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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Keine Ausnahme für Elterninitiativen
Zwischenüberschrift:
Stadt zwingt alle Kitas zur Teilnahme am neuen Online-Anmeldesystem
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Auch in diesem Jahr steht zu befürchten, dass es in Osnabrück ein ziemliches Durcheinander bei den Kita-Anmeldungen geben wird. Eigentlich hatte die Stadt ein Online-Anmeldesystem eingeführt, um einen Überblick über Angebot und Nachfrage zu bekommen. Doch noch immer nehmen nicht alle Einrichtungen daran teil.

Akuter Kitaplatzmangel, gepaart mit fehlendem Überblick: Das waren die Zutaten für das Kita-Chaos im vergangenen Jahr. Es war das erste Jahr, in dem Eltern ihre Kinder zentral online mit einem Erst- bis Viertwunsch anmelden konnten und dies nicht bei jeder Kita einzeln tun mussten. Mit dem Online-System wollte die Stadt vermeiden, dass es wie früher Doppel- und Dreifachanmeldungen gab.

Aber nicht alle Kitas machten mit: Zehn Elterninitiativen mit insgesamt 258 Plätzen wollten sich zunächst nicht an dem Online-System beteiligen. Sie halten zwar nur 4, 7 Prozent aller Kita-Plätze in Osnabrück vor, die Stadt hat aber das Problem, dass sie für eine funktionierende Bedarfsplanung auf die Beteiligung aller Einrichtungen angewiesen ist, wie die Verwaltung immer wieder betonte. 83 Kitas gibt es. Jetzt hat der Rat beschlossen: Zum Kindergartenjahr 2021/ 2022 nehmen alle Träger von Tageseinrichtungen an Kita-Online teil.″ Das heißt nichts anderes als: Die Elterninitiativen, die bislang nicht mitgemacht haben, werden gezwungen.

Die Elterninitiativen standen dem Online-Anmeldesystem immer kritisch gegenüber, unter anderem weil es bei ihnen persönlicher zugeht und Eltern sich auf eine Mitarbeit in der Kita einstellen müssen. Umso wichtiger sei das Vorgespräch und die Elterninitiativen fürchten, dass Eltern dies bei dem zentralen Anmeldeverfahren nicht bewusst werden könnte, wie die Leiterin einer Elterninitiative unserer Redaktion vor einem Jahr erläuterte. Ein weiteres Argument gegen die Online-Anmeldung: Die Absagen erfolgen standardisiert ohne Feedback durch die einzelnen Kitas und damit auch ohne Beratung, was die Familien alternativ tun könnten.

Eine Elterninitiative, nämlich die Kita Pusteblume″ an der Rolandsmauer, hat sich trotzdem bereit erklärt, freiwillig mitzumachen. Anhand dieses Beispiels hat die Stadt bei ihrem Anmeldeportal nun gesonderte Filtermöglichkeiten für die Elterninitiativen eingeführt sowie ein zusätzliches Info-Feld über die Kita mit ihren Besonderheiten.

Aktuell läuft das Bewerbungsverfahren für Kitaplätze ab August 2020. Die ersten Zusagen sind bereits hinausgegangen. Ab dem 9. März bekommen dann die Eltern, deren Kinder leer ausgegangen sind, die Absagen. Die Anmeldung von Wunsch-Kita eins wird bei einer Absage automatisch weitergegeben an Wunsch-Kita zwei und so weiter. Gleich zwei Softwarefehler hatten im Januar dazu geführt, dass fälschlicherweise schon verfrüht Absagen verschickt wurden, die sich dann auch nicht auf das kommende, sondern auf das längst laufende Kitajahr bezogen.

Bis die Stadt in etwa weiß, wie viele Kinder noch ohne Krippen- oder Kindergartenplatz sind, wird es Ende April werden. Und selbst dann wird noch keine Klarheit über den tatsächlichen Platzbedarf herrschen, wie das Vorjahr gezeigt hat: Die Eltern von 216 Kindern meldeten sich 2019 bei der Stadt, weil sie keinen Platz bekommen hatten. Doch beim Online-Anmeldesystem wurden noch im Juli 672 Kinder als platzsuchend geführt. Ob ihre Eltern sie nur probehalber angemeldet haben oder schlicht und ergreifend nicht verstanden haben, dass sie sich nach den Absagen ihrer vier Wunsch-Kitas bei der Stadt hätten melden sollen, das weiß im Stadthaus keiner.

Bildtext:
Mehr als 200 Kinder haben voriges Jahr keinen Krippen- oder Kitaplatz bekommen. Und die Stadt hat bis heute keinen Überblick.
Foto:
Archiv/ Gert Westdörp
Autor:
Sandra Dorn


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