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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Streitthema Obus
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Neue Chance für den Obus Osnabrück will die Weichen für ein neues Nahverkehrssystem stellen″ (Ausgabe vom 11. November).

Stadtwerke-Vorstand Rolfes ist zuzustimmen, dass der Dieselbus ein Auslaufmodell ist. Die Ölreserven gehen zur Neige, und der Rohstoff ist für wichtigere Produkte zu nutzen, statt ihn durch den Auspuff zu jagen. Es ist ebenfalls zu begrüßen, dass Stadtwerke und Planos ein Symposium veranstalten zu Zukunftsperspektiven des Nahverkehrs in Osnabrück. Völlig unverständlich ist allerdings, wenn bei der Betrachtung dieser Zukunft eine Straßen- oder Stadtbahn völlig ausgeblendet wird. Keines der sieben Fachreferate des Symposiums stellte Chancen und Vorzüge dieses seit Jahrzehnten bewährten innerstädtischen Verkehrsmittels dar. Dabei hatte die Stadtbahn-Initiative mindestens drei Experten mit Adresse und Telefonnummer vorgeschlagen. Sie hätten vermutlich auch davon berichten können, dass die Anzahl der Fahrgäste, die auch ihr Autobenutzen könnten, in Bahnen erheblich höher ist als in Bussen. In Karlsruhe spricht man von 60 Prozent, die ihr Auto für die Bahn stehen lassen. Müssten sie mit dem Busfahren, stiegen nur 16 Prozent um. Alle Politiker sprechen davon, man wolle mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen. Eine Stadtbahn wäre der Erfolgversprechende Weg. Auch wenn sie erst in Jahren gebaut wird denken und planen kann man nicht früh genug!

Thomas Polewsky
Osnabrück

Obwohl die zuständigen Fachleute der Stadtwerke und des Stadtrates bereits ausführlich über die Vorteile eines modernen Schienensystems informiert wurden, ist es unverständlich, dass auf der Veranstaltung der Stadtwerke am 9. November bezüglich eines zukünftigen Nahverkehrssystems für unsere Stadt nicht auch ein schienengebundenes Verkehrsmittel behandelt wurde. Den Obus als das Optimale hinzustellen erscheint nur auf den ersten Blick sinnvoll. Eine Stadtbahn in Niederflurtechnik und Normalspur hat gegenüber dem Obus entscheidende Vorteile. Obschon beide Systeme mit Strom fahren, hat sich bei Fahrgastbefragungen herausgestellt, dass die Akzeptanz der Straßenbahn wesentlich höher ist. Das Beispiel Straßburg zeigt, dass auf einer Buslinie, die durch eine Stadtbahn ersetzt wurde, die fünffache Anzahl an Fahrgästen einstiegen. Dies ist zum großen Teil dem erheblich höheren Fahrkomfort [. . .] sowie der Geräumigkeit und der erheblich höheren Anzahl von Fahrgastplätzen geschuldet. [. . .]. Ebenso ist die Lebensdauer erheblich höher anzusetzen als bei jeder Art von Bussen. Nicht zuletzt ist eine Stadtbahn ausgereift, was bei elektrischen Bussen wohl eher noch nicht der Fall ist. Außerdem müssen die Kosten beachtet werden. Tatsächlich geben Bund und Land beim Bau einer Stadtbahn einen Zuschuss von bis zu 90 Prozent.Dem gegenüber müsste die Stadt ein neues Obussystem aus eigener Tasche bezahlen, sodass letztlich ein neues Elektrobussystem teurer würde als eine Stadtbahn vergleichbarer Linienlänge.[. . .].″

Stefan van Lente
Osnabrück

Leider ist der Obus kein Zukunftskonzept. Der Vergleich mit der Entwicklung in Innsbruck [. . .] zeigt, dass dort der Obus abgeschafft wird zugunsten des Ausbaus der Straßenbahn. Der Obus bietet nämlich keine zusätzlichen Kapazitäten gegenüber dem Dieselbus. Die Spurgebundenheit wie bei der Straßenbahn ist jedoch da und die Oberleitung sehr aufwendig. Besser für Osnabrück wäre es daher, eine leistungsfähige Straßenbahn aufzubauen. Eine Stadtbahn macht ebenfalls keinen Sinn, da die Bahnstrecken ins Umland zu wenig zusätzliches Erschließungspotenzial bieten [. . .] und der ÖPNV in der Stadt Osnabrück selbst kaum profitieren würde. Deshalb rechtfertigt eine hohe Kapitalinvestition nur ein System, das eine deutliche Steigerung der Kapazitäten gegenüber heute bewirkt und gleichzeitig attraktiv und umweltfreundlich ist. Dies ist ein Straßenbahnsystem, eine Stadtbahn kann dies nicht wirklich leisten. Hier sollte man sich auf eine sinnvolle Verknüpfung der Regionalbahnlinien zu durchgehenden Läufen [. . .] verständigen, die einen attraktiven Takt und gegebenenfalls durch zusätzliche Halte innerhalb Osnabrücks eine Verknüpfung mit dem innerstädtischen Verkehr ermöglichen. Allerdings dürften dann zentrale Straßenzüge nicht, wie von Rot-Grün geplant, verengt werden, um den notwendigen Verkehrsraum für eine Straßenbahn zu erhalten. Busse oder Straßenbahnen im Stau bringen niemandem etwas.″

Benedikt Holz
Georgsmarienhütte
Autor:
Thomas Polewsky, Stefan van Lente, Benedikt Holz


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