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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stiftung eines März-Vereins zu Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Es bestand bisher hieselbst neben dem Vaterländischen Vereine, dessen Thätigkeit trotz der bedeutendsten politischen ereignisse längst ganz aufgehört hat, ein Volksverein, welcher wöchentlich eine Versammlung hielt. Seine Tendenz ging dahin, durch Besprechung politischer Abgelegenheiten das Interesse für solche zu wecken und zu erhalten, und auf gegenseitige Belehrung hinzuwirken. Man folgte in den Versammlungen den Zeitereignissen, und gab, wo es nötig oder zweckmäßig erschien, seine Ansicht in Petitionen und Adressen zu erkennen.
In einer am 21. November abgehaltenen Versammlung wurde alsdann der Vorschlag zur Stiftung eines democratischen Vereins gemacht, und fand unter etwa 250 Anwesenden fast einstimmige Billigung. Allgemein glaubte man, daß nach dem Gange der neusten Ereignisse, nach den Vorfällen in Wien und Berlin und im Hinblick auf die täglichwachsende Reaction es notwendig sei, mit einer entschiedenen Farbe hervorzutreten.
Als der Volksverien gestiftet wurde, wollte man keine bestimmte democratische Richtung in die Statuten aufnehmen. Man wollte den Versuch machen, ob nicht bei der Unthätigkeit des vaterländischen Vereins es möglich sei viele Personen von allen verschiedenen politischen Ansichten in einen Verein zusammenzu bringen. Es schwebte dabei die Einrichtung so vieler auswärtigen Vereine vor, in denen man eine Rechte, eine Linke und ein Centrum findet. Es geschahen öffentliche Aufforderungen zur Theilhabe, es geschahen mündliche Einladungen an Einzelne, es wurde das geräumige Local der Realschule gewählt aber, wenn auch der Besuch zahlreich war, und zumal in der letzten Zeit immer bedeutender wurde, so mußte man doch sehen, daß so Viele, von denen man eine Thätigkeit im Vereine hätte erwarten können, sich ausschlossen. Diejenige Partei, welch sich dahin neigt und in unserer alten guten Stadt so bedeutend vertreten ist, nahm gar keinen Antheil.
Der Volksverein wuchs indeß ohne diese Leute und die Mitglieder desselben waren zum großen Theile Personen derselben politischen Ansicht. Was Wunder also, wenn eben diese Mitglieder, unbekümmert um diejenigen, welche sich ihnen doch nicht anschließen wollten, getrieben durch den Gang der politischen Ereignisse jetzt geradezu sagten, daß sie wirklich Democraten seien und daß sie einen democratischen Verein stiften wollten! Diejenigen, welche es für erschrecklich hielten, und fruchtbar darüber heulten, daß sich ein democratischer Verein in der guten alten Stadt gebildet habe, beachten nicht, daß es vielleicht in ihrer Hand gelegen, ein so fürchterliches Unglück durch ihre Theilnahme am Volksverein von Osnabrück abzuwerben!
So war also der democratische Verein entstanden. Wie aber bildete sich nunmehr der März-Verein?
Schon seit langer Zeit wurden diejenigen Anträge welche von der linken Seite des Parlaments zu Frankfurt ausgingen und die vielfach, zumal in Wien und Berlin gefährdete Freiheit schützen sollten, von der Majorität verworfen. Die Abstimmungen dieser volksfeidlichen Majorität haben allenthalben im deutschen Vaterlande die größte Mißbilligung und Entrüstung hervorgerufen, vielfache Mißtrauensvota veranlaßt. Was aber war gegen eine solche Majorität zu thun, deren Beschlüsse von den Regierungen mit Freude begrüßt wurden? deren Beschlüsse im Widerspruche mit der Majorität der preußischen Nationalversammlung und des preusischen Volkes die Handlungen " dieses Hohenzollern" unterstützten? gegen eine Majorität, welche das österreichische Volk nicht gegen eine Camerilla in Schutz nehmen wollte? Was half das Protestieren, wenn in Folge solcher Beschlüsse das Volk von der reaction ruhig hingeschlachtet werden dürfte?
Die linke Seite des Parlaments sah ein, daß man auf Mittel finnen müsse, dieser volksfreindlichen Majorität entgegenzutreten, und sich selbst die Wehrheit zu sichern. Man suchte dieses Mittel in der Vereinigung der verschiedenen Fractionen ihre entschiedensten Tendenzen einstweilen bei Seite gesetzt haben, um in anderen Beziehungen einiger zusammenzuhalten und zu wirken, worin diejenigen ....

Quelle: " Chronik der Stadt Osnabrück" Meinders & Elstermann 1985
Autor:
K.


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