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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wanderung zum Ursprung der Hase
Zwischenüberschrift:
Die Region zu Fuß entdecken: Unterwegs im Natur- und Geopark Terra-Vita
Artikel:
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Originaltext:
Dissen Viele Osnabrücker kennen ihre Hase natürlich in- und auswendig. Die wenigsten werden jedoch wissen, wo genau ihr Ursprung liegt. Wer den Terra-Track Von Quelle zu Quelle″ erwandert, schließt diese Wissenslücke und bekommt dazu ein paar schöne Fotomotive.

Außer zwei weiteren Fahrzeugen ist der Wanderparkplatz so gut wie leer, als ich um die Mittagszeit auf die Schotterpiste fahre. Das dumpfe Geräusch beim Schließen meines Kofferraumes hallt durch die Stille, die lediglich gelegentlich von vorbeisausenden Autos auf der Landstraße unterbrochen wird.

Neben einer Infotafel mit der Wegstrecke fällt mir eine weitere ins Auge, die von ungewöhnlichen heimischen Waldbewohnern berichtet: Gemeiner Grottenolm (Proteidae), Weißer Rotzling (Vetus orarium), Pappiger Hopfling (Per cartam humulus). Nein, dabei handelt es sich nicht um Amphibien oder giftige Pilzarten, sondern um weitaus gefährlichere Bewohner″, wie die Tafel dem Spaziergänger suggeriert: Präservative, Taschentücher, Bierpackungen. Also Augen offen halten für einen sauberen Wald.

Gleich zum Start des Rundkurses stoße ich auf eine unerwartete Barriere. Ein Haufen abgesägter Baumstämme versperrt mir den Weg. Nur ein kleiner Durchgang ermöglicht die Passage, ein Kinderwagen hätte hier keinen Platz. Das erste Highlight″ ist nicht weit entfernt: die kleine Rehquelle! Hier ist der Name Programm, denn so richtig sehen kann man nicht, wo das Wasser aus dem Boden kommt. Aber es plätschert ein kleines Flüsschen vor sich hin. Der feuchte Bereich mit einer schützenden Krautschicht und sauberem, sauerstoffreichem Wasser ist Heimat für den in Niedersachsen gefährdeten Feuersalamander, wie eine Infotafel verrät. Etwa 150 Meter weiter, auf der anderen Seite der Rechenbergstraße und einen kleinen Hang hinunter, befindet sich die große Rehquelle. Die Informationstafel erklärt den Ursprung: Sie liegt an der Grenze von zwei unterschiedlichen Ausgangsgesteinen, Kalkgestein des Muschelkalks und Tonstein der Unterkreide. Regen- und Grundwasser laufen durch klüftigen Kalkstein und reichern sich mit Kalk an. Aufgrund des Wasser stauenden Tonsteins kommt es zum Quellwasseraustritt. Im Vergleich zur kleinen Rehquelle kann man sie durchaus als groß″ bezeichnen. Ihr Name ist vom altertümlichen Wort Rethwelle″ abgeleitet, was so viel bedeutet wie mit Schilf (Reth) bewachsene Quelle (Welle).

Das Quellwasser verbindet sich mit anderen Quellflüssen und entwickelt sich im Wasserverlauf zu einem Fluss: der Hase. Die eigentliche Hasequelle″ selbst liegt allerdings nicht direkt am Weg, sondern in etwa 1, 5 Kilometer Entfernung im offenen Acker- und Wiesenland südlich von Wellingholzhausen. Sie ist die höchstgelegene und damit offizielle″ Quelle der Hase.

Zurück zum Rundkurs: An der großen Rehquelle muss man sich entscheiden, ob man die Runde mit oder gegen den Uhrzeigersinn absolvieren möchte. Ich entscheide mich für den Weg nach links, der mich bei Kilometer 3, 2 zum nächsten Highlight″ führt: der Schwarzen Welle″ (auch Alma-Quelle genannt). Sie ist der wichtigste Wasserspender der Hase im Oberlauf und führt ihr rund 200 Liter 7 bis 9 Grad kaltes Quellwasser pro Minute zu. Hier stehen eine Schutzhütte und Bänke.

