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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Anwohner kämpfen für Tempo-30-Zone
Zwischenüberschrift:
Wird am Blumenhaller Weg zu schnell gefahren? „Nur Frage der Zeit, bis etwas Schlimmes passiert″
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Anwohner des Blumenhaller Weges und Eltern der Kindertagesstätte an der Martinsburg in Osnabrück sind genervt. Die einen fühlen sich vom Verkehr gestört, die anderen sorgen sich um die Gesundheit ihrer Kinder. Ihr Ziel ist die Einrichtung einer 30er-Zone doch das ist offenbar nicht so einfach.

Der Wind weht frisch den Blumenhaller Weg hinunter und die Autos stehen ihm in nichts nach: Hier, vor der Kindertagesstätte Martinsburg, herrscht jeden Tag reger Verkehr. Viele nutzen die Straße als Abkürzung durch die Wüste, andere wollen die Ampeln auf dem Kurt-Schumacher-Damm umfahren. Der Verkehr vor der Kita ist ein laufendes Thema bei den Eltern, wie Maxi Hase vom Beirat der Einrichtung berichtet. Kein Wunder: Wer mit seinem Kind aus der hinteren Wüste kommt, muss über den viel befahrenen Blumenhaller Weg.

Zwar erleichtert eine schmale Fußgängerfurt, die die Fahrbahn in zwei Hälften teilt, die Überquerung. Doch gerade hier kommt es immer wieder zu kritischen Situationen. Die meisten Autofahrer halten sich augenscheinlich an die Begrenzung auf 50 km/ h doch Anwohnern wie Johannes Lampe ist auch dieses Tempo noch zu schnell. Erst kürzlich sei wieder ein Verkehrsschild auf der Mittelinsel von einem Auto umgemäht worden. Bisweilen mutiere der Blumenhaller Weg zu einer Art Rennstrecke, berichtet der Anwohner. Dies betreffe auch immer wieder Busse.

Freilich: Als Unfallschwerpunkt kann der Blumenhaller Weg nicht bezeichnet werden. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, hat es in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 23 Unfälle auf dem Abschnitt zwischen der Kreuzung zum Kurt-Schumacher-Damm und zur Kromschröderstraße gegeben 19 sogenannte Bagatellunfälle, zwei Unfälle mit leicht verletzten Personen und zwei Unfälle mit schwerer verletzten Personen. Keiner davon sei auf eine überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Johannes Lampe befürchtet aber, dass sich diese Statistik irgendwann zum Schlechten wenden könnte: Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis hier etwas Schlimmes passiert.″

Anwohner wie Lampe und die Eltern der Martinsburg-Kita wollen das verhindern. Sie wünschen sich die Einrichtung einer 30er-Zone. Doch ganz so einfach ist das offenbar nicht, wie eine Anfrage unserer Redaktion an die Stadtverwaltung ergab. Verkehrsrechtlich sei der Blumenhaller Weg eine Erschließungsstraße, auf der zudem der ÖPNV verkehre. Sie dürfe daher nicht ohne Weiteres mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/ h belegt werden, heißt es in der Stellungnahme. Tempo-30-Zonen könnten laut Straßenverkehrsordnung überall dort eingerichtet werden, wo eine hohe Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie ein hoher Querungsbedarf herrscht. Alle drei Voraussetzungen werden seitens der Verwaltung für den Blumenhaller Weg als nicht gegeben angesehen.″

Auch die Tatsache, dass sich eine Kita direkt an der Straße befindet, ändert erst einmal nichts an dieser Betrachtung. Der Hintergrund: Auf Hauptverkehrsstraßen könne Tempo 30 dann angeordnet werden, wenn der Hauptzugang einer Einrichtung von der Straße ausgeht. Ist dies nicht der Fall, sei eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht zulässig. Konkret liegt der Hauptzugang der Kita Martinsburg seitlich am Hellernschen Weg und damit in der Tat nicht direkt am Blumenhaller Weg.

Diese Regelung ist doch absurd″, sagt CDU-Ratsfrau Brigitte Neumann. Sie bezeichnet die verkehrliche Gesamtsituation als Desaster für alle Verkehrsteilnehmer. Neumann kündigt an, ihre Partei wolle sich im Stadtentwicklungsausschuss starkmachen für eine Tempo-30-Zone vor der Kita. Die erste Priorität ist für uns die Sicherheit der Kinder″, so die Christdemokratin. Allerdings kündigt auch die Stadtverwaltung von sich aus an, die Begrenzung auf Tempo 30 überprüfen zu wollen.

Doch für Neumann gibt es noch ein zweites Thema, über das zu reden ist: Wir müssen uns auch über mögliche Schäden an der Bausubstanz entlang des Blumenhaller Wegs unterhalten.″ Hintergrund: Manche Anwohner stören sich auch an der Zunahme des Busverkehrs. Johannes Lampe findet es grundsätzlich gut, dass der ÖPNV ausgebaut wird. Dass es mittlerweile eine derart hohe Taktung gebe, sei aber eine Belastung. Er befürchtet langfristig Schäden an der Bausubstanz der Gebäude entlang der Straße. Wir spüren die Vibrationen im Wohnzimmer, wenn die Busse über die Straße fahren″, sagt eine Anwohnerin.

Bildtexte:
Vorsicht beim Straßeüberqueren: Anwohner des Blumenhaller Weges und Eltern von Kindern der Kita an der Martinsburg wünschen sich eine Tempo-30-Zone.
Anwohner wie Johannes Lampe ärgern sich über schnell fahrende Autos und Busse auf dem Blumenhaller Weg.
Fotos:
Michael Gründel
Screenshot:
Google Maps / NOZ
Autor:
Sebastian Philipp


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