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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wer hat hier Autoteile im Wald entsorgt?
Zwischenüberschrift:
Müll liegt seit Jahren unbemerkt zwischen Bäumen am Hafen / Führt die Spur zur Firma Grannex?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In einem Waldstück am Osnabrücker Hafen lagern unbekannte Mengen an Autoteilen aus Kunststoff. Da es sich vor allem um Stoßfänger handelt, richtet sich der Blick auf die Firma Grannex, die nebenan solche Teile verarbeitet. Unsere Nachfragen haben etwas in Bewegung gesetzt.

Ralf Florian, der in einem selbst gebauten Haus neben der Firma Grannex am Stichkanal wohnt, beobachtet seit Jahren mit Sorge die Dinge, die rundherum passieren. Dass Plastikkleinteile mit dem Regenwasser in den Stichkanal geschwemmt werden, ist lange bekannt und inzwischen Gegenstand politischer Diskussionen. Ämter und Firma arbeiten an einer Lösung. Ralf Florian macht uns in dem Zusammenhang auf ein weiteres Problem aufmerksam, dem bisher niemand Beachtung schenkte.

Im Waldstück zwischen dem Grannex-Betriebsgelände und einem Hochregallager des Logistik-Konzerns Hellmann ragen Dinge aus dem Boden, die dort nicht hingehören: Stoßfänger von Autos und andere Kunststoffteile. Die Fläche ist mit einem Zaun und sogenanntem Nato-Draht (gerollter Stacheldraht) abgeschirmt, allerdings lückenhaft. Aus der Ferne sind mehrere Ablagerungen erkennbar. Wie viel Material im Boden steckt, wer es hier hinterlassen hat und ob davon Gefahren ausgehen, ist unklar.

Das Grundstück gehört einem Unternehmen der Hellmann-Gruppe. Als wir nachfragen, teilt eine Sprecherin mit: Uns war dies nicht bewusst. Wir gehen davon aus, dass Unbefugte sich unrechtmäßig Zugang zu dem Grundstück verschafft und den Müll dort abgelegt haben. Selbstverständlich werden wir die Stoßstangen etc. schnellstmöglich auf unsere Kosten entsorgen lassen, um sicherzustellen, dass die Fläche wieder sauber ist.″

Auch das Umweltamt der Stadt wusste bis dato nichts von den Ablagerungen. Ein Mitarbeiter werde sich das Grundstück umgehend ansehen und mit dem Eigentümer Kontakt aufnehmen, sagte Amtsleiter Detlef Gerdts.

Als Lagerstätte genutzt

Die Indizien führen zu der Firma Grannex, die seit fast 30 Jahren solche Kunststoff-Stoßfänger recycelt. Der heutige Geschäftsführer Markus Börger, seit 2016 an der Spitze des Unternehmens, weiß nach eigenen Angaben nichts von dem Müll im Boden. In der Ecke sei er nie gewesen.

Beim Gewerbeaufsichtsamt ist aktenkundig, dass Grannex ab 2010 einen Teil der Nachbarfläche als Lagerstätte nutzte. Dort wurden Gitterboxen und sogenannte Big Bags (große Plastiksäcke) sowie Mahlgut aus der Recyclinganlage gelagert. Weil einige der Big Bags beschädigt waren, rieselten Kunststoffkleinstteile heraus und verbreiteten sich auf der Fläche. Grannex-Chef Börger veranlasste nach seinem Dienstantritt 2016, dass die Fläche geräumt und nicht mehr als Lager genutzt wird. Aber die Plastikteilchen blieben im Boden.

Das Gewerbeaufsichtsamt beanstandete das bei einer Betriebsbesichtigung im April 2018. Grannex musste den mit Mahlgut verunreinigten Oberboden auf einer Fläche von 30 mal 60 Metern oberflächennah″ abtragen, durchsieben und die Störstoffe ordnungsgemäß entsorgen. Es habe sich dabei nicht um gefährliche Abfälle oder wassergefährdende Stoffe gehandelt, teilte das Gewerbeaufsichtsamt mit. Grannex nutzt die Nachbarfläche heute nicht mehr.

Bildtext:
Das sollte hier nichts zu suchen haben: Kunststoff-Stoßfänger liegen in einem Waldstück am Osnabrücker Hafen.
Foto:
David Ebener
Autor:
Wilfried Hinrichs


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