Im weiteren Verlauf komme ich zum idyllisch im Wald gelegenen Blauen See. Dieser ist an diesem Maitag aber eher braun. Seine blau schimmernde Farbe infolge des Kalkgehaltes besitzt er lediglich im Herbst und Winter.

Mal auf schmalen Waldpfaden mit teils großen Baumwurzeln, aber meist auf breiten, gut begehbaren Wegen windet sich der Rundweg durch schattigen Wald teilweise entlang der Bäche, die sich später zur Hase vereinigen. Wirkliche Steigungen sind nur zwei zu meistern. Bei jeder Gabelung weisen Markierungspfosten auf den richtigen Pfad hin, viele Bäume sind zudem mit einem roten T″ markiert. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, lädt sich die von Terra-Vita empfohlene App Outdooractive″ auf sein Smartphone und navigiert sicher mit der Offlinekarte und GPS.

Nach 170 Kilometern und einer Reise von rund sechs Tagen mündet die Hase bei Meppen in die Ems und schließlich mit der Ems in der Nordsee. Meine Reise endete nach dem Rundkurs von gut sechs Kilometern wieder auf dem Parkplatz.

Bildtexte:
Immer dem roten T auf weißem Grund nach: Niels Stern machte sich auf den Weg zum Ursprung der Hase.
Alle Wege führen nach Hause. Der Terra-Track Von Quelle zur Quelle″ ist ein 6, 3 Kilometer langer Rundweg entlang der Quellflüsse der Hase.
Ein Berg im Wandel. Während am Anfang meiner Tour noch ein Durchgang möglich war, ist am Ende alles versperrt. Man kann nur hoffen, dass die Bäume bald abgeholt werden.
Die Große Rehquelle.
Fotos:
Niels Stern

Terra-Track: Von Quelle zu Quelle

Der Terra-Track Von Quelle zu Quelle″ ist rund 6, 3 Kilometer lang, mit einem Auf- und Abstieg von 98 Höhenmetern als mittelschwer beschrieben und Teil des Natur- und Geoparks Terra-Vita.

Eine blau gekennzeichnete Alternativroute verbindet sozusagen die Alma-Quelle mit einer Gabelung 800 Meter vor dem Ende der Rundweges, mit einem Abstecher zum Blauen See.

Hier ist durch einen Schleichpfad eine Vereinigung mit dem normalen″ Pfad möglich, wodurch die Strecke erheblich verkürzt werden kann. Verzehrmöglichkeiten bietet das Restaurant Waldschänke, das etwa 500 Meter vom Weg entfernt in der Nähe des Kronensees liegt. Das gesamte Areal steht als FFH-Gebiet unter Naturschutz.

Man startet auf dem Wanderparkplatz Rechenbergstraße in Dissen. Mit dem Auto ist er, aus Richtung Osnabrück kommend, am besten über die A 33 (Abfahrt Dissen/ Bad Rothenfelde) und die Rechenbergstraße zu erreichen. Wer aus Richtung Melle kommt, kann auch die A 30 bis zur Abfahrt Melle-West nehmen und über die Wellingholzhausener und Borgloher Straße fahren.

Zwei weitere Wanderrouten haben am Wanderparkplatz ebenfalls ihren Startpunkt: Die Kalksinterterrassen, die über einen Stichweg erreichbar sind, und Karl Kalktropfen″, ein circa 2, 5 Kilometer langer Themenpfad, der Millionen Jahre Erdgeschichte durchläuft und den Zusammenhang zwischen der Entstehung des Teutoburger Waldes und den Kalksinterterrassen erläutert.
Autor:
Niels Stern


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