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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weiteres Baumsterben droht
 
Nun wird es auch für ältere Bäume eng
Zwischenüberschrift:
Erneut könnten Hunderte Bäume in Osnabrück der Trockenheit zum Opfer fallen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Seit einem Monat hat es in Osnabrück so gut wie nicht mehr geregnet. Das macht nicht nur Landwirten und Gärtnern zu schaffen, sondern auch den Bäumen in Osnabrück. Schon jetzt so früh wie nie muss der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) junge Bäume bewässern.

Und auch älteren Bäumen droht das Absterben, wenn es nicht bald und im laufenden Jahr insgesamt deutlich mehr regnet als in den beiden vergangenen Jahren der Hitze und Trockenheit. Nach dem trockenen April werde für viele Bäume der Mai entscheidend, sagt Thomas Maag vom OSB.

Nun soll es in den kommenden Tagen immer mal wieder regnen, doch bei Weitem nicht genug, um die trockenen Böden ausreichend zu versorgen, sagt ein Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes.

Osnabrück Seit Wochen hat es in Osnabrück kaum Niederschlag gegeben. Wenn es im Mai nicht deutlich mehr regnet, könnte es für die Stadtbäume dramatisch″ werden, sagt Thomas Maag vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) im Gespräch mit unserer Redaktion. Dann auch für ältere Bäume.

Hunderte Bäume in Osnabrück waren den trockenen Sommern 2018 und 2019 zum Opfer gefallen. Wie viele Bäume diesen Sommer nicht überleben werden, hängt davon ab, ob es bald regnet oder nicht″, sagt Maag. Er ist beim OSB verantwortlich fürs Stadtgrün und damit für 60 000 Bäume in der Stadt, darunter 20 000 Straßenbäume. Schon jetzt muss der OSB seine Jungbäume in der Stadt bewässern. So früh – „ das ist neu″, sagt er.

Wenig Regen im April

Die Regenmenge im April sei defizitär″, sagt Michael Knobelsdorf vom Deutschen Wetterdienst (DWD) auf Anfrage unserer Redaktion. Sonne, Regen, Hagel was den April sonst ausmache, gelte nicht für dieses Jahr. Stattdessen sei es einer der sonnenreichsten Monate″ der vergangenen Jahre. Bislang verzeichnete die Station des DWD im April am Flughafen Osnabrück/ Münster 297, 1 Sonnenstunden. Der vieljährige Mittelwert beträgt 159, 1 Stunden.

Auf der anderen Seite maß die DWD-Station bis zum 27. April eine Niederschlagshöhe von 5, 4 Millimetern (5, 4 Liter pro Quadratmeter). Das waren lediglich 10, 4 Prozent des vieljährigen Mittelwertes von 51, 7 Millimetern der Jahre 1961 bis 1990. Schon im März hatte es mit 50, 4 statt 60, 7 Millimetern weniger als üblich geregnet. Die Wetterstation in Belm hatte gar zuletzt am 30. März Regen registriert seither keinen Tropfen.

Derzeit seien noch keine Schäden aufgrund der Trockenheit sichtbar; doch wenn der Mai nicht deutlich nasser werde, könne sich die Lage ändern, sagt Maag vom OSB. Vermutlich Ende des Jahres würden sich die Schäden dann zeigen.

Erneut könnten Hunderte Bäume der Trockenheit zum Opfer fallen, die der OSB im kommenden Jahr fällen müsste. In diesem Jahr sei es nach den beiden trockenen Sommern bereits eine mittlere dreistellige Zahl″, so Maag.

Ein trockener Monat sei für die Bäume nicht ganz so schlimm, erklärt der Experte. Aber schlimm wird es, wenn es bis Herbst wenig Regen gibt.″

Und kritisch werde es, wenn es drei bis vier Jahre hintereinander wenig regne dann auch für ältere Bäume. Zudem hätten es Schädlinge und Parasiten mit der Trockenheit einfacher, Bäume zu befallen.

In der Regel pflanzt der OSB für jeden gefällten Baum einen Jungbaum an selber Stelle. Wir experimentieren mit anderen Baumarten, die klimaresistenter sind″, sagt Maag also Arten, die besser mit der Trockenheit klarkommen. Doch auch Stürme und Starkregen müssten Bäume vermehrt aushalten. Es ist die Suche nach der Eier legenden Wollmilchsau, die es nicht gibt″, sagt Maag.

Zudem dauere es Jahrzehnte, bis ein Jungbaum einen alten ersetze. Daher sei es besonders dramatisch″, falls nun auch ältere Bäume abstürben, sagt Maag.

Einmal jährlich kontrolliert der OSB die Stadtbäume. Immer mehr″ müsse Totholz beseitigt werden, damit es nicht zur Gefahr wird, so Maag weiter. Denn die Bäume helfen sich, indem sie einen Teil absterben lassen″. Abgestorbene Äste könnten Passanten auf den Kopf fallen. Bei manchen Baumarten wie Linden sei das nun schon erkennbar, bei anderen nicht. Der OSB habe durch seine Kontrollen einen guten Überblick über seine Bäume und das Totholz, versichert Maag.

Bislang ist die Hilfe der Feuerwehren in der Stadt nicht nötig anders als im Hitzesommer 2018, als mehrere Feuerwehren Stadtbäume gewässert hatten. Bleibt es derart trocken, könnte die Hilfe der Wehren Ende Mai oder Anfang Juni wieder erforderlich sein, sagt Maag.

Schon jetzt könne jeder Bürger helfen, wenn er die Straßenbäume vor seiner Haustür mit Wasser versorge insbesondere Jungbäume. Denen tut man damit gerade wirklich einen Gefallen.″

Ein Eimer voll Wasser reiche zwar nicht aus, sei jedoch besser als nichts. Man kann den Bürgern ja nicht zumuten, zehn Eimer Wasser an die Straße zu schleppen.″ Noch schwieriger ist es, ältere Bäume ausreichend mit Wasser zu versorgen: Die benötigten 200 bis 400 Liter täglich, so Maag.

Immerhin: In dieser Woche soll es immer mal wieder regnen, sagt Knobelsdorf vom DWD. Aber das reicht nicht aus.″ Es bedürfe größerer Niederschlagsmengen für die tieferen Bodenschichten. Aufgrund der Trockenheit sei die Aufnahmefähigkeit des Bodens derzeit begrenzt, sagt Maag. Wetterexperte Knobelsdorf ergänzt: Es muss nun schon mindestens zehn Tage Dauerregen geben, damit es in die Tiefe geht.″

Sein Ausblick ist düster: Die Indizien wiesen darauf hin, dass der Klimawandel künftig öfter Trockenheit und Wetterextreme mit sich bringt. Aber wir wollen es nicht hoffen.″

Bildtext:
Hunderte Bäume sind der Trockenheit der beiden vergangenen Jahre in Osnabrück bereits zum Opfer gefallen.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Jörg Sanders


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