder an die Oberfläche. Als Freileitung auf Masten geht es dann weiter nordwestlich an Schledehausen vorbei bis zu dem Punkt, wo sich in Krevinghausen die bestehenden 110- und 220-kV-Leitungen miteinander verbinden. Ab diesem Punkt wird die Leitung in der Trasse der bestehenden 220-kV-Leitung bis zum Umspannwerk Wehrendorf weitergeführt. Die 220-kV-Leitung wird dafür abgebaut und durch die 380-kV-Leitung ersetzt.

Wohlgemerkt: Dieser Trassenkorridor ist mehrere Hundert Meter breit. Der exakte Trassenverlauf wird nun im Planfeststellungsverfahren festgelegt. Und da ist es nicht unwahrscheinlich, dass die räumliche Situation rund um die Schelenburg dazu führt, dass eine noch viel längere Strecke unter die Erde kommt.

Die Bedeutung der Schelenburg: Amprion hatte zuletzt Computeranimationen erstellt, die andeuten, wie sehr die Strommasten in den Freileitungsabschnitten die Landschaft prägen würden. Der Blick auf die Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert wäre nicht mehr derselbe.

Daher hat das Landesamt festgestellt, dass eine Freileitung in dem von Amprion beantragten Korridor wegen der Vorgaben des Denkmalschutzes fachrechtlich nicht zulässig ist″. Für einen 2, 9 Kilometer langen Abschnitt muss eine Lösung her. Nun soll im Zuge des Planfeststellungsverfahrens eine Verschiebung nach Westen weiter weg von der Schelenburg geprüft werden. Nur: Dann wird es wegen der dort stehenden Wohnhäuser eng. Im Außenbereich muss eine Hochspannungsleitung einen Mindestabstand von 200 Metern einhalten. Wo das nicht geht, muss sie unter die Erde gehen.

Hoffnung auf mehr Erdkabel: Amprion wird hoffentlich gezwungen sein, dort Erdkabel zu verlegen″, sagt Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter mit Blick auf den Bereich an der Schelenburg. Und wenn die Erdkabeltrasse dann, aus Osnabrück kommend, schon bis nördlich von Schledehausen verlängert wäre, würde es Sinn machen, auch die restliche Strecke bis mindestens zur Gemeindegrenze in die Erde zu bauen. Denn auch dort gibt es sogenannte Engstellen: Das sind Bereiche, in denen der Mindestabstand zu Wohnhäusern und Siedlungen nicht eingehalten werden kann. In die landesplanerische Feststellung hat das Landesamt einen entscheidenden Satz geschrieben: In diesem Zuge ist zu prüfen, ob weitere im Korridor B liegende Engstellen in diesen Teilerdverkabelungsabschnitt einzubeziehen sind.″

So geht es weiter: Das langwierige Raumordnungsverfahren war erst die Vorarbeit zum eigentlichen Planfeststellungsverfahren, in dem die Trasse exakt festgelegt wird. Von dem Korridor geht es nun also ins Detail. Amprion ist am Zug, die Antragsunterlagen dafür vorzubereiten und einzureichen, übrigens fast zeitgleich zum weiteren südlichen Abschnitt von Lüstringen durch die Kommunen Hilter und Melle bis zur Landesgrenze nach NRW. Für diesen zweiten Abschnitt hatte das Land das Raumordnungsverfahren schon Ende Februar abgeschlossen. Zuständig ist im Planfeststellungsverfahren wie auch bei Autobahnbauten die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Im Planfeststellungsverfahren werden wir um jeden Meter Erdkabel ringen″, betonte Bissendorfs Bürgermeister Halfter.

Der Zeitplan: Amprion sei schon seit einem letzten Erörterungstermin im Dezember 2019 dabei, die Antragsunterlagen für das Genehmigungsverfahren vorzubereiten, sagt Pressesprecher Michael Weber. Dafür müssen unter anderem Gutachten erstellt und Baugrunduntersuchungen gemacht werden. Die Einreichung der Antragsunterlagen bei der Behörde sei für 2021 geplant. Dann geht das Planfeststellungsverfahren seinen Gang: Die Öffentlichkeit wird beteiligt, Stellungnahmen gehen ein, werden ausgewertet und so weiter. Am Ende steht dann wieder analog zu Straßenbauprojekten ein Planfeststellungsbeschluss. Amprion geht von zweieinhalb bis drei Jahren Bauzeit aus. Für die Inbetriebnahme der Leitung zwischen Wehrendorf und Lüstringen peilt der Netzbetreiber aktuell laut Weber das vierte Quartal 2026 an.

Bildtext:
So nicht: Freileitungen, die den Blick auf die denkmalgeschützte Schelenburg (Bildmitte) beeinträchtigen, hat das zuständige Landesamt für unzulässig erklärt. Amprion muss nun den Abstand zur Wasserburg vergrößern oder die Leitung unter die Erde bringen.
Foto:
Simulation: Amprion
Autor:
Sandra Dorn


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