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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Öffentliche Toiletten verzweifelt gesucht
Zwischenüberschrift:
In Corona-Zeiten ist der Service stark eingeschränkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In Corona-Zeiten kann der Weg bis zur nächsten Toilette sehr lang werden. Öffentliche Gebäude, Cafés und Restaurants sind geschlossen, und ein für die Allgemeinheit bestimmtes Toilettenhäuschen gibt es nur noch vor dem Dom. Doch es gibt noch Orte, die Erleichterung versprechen aber nicht überall in der Nähe.

Kunsthändler Erich Barkhau wurde wiederholt gefragt, ob es bei ihm eine Kundentoilette gebe. Meist waren es Frauen, die solche Nöte offenbarten, und weil er nicht helfen konnte, rief er die Stadt an. Ob er denn keine anderen Probleme habe, wurde er gefragt, und das machte ihn ärgerlich. Wer eine schwache Blase habe, dürfe doch nicht sich selbst überlassen bleiben, meint der Galerist. Seine Vermutung, dass es in der Stadt keine öffentlichen Toiletten mehr gebe, trifft allerdings nur partiell zu.

Kein Klopapier

Immerhin eine öffentliche Toilette, die zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden kann, steht zwischen den Linden vor dem Dom. Ihre Benutzung kostet 50 Cent. Die zwei Kabinen werden nach jedem Geschäft vollautomatisch gereinigt. Dass es in der vergangenen Woche kein Toilettenpapier gab, mag eine Panne oder wie eine Kundin mutmaßte eine Folge der Corona-Krise gewesen sein. Zuständig ist ein Privatunternehmen, mit dem die Stadt eine Vereinbarung getroffen hat.

Normalerweise können Passanten auch in öffentlichen Gebäuden die Toiletten aufsuchen. Aber das Rathaus, sonst ein Geheimtipp für Ortskundige, ist geschlossen, die beiden Stadthäuser ebenso. Immerhin hat die Stadtbibliothek am Markt den Betrieb wieder aufgenommen, und damit ist auch wieder ein öffentliches WC zugänglich. Jedenfalls während der Öffnungszeiten.

Wer in der Innenstadt unterwegs und der Verzweiflung nahe ist, sollte die Parkhäuser der Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) in den Blick nehmen, etwa in der Vitihof-Garage, der Nikolai-Garage und der Stadthaus-Garage. Die Anlagen werden täglich desinfiziert und gereinigt, wie OPG-Geschäftsführer Wigand Maethner betont.

Alle öffentlich zugänglichen Toiletten stehen auf der Internetseite geo.osnabrueck.de/ toiletten. Allerdings kann die Realität nicht alles halten, was der Plan verspricht. So ist das blaue WC-Symbol für die Altstadtgarage an der Lohstraße wohl nur durch ein Versehen in die Welt gekommen.

Wer die Karte genauer studiert, entdeckt eine gewisse Häufung stiller öffentlicher Örtchen in der nördlichen und südöstlichen Innenstadt. Das Vakuum dazwischen ließ sich bis vor ein paar Wochen für viele City-Gänger durch einen Besuch in den größeren Geschäften wie L& T oder Peek und Cloppenburg kompensieren. Doch dieser Kundenservice sei im Corona-Zeitalter nicht aufrechtzuerhalten, heißt es aus beiden Bekleidungshäusern. Sie haben zwar wieder geöffnet, allerdings nur auf den zulässigen 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Und die Kundentoiletten befinden sich oben, jenseits der Absperrungen. Aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich, verlautet aus beiden Unternehmen.

Neubau am Kamp

Keine Chance auf Erleichterung der Blase bietet sich auch den Besuchern der Kamp-Promenade, für die 2004 ein schickes Örtchen in Gestalt eines hellen Würfels neben der Tiefgarageneinfahrt aufgestellt wurde. Seit mindestens zwei Jahren streikt das Hightech-WC jedoch, und eine Reparatur wäre sehr teuer, sagt Bernard Banning von der Werbegemeinschaft Kamp-Promenade, fast so teuer wie ein Neubau.

Deshalb habe sich die Eigentümergesellschaft entschieden, ein neues Häuschen mit komplett neuer Technik zu errichten. Demnächst werde der Bauantrag gestellt, und im Sommer solle der Würfel mit den Milchglasscheiben einer neuen Toilettenanlage weichen, die dann hoffentlich störungsfrei funktioniert.

Bildtexte:
24 Stunden am Tag in Betrieb: Auf das Toilettenhäuschen am Dom ist Verlass wenn nicht gerade das Klopapier ausgegangen ist.
Dauerhaft besetzt: Die Toilette an der Kamp-Promenade ist geschlossen, soll aber bald durch eine neue ersetzt werden.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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