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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sutthausener feiern Jubiläum mit Wulff
Zwischenüberschrift:
Seit 50 Jahren ein Stadtteil von Osnabrück / Festakt im Friedenssaal und bunter Nachmittag bei der HHO
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Vor 50 Jahren wurde Sutthausen ein Stadtteil von Osnabrück. Feierlich und fröhlich, mit ernst gesetzten Worten und heiteren musikalischen Beiträgen zelebrierten die Stadtspitze und die Sutthausener das Jubiläum ihres freiwilligen Zusammengehens. Als Ehrengäste sprachen die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza und Alt-Bundespräsident Christian Wulff.

Im Friedenssaal des Historischen Rathauses begleitete Apostelblech″, so heißt der Posaunenchor der Sutthauser evangelischen Apostelgemeinde, einen würdigen Festakt. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert nannte die vor 50 Jahren getroffene Entscheidung der aus Sutthausen stammenden Mitglieder im damaligen Gemeinderat von Holzhausen, sich der Stadt Osnabrück anzuschließen, vorausschauend richtig″.

Im Zuge der Kommunalreform kam es daraufhin zur Aufspaltung Holzhausens. Der südliche Teil, das eigentliche Alt-Holzhausen, strebte zur sich gerade zusammenfindenden Stadt Georgsmarienhütte. Für die Sutthausener im nördlichen Teil gaben die historisch gewachsenen kulturellen, Wirtschafts- und Verkehrsverbindungen zu Osnabrück den Ausschlag.

Holpriger Start

Sutthausen ist eine Bereicherung für Osnabrück″, stellte Griesert fest. Das Aushandeln des Gebietsänderungsvertrages sei seinerzeit allerdings kein Spaziergang gewesen. Oberbürgermeister Willi Kelch und Oberstadtdirektor Joachim Fischer wussten genau, was sie wollten″, so Griesert, die Holzhausener auf der anderen Seite Bürgermeister Friedrich Hardekopf und Gemeindedirektor Walter Riepenhoff aber auch!

So manche teure Verpflichtung für die Stadt, die noch dörfliche Infrastruktur Sutthausens auf ein städtisches Niveau anzuheben, fand folgerichtig ihren Niederschlag in den 16 Paragrafen es ging um Frischwasser und Abwasser, um Sportanlagen und Friedhof, um Straßenausbau und Straßenbeleuchtung.

Für den Vorsitzenden des Bürgervereins Sutthausen, Friedrich H. Petersmann, liefen die ersten Jahre etwas holprig″ an, immer wieder hätten die Sutthauser Ortsräte und ab 1974 der Bürgerverein die Einhaltung der Zusagen anmahnen müssen. Aber geschenkt″, meinte er, da sind wir drüber hinweg, Sutthausen hat sich in den 50 Jahren in jeder Hinsicht positiv entwickelt.″

Justizministerin Barbara Havliza lobte, dass die Sutthausener bei allem Bewusstsein für ihre reiche Geschichte zugleich sehr fortschrittlich seien: Bei der Sutthauser Mahlzeit dürfen Männer und Frauen gemeinsam Dicke Bohnen mit Speck genießen, das finde ich toll″, womit sie einen kleinen Seitenhieb auf die bislang Männern vorbehaltene Osnabrücker Mahlzeit″ des Verkehrsvereins platzierte.

Auch im privaten Bereich verbinde sie angenehme Gefühle mit Sutthausen, seitdem ihre Tochter in der dortigen Schlosskapelle geheiratet habe. Sutthausen sei ein liebenswertes Fleckchen Erde, sagte die CDU-Politikerin, in dem besonders Familien alles vorfänden, was sie brauchten vom Wohnen nahe an der Natur über vorbildliche Infrastrukturen bis hin zu gelebtem Gemeinsinn in aktiven Vereinen und Verbänden. Havliza dankte dem Bürgerverein für sein großes Engagement rund um das Jubiläum.

Der Bürgerverein war es auch, der zwei Tage später zu einem bunten Nachmittag für alle Sutthausener eingeladen hatte. In der Cafeteria der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) zeigten verschiedene Gruppierungen, was sie so alles draufhaben.

Neben dem eingangs erwähnten Posaunenchor Apostelblech″ waren dies die kleinen Tanzmäuse″ des Sportvereins Rot-Weiß Sutthausen und der MGV Sängerlust″ von 1906. Die proben seit mehr als 100 Jahren in ihrem Vereinslokal Sutthauser Mühle″, stellte Petersmann die wackeren Sänger vor, allerdings nicht genau diese Herren, sondern der Verein als solcher.″ Musikalisch ging es mit den Verschmitzten Sängern″ weiter, die so heißen, weil das Ehepaar Schmitz sie in ihrem Haus üben ließ. Aktion pur zeigte das Parkourteam Tobimasu″ mit einem Cross-Lauf durch den Saal und über die Bühne.

Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt von Alt-Bundespräsident Christian Wulff. Er ist zwar in Atter geboren, wie er gleich klarstellte, hat aber Bindungen an Sutthausen nicht erst seit 2003, als er Ehrenmitglied des Bürgervereins wurde. Als meine Mentorin, die mich fast mein ganzes Leben begleitet hat″, bezeichnete Wulff die Leiterin der BBS im Marienheim, Schwester Eva-Maria Siemer. Die beiden kennen und schätzen sich seit gemeinsamen Tagen im Landesschülerrat in Hannover.

Auch freue er sich sehr, wieder einmal Gast bei der HHO zu sein, die er als Osnabrücker Ratsherr und auch später als niedersächsischer Ministerpräsident viele Male besucht und bei ihrer Entwicklung zu heutiger Größe und Bedeutung begleitet habe.

Lob für Engagement

Für Wulff ist Sutthausen eine der erfolgreichsten Akquisitionen, die meine Heimatstadt Osnabrück je getätigt hat″. Seine lobenden Worte über die Sutthausener und ihr bürgerschaftliches Engagement garnierte er mit humorvollen und geistreichen Betrachtungen über so unterschiedliche Themen wie die kommunale Selbstverwaltung, Reiserücktrittskostenversicherungen, das Singen im Chor, Martin Luthers Bibelübersetzung und die notwendige Unterstützung der Heimatzeitung. Trost spendete er allen VfL-Anhängern und gab sich augenzwinkernd fachmännisch: Die 2: 6-Niederlage gegen Wiesbaden habe nur an den Bodenverhältnissen gelegen. Gute Fußballer konnten hier gar nicht gewinnen.″

Bildtext:
Zeitzeuge der Sutthauser Stadtteil-Werdung: Der CDU-Kommunalpolitiker Alfons Worpenberg (hier im Gespräch mit Alt-Bundespräsident Christian Wulff und der CDU-Landtagsabgeordneten Anette Meyer zu Strohen) gehörte zu den aus Sutthausen stammenden Mitgliedern des Gemeinderates Holzhausen, die sich für die freiwillige Eingemeindung nach Osnabrück aussprachen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Joachim Dierks


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