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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Käfighaltung″: Standpauke für Stadtelternrat
Zwischenüberschrift:
Streit um neue Schule / Politiker und Dezernenten empört über Vorwürfe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Setzen, Sechs! Der Osnabrücker Stadtelternrat hat nach seinem öffentlichen Käfighaltung″-Vergleich im Zusammenhang mit der geplanten Oberschule in der Altstadt vom Schulausschuss einen derben Rüffel kassiert. Seitens der Verwaltung wurden sogar Rücktrittsforderungen laut.

In einer am Sonntag verbreiteten Pressemitteilung hatte der Stadtelternrat heftige Kritik an der vermeintlichen Absicht von Rat und Verwaltung geübt, auf dem künftigen Gelände der neuen Oberschule (Ecke Rolandsmauer/ Hakenstraße) zusätzlich Wohnhäuser bauen zu wollen. Schüler würden dadurch auf der Restfläche zusammengequetscht″, hieß es. Sogar von Käfighaltung″ war die Rede. Darüber hinaus unterstellte das Gremium den Befürwortern einer Wohnbebauung, wie sie auf dem Nachbargrundstück der aufzugebenden Hauptschule Innenstadt durchaus erwogen wird, selbst vor einem Abriss der denkmalgeschützten Turnhalle nicht zurückzuschrecken″.

Dem Schulausschuss stießen solche öffentlichen Äußerungen am Dienstag sauer auf. Zumal die Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehrten, wie Politiker und Dezernenten durch die Bank feststellten. Außerdem sei der Stadtelternrat an allen Diskussionen und Beschlüssen in der Sache beteiligt gewesen.

Manche zeigten sich über das Verhalten der obersten Osnabrücker Elternvertreter geradezu erbost. Während Schuldezernent Wolfgang Beckermann lediglich sein Erstaunen″ kundtat und eine weitgehend unsachliche Argumentation″ beklagte, sprach Stadtbaurat Frank Otte von einer absoluten Frechheit″ und unsäglichem Vokabular″. Weil er nicht wisse, wie wir zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zurückkehren können″, empfahl Otte dem Stadtelternrat sogar, über personelle Konsequenzen″ nachzudenken. Thomas Klein (Grüne) forderte die beiden ranghöchsten Vertreter des Gremiums im Ausschuss auf: Kommen Sie wieder auf den Teppich und distanzieren Sie sich von diesem Papier!

Petra Knabenschuh (CDU) baute dem Stadtelternrat daraufhin eine Brücke. Da ist wohl etwas in den falschen Hals geraten″, erklärte sie mit Blick auf die umstrittene Verlautbarung. Zuvor hatte sie dem Stadtelternrat schriftlich geantwortet. In dem Brief vom 19. Mai, der unserer Redaktion vorliegt, steht unter anderem: Wie zukünftig mit dem Gelände der jetzigen Hauptschule Innenstadt verfahren wird, ist noch nicht zu sagen. Hierzu soll es einen Ideenwettbewerb geben. Der Abriss der denkmalgeschützten Turnhalle stand nie zur Diskussion.″

Der Vorsitzende des Stadtelternrats, Marc Veeningen, ruderte schließlich zurück. Die von ihm unterzeichnete Mitteilung sei ohne seine finale Freigabe herausgegeben″ worden, beteuerte er. Wenn sie zu scharf formuliert war, möchten wir uns dafür entschuldigen.″

Der im März vom Rat beschlossene Architektenwettbewerb für die Neue Schule Innenstadt befindet sich derweil in Vorbereitung. Entschieden wird er nach Angaben der Verwaltung erst im Januar 2021, wenn kurz nach den Weihnachtsferien das Preisgericht tage. In der neuen, vierzügigen Oberschule mit beruflichem Schwerpunkt gehen sowohl die Hauptschule Innenstadt als auch die Möser-Realschule an der Lotter Straße auf. Die Förderschule an der Rolandsmauer wird in den Komplex integriert, bleibt aber eigenständig. Die Kosten für die Neugründung der Oberschule betragen grob geschätzt 20 Millionen Euro.

Bildtext:
Steine des Anstoßes: Die Hauptschule Innenstadt (Bild) und die Möser-Realschule an der Lotter Straße sollen zu einer Oberschule zusammengelegt werden. Dafür ist auf einem 9600 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Rolandsmauer/ Hakenstraße ein Neubau geplant. Im Moment befinden sich dort das Gesundheitsamt und eine Förderschule.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Sebastian Stricker


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