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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Verordnung
Zwischenüberschrift:
wegen des in den gemeinen Reichsgesetzen verbotenen Aufstehens der Handwerksgesellen, auch Bestrafung desfallfiger Greisse.
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Friedrich von Gottes Gnaden, Herzog York und Albanien, Bischof zu Osnabrück, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg ec. ec.
Das aufrührische Betragen mehrerer Zunft- und Handwerksgesellen, die unter der Vorwande eines einem ihrer Mitgesellen wiederfahrnem Unrechts sich nicht entsetzen haben, ihre Werkstätten zu verlassen, und sich gegen die Befehle ihrer vorgesetzten Obrigkeit strafbar zu empören, sind Stadt- und Landfundig, so wie die traurigen Vorfälle annoch im frischen. Andenken beruhen, welche in dem Fortgange jener Begebenheiten Unsere Haupt und Residenzstadt mit Unruhe und Betrübnis erfüllen haben, die noch insbesondere dadurch vergrössert worden, daß mehrere Bürger und Einwohner, des pflichtmäßigen Gehörsams gegen ihre Obrigkeit uneingedenk, zu offenbar rebellischen Asufferungen und Gewaltthaten strafbar sind verleiten lassen, und dadurch die Schuld des vergossenen Blats verschiedener Unglücklichen, die dahen verwundet und getödtet worden, auf sich geladen haben.

Dieses gesetzlose Verhalten jener Handwerker und das Betragen mehrerer hiesigen Einwohner, welches aller Ordnung zuwider und dazu geeignet ist, alle rande der gesellschaftlichen Vereinigung aufzuldsen, gereicht Uns- zum höchsten Misfallen, und erreget in Unserem Landesväterlichen Herzen diejenigen traurigen Empfindungen, die bey jedementstehen müssen der Ruhe und Ordnung liebt, und sich des Unglücks erinnert, welches der Empörungsgeist mehrmals über ganze Länder und Staatenverbreitet hat, Wir werden alles anwenden, um dergleichen Uebel von Unsern geliebten Unterthanen zu entfernen, sowohl durch gesetzmäßige Bestrafungderjenigen, welche zu jenen trauervollen Begebenheiten Veranlassung gegeben und sich dabey besonders werkthätig hezeigt haben, als auch durch ernstliche Maasregeln für die Zukunft.
Diesemnach fordern Wir also jeden hiesigen Einwohner hiemit auf, sich heyder vorzunehmenden Untersuchung ruhig zu verhalten, den GAng der Gerechtigkeit gebührend zu erwarten, und so viel an ihm ist, redlich dazu heyzutragen, um die verderblichen Anschläge der Aufwiegler und Unruhestifter an das Licht und diese zur verordneten Strafe zubringen, und da, so viel den Aufstand der Handwerksgesellen, als die erste Ursache aller dieser unseligen Ereignisse betrift, solcher nicht nur durch gemeine Reichsgesetze bey schwerer Strafe verboten, sondern auch durch besondere, erneuerte und zuletzt im Jahre 1765 in UnsermHochstifte durch den Druck bekannt gemachte Kaiserliche Verordnung ausdrücklich vorgeschrieben worden, daß die Handwerksgesellen, welch unter irgend einem Vorwand sich gelüsten lassen würden, einen Aufstand zuerregen, sich zusammen zu rottiren, und entweder die Arbeit so lange, bis ihren Forderungen genüge geschehen, zu verweigern, oder gar Hauffenweise auszutreten, als verwegene Freyler und Missethäter durch militairische Hülfe zum Gehorsam gebracht und mit Gefängnis, Zuchthaus, Festungsbau u. ähnlichen Strafen, auch, nach Beschaffenheit der Umstände und des durch sie veranlasseten Uebels, mit Lebensstrafen belegt werden sollen: so ist Unser ernstlicher Wille, daß auf diese Verordnung strenge gehalten, und wenn einige Handwerksgesellen sich wiederum erdreisten mögten einen Aufstand zu erregen, dieselbe ohne alle Nachsicht sofort gefänglich eingezogen, wider sie nach Vorschrift jener Kaiserlichen Verordnung verfahren, und dadurch andern ein abschreckendes Beyspiel der gesetzmäßigen Folgen solcher zügellosen Handlungen gegeben werde.
Wie Wir Uns übrigens derhalten die nähere Verfügung, so weit nötig, vorbehalten; so wollen Wir gnädigst, daß vorerst dieses zu jedermanns Nachricht und Nachachtung durch den Druck bekannt gemacht auch von den Ganzeln verlesen und in den hiesigen Herbergen der Handwerker öffentlich angeschlagen werde, wornach also Unsere Magistrate und Vorsteher und alle, die es angeht, sich zu achten haben. Geben in Unserer Residenzstadt Osnabrück den 17ten Julii 1801.
(L.S.) Auf Seiner Königlichen Hoheit gnädigsten Befehl.
E. v. d. Bussche

Quelle: Heiko Schulze aus dem Buch " Zum Nutzen und Vergnügen 1766 bis 2016 Ein Streifzug durch 250 Jahre Osnabrücker Zeitungsgeschichte" 2016
Autor:
v. Voigt.


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