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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Podium bei NOZ Medien: Perspektiven der Osnabrücker Theatersanierung?
 
Theater als Labor für die Stadt und ihre Gesellschaft
Zwischenüberschrift:
Podiumsdiskussion bei NOZ Medien: Experten diskutierten über Theatersanierung
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Experten diskutierten gestern Abend im Haus der NOZ Medien unter dem Titel Theater in der Stadt Theater für die Stadt? über Sanierung und Zukunft des Osnabrücker Theaters. Theaterexperten wie Barbara Mundel von den Münchener Kammerspielen, Matthias Pees vom Frankfurter Mousonturm und Harald Wolff vom Theater Gießen forderten, Theater für die Stadt neu zu denken. Stadttheater müssten für eine sich verändernde Gesellschaft in einer neuen Weise geöffnet werden, hieß es. Unterdessen gibt es offenbar keine neuen Nachrichten zu der Frage, wie die Sanierung des Osnabrücker Theaters finanziert werden soll. Auf Landes- und Bundesebene würden derzeit weiter Geldgeber gesucht, sagte Osnabrücks Kulturdezernent Wolfgang Beckermann.
Foto:
Gert Westdörp

Osnabrück Theater macher haben dazu aufgerufen, das Theater in und für die Stadt neu zu denken. Die Frage nach der Zukunft des Theaters sei gleichbedeutend mit der Frage nach der Zukunft der ganzen Gesellschaft, sagte Barbara Mundel, designierte Intendantin der Münchener Kammerspiele, gestern Abend im Haus der NOZ Medien, wo Theatermacher unter der Moderation von NOZ-Kulturredakteur Ralf Döring unter dem Titel Theater in der Stadt Theater für die Stadt? über die Zukunft des Theaters diskutierten. Ebenso wie Barbara Mundel hoben auch die anderen Diskussionsteilnehmer die wichtige Rolle des Theaters in Stadtgesellschaften hervor.

Theater sind die Orte, an denen wir uns darüber auseinandersetzen können, welche Gesellschaft wir wollen″, plädierte Harald Wolff, Chefdramaturg am Theater Gießen und Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft, für eine neue Politisierung des Theaters. Wolff verwies energisch auf die Versuche rechtspopulistischer Politiker in Deutschland, Theater gezielt unter Druck zu setzen. Autoritäre Rechte greifen die Theater an, weil sie Orte der Freiheit sind″, warnte Wolff vor einem neuen Kulturkampf im Verlauf der Podiumsdiskussion, zu der NOZ Medien, das Theater Osnabrück und die Stadt Osnabrück eingeladen hatten. Hintergrund der Diskussion ist das Projekt einer anstehenden Sanierung des Theaters Osnabrück, deren Kosten sich auf rund 80 Millionen Euro belaufen sollen.

Theater müssten allerdings in Zukunft anders geöffnet werden, sagte Matthias Pees, Intendant des Künstlerhauses Mousonturm in Frankfurt am Main. Was passiert in Theatern eigentlich tagsüber?″, fragte Pees mit Lust an der Provokation in die Runde. Seiner Ansicht nach müsse neu gefragt werden, was aus Theatern für die Gesellschaft herausgeholt werden könne. Man dürfe nicht nur über die Theaterbauten und ihre Sanierung sprechen, sondern auch über neue kulturelle Konzepte. Der Frankfurter Theatermacher wollte Theater unter Verweis auf sein Haus vor allem als Großstadtlabor″ verstanden wissen.

Lässt sich auch das Osnabrücker Theater weiter für die Stadt öffnen? Ralf Waldschmidt, Intendant des Osnabrücker Theaters, verwies auf die alle zwei Jahre stattfindenden Spieltriebe″ als Format, mit dem sich das Theater immer wieder in die Stadt hinein öffne. Zugleich räumte Waldschmidt ein, dass dieser Prozess in Zukunft sicher noch weitergeführt werden müsse. Das Theater muss sich insgesamt weiter politisieren″, sagte der Osnabrücker