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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für welches Konzept von Theater soll saniert werden?
Zwischenüberschrift:
Im Gespräch mit dem Publikum entwickelte das Podium im NOZ-Medienzentrum bedenkenswerte Ideen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Was wird da letztlich für 80 Millionen Euro in Osnabrück saniert: Ein Theater als feste Burg″ der Bürgerlichkeit im Herzen der Stadt und in kulturgeschichtlicher Nachbarschaft von Dom, Marienkirche und Rathaus des Westfälischen Friedens oder ein so kulturell wie räumlich weit offener Ort etwa auch für die 50 000 Migranten in Osnabrück?

An diese Frage tastete sich die Podiumsrunde zur Theatersanierung am Domhof nur in Ansätzen heran. Unter dem Titel Theater in der Stadt Theater für die Stadt″ war sie die erste von insgesamt dreien, die NOZ MEDIEN, Theater Osnabrück und Stadt Osnabrück in diesem Jahr veranstalten (wir berichteten).

Vielleicht ist es noch zu früh, um zu wissen, welche Rolle das Theater künftig in der Gesellschaft einnehmen kann, wie es Barbara Mundel, designierte Intendantin der Münchner Kammerspiele, formulierte. Vielleicht fehlt aber auch noch schlicht der künstlerische Dialog mit migrantischen Communitys, um eine integrative Rolle des Theaters näher definieren zu können.

Im Publikum jedenfalls blieb man unter sich: Die üblichen Theaterengagierten, Kulturveranstalter und Politiker hatten ins NOZ-Medienzentrum gefunden. Vom hier und da geäußerten Unbehagen Ende 2018 über die Sanierungskosten von 80 Millionen Euro war nichts mehr zu hören.

Wo ist sie geblieben, die anfängliche Erregung, Euphorie vielleicht auch?, so fragte Moderator und NOZ-Kulturredakteur Ralf Döring in die Podiumsrunde. Mundel und Matthias Pees, Intendant des Frankfurter Künstlerhauses am Mousonturm, spielten sich die Bälle zu: Wecken Sie in der Stadt doch eine Euphorie über das Mitgestalten neuer Theaterinhalte″, schlug sie Intendant Ralf Waldschmidt und Kulturdezernent Wolfgang Beckermann vor. Beziehen Sie die Bürger mit ein und denken Sie den Prozess als Spieltriebe-Festival″, setzte pfiffig Pees nach und bekam Publikumszuspruch für sein Plädoyer, das Theater auch tagsüber häufiger als bisher zu öffnen. Beckermann warnte das Theater davor, die ganz andere Sicht junger Leute zu verpassen: Da muss radikal neu gedacht werden″, glaubt er.

An die Adresse der Stadt gerichtet, beklagte ein Theatergänger die massiven Sparwellen, die das Theater im Lauf der Jahre hinnehmen musste. Wir bekommen es einigermaßen hin″, entgegnete ihm Waldschmidt, gab aber zu: Die 200 000 Euro Miete im Jahr bei gleichem Ausstattungstetat, die es früher nicht gab, tun weh, und vieles geht nicht.″

Darin schienen dann alle Diskutanten einig, und Harald Wolf, Chefdramaturg in Gießen und Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft, brachte es auf den Punkt: Bund und Länder hätten Geld in den Kassen wie noch nie und müssten die Städte in die Lage versetzen, ihren Aufgaben nachzukommen, also auch ihre Theater besser zu finanzieren als Investition in eine Gesellschaft, die offene Verständigungsräume dringender brauche denn je.

Bildtext:
Im Gespräch mit dem Publikum: Ralf Waldschmidt (v. links), Harald Wolf, Barbara Mundel, Wolfgang Beckermann, Matthias Pees und Ralf Döring.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Christine Adam


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