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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Noch 750 Kinder ohne Platz
Zwischenüberschrift:
Warum der Kita-Ausbau in Osnabrück nicht schneller vorangeht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Immer noch haben 749 Osnabrücker Kinder keinen Kita-Platz für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt. Bei der Stadt wachsen die Sorgen, wie der Platzbedarf künftig noch gedeckt werden soll.

Langwierige Bauverfahren und wachsender Fachkräftemangel: Das ist eine Kombination, die keine baldige Entspannung der Lage erwarten lässt. Bis August 2020 sollen 189 Plätze hinzukommen, und für die nächsten zwei Jahre sind weitere 556 neue Krippen- und Kitaplätze geplant. Den Eltern, die in Osnabrück schon jetzt einen Platz benötigen, hilft das aber nicht weiter.

Eigentlich hätte längst eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern des Fachdienstes Kinder und der Bauverwaltung an den Start gegangen sein sollen, erläuterte der zuständige Fachbereichsleiter Hermann Schwab im Jugendhilfeausschuss, der jetzt getagt hat. Ihre Aufgabe: Flächen identifizieren und Potenzial für weitere Kitas auftun. Doch wegen der Corona-Krise hat diese Arbeitsgruppe bislang noch nicht getagt.

Mittlerweile lägen drei Jahre zwischen der Planung einer neuen Kita und der Inbetriebnahme, so Schwab. Im Schinkel, wo der Platzbedarf besonders groß ist, will die Stadt es in kürzerer Zeit schaffen, und zwar mit einer Kita nach dem Fertighaus-Prinzip: Ein Generalunternehmer soll eine Einrichtung in Holzrahmenbauweise bauen. Dabei werden fertige Holzmodule vor Ort montiert und das spart sowohl Zeit als auch Geld im Vergleich zu einem konventionellen Steinbau. Schon nächstes Jahr könnten die Kinder dort zur Kita gehen.

Es bleibt eng

Die Hoffnung der Stadt, bei diesem Bauvorhaben aber auch noch in den Genuss von Landesfördermitteln zu kommen, zerschlug sich allerdings. Die Förderrichtlinien hätten es nicht hergegeben, den Auftrag einem Generalunternehmer zu erteilen, anstatt wie üblich die einzelnen Gewerke öffentlich auszuschreiben, erfuhr Schwab aus Hannover. Es ist bedauerlich, dass das Land Bauten, die über einen Generalunternehmer schneller realisiert werden könnten, ablehnt″, kritisierte Stadtrat Wolfgang Beckermann. Das wäre die ideale Weise gewesen, schnell Kindergartenplätze zu schaffen″, so Schwab. Die Stadt will das Projekt trotzdem auf den Weg bringen und die kompletten Kosten selbst tragen, aber man fasst sich an den Kopf″, so Schwab.

Für dieses Jahr ist für die Familien keine Entspannung in Sicht. Nach und nach wird klar, an welchen Kitas noch ein paar Plätze frei werden, weil Eltern ihre Kinder doch schon früher einschulen lassen. Doch seit dem Stichtag 27. April ist die Zahl der noch unversorgten Kinder nur um 70 auf nun 749 gesunken, wie Schwab erläuterte.

Und eines ist auffällig in diesem Jahr: Mit der letzten Absage und dem Abschluss des Online-Anmeldeverfahrens bekommen die Eltern die Info, dass sie sich bitte ans Familienservicebüro wenden sollen, damit die Stadt dann individuelle Lösungen suchen kann. Das hatten bis zum vorigen Montag aber nur die Eltern von 86 Kindern getan im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 300. Unklar ist, warum sich nur so wenige bei der Stadt melden. Es könnte sein, dass einge Eltern resigniert hätten, mutmaßte Schwab, oder dass es an Verständnisschwierigkeiten liege, eventuell wegen eines Migrationshintergrundes. Wenn das die Barriere sein sollte, können wir das nicht hinnehmen″, so Schwab. Da sind wir dran.″

Ratsmitglieder entsetzt″

Für die Ratsfraktion der Grünen äußerte Thomas Klein im Jugendhilfeausschuss sein Entsetzen″ darüber, dass es nach wie vor Eltern gibt, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder ab Sommer betreuen sollen″. Er könne nur appellieren an die Stadt, dass alles getan wird, um diesen Missstand zu beheben″. Die Ausschussvorsitzende Eva-Maria Westermann (CDU) bekräftigte: Ich denke, dem können wir uns alle anschließen.″ Linke-Ratsfrau Heidi Reichinnek ergänzte diesen Appell um einen an das Land Niedersachsen und den Bund. Es sei im Jugendhilfeausschuss allen bewusst, dass die Osnabrücker Stadtverwaltung einen Kraftakt″ übernehme. Wir sind das letzte Glied in der Kette, und da müsste auch an ganz anderen Stellen etwas passieren″, so Reichinnek.

Bildtext:
Schon im August 2019 hätte die neue städtische Kita im Osnabrücker Landwehrviertel an den Start gehen sollen. Doch noch immer ist sie nicht fertig.
Foto:
David Ebener
Autor:
Sandra Dorn


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