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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für dezentrale Versorgung
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Berichterstattung über erneuerbare Energien, u. a. zu den Artikeln Höhere Masten, größere Abstände Hochspannungsleitung zwischen Bad Essen und Osnabrück wird ausgebaut″ (Ausgabe vom 18. November) und Wüstenstrom: Desertec baut 2012 erstes Kraftwerk″ (Ausgabe vom 1. November).

„‚ VoRWEg gehen! Mit diesem Werbeslogan wirbt ein namhafter Energiekonzern, der für viele Menschen in der Region seit Jahrzehnten gewiss als ein zuverlässiger Partner gilt, für ein zeitgemäßes Image. Die Zeiten dazu sind sogünstig wie selten zuvor, denn acht Monate nach Fukushima weiß mittlerweile jedes Kind um den jetzt hoffentlich ernsthaft geplanten Ausstieg aus der Atomenergie und um den Schwenk zu den erneuerbaren Energien. Da liegt es nahe, mit dem geplanten und wahrscheinlich längst überfälligen Ausbau der 220-kV-Trasse zwischen Bad Essen und Osnabrück noch einen weiteren Imagegewinn anzustreben. Das funktioniert, indem man die Menschen davon überzeugt, dass nur durch den Ausbau vorhandener und durch den Neubau weiterer Trassen ein problemloser Transport von Windstrom aus Nord- und Ostsee sowie Solarstrom aus der Wüste möglich sei. Doch aufgepasst! Auch ein gestandener Energieriese investiert an dieser Stelle nicht aus reiner Sympathie zum Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz. Vielmehr wissen die Essener stellvertretend für die ganze Branche, dass im Gegensatz zur Energiediskussion auf dem heimischen Festland die Windenergie zur See ebenso wie der Wüstenstrom noch nahezu konkurrenzlos vermarktet werden können. Auf dem Lande selbst hat längst ein ernst zunehmender Konkurrenzkampf mit einer Vielzahl kleinerer, lokaler Energieversorger eingesetzt, der sich im Kern stets um folgende Fragen dreht: Dezentrale oder zentrale Stromversorgung? Bürgergenossenschaften oder Aktiengesellschaften? Regionale Wertschöpfung oder Kursgewinne an der Börse? Was wir brauchen, ist eine breit geführte Debatte pro Wind- und Solarenergie im Landesinneren. Unter Einhaltung sinnvoll anzupassender gesetzlicher Auflagen könnten Windgeneratoren und Solarsysteme vermehrt dort entstehen, wo die elektrische Energie unmittelbar benötigt wird. [...] Wer Zweifel an der Argumentation hat, möge das Wort Windbeziehungsweise Solarstrom′ gerne einmal gegen den Begriff Trinkwasser′ ersetzen und seine Reaktion prüfen, wenn die Frischwasserlobby morgen zum Ausbau bundesweiter Wasserleitungen bis ins Voralpenland zugunsten kommunal ansässiger Wasserbeschaffungsverbände mit ihren lokalen Versorgungsbrunnen aufriefe. So viel ist sicher: Mit einer rein zentral ausgerichteten Energiepolitik begibt sich so mancher Energieversorge rauf den sicheren IrRWEg.″

Uwe Bullerdiek
Bissendorf

Bildtext:
Neue Überlandleitungen sollen den Windstrom von der Nordsee nach Süddeutschland transportieren. Der Bau von Hochspannungsmasten erübrigt sich, wenn Energie dort erzeugt wird, wo sie auch benötigt wird.
Foto:
dpa
Autor:
Uwe Bullerdiek


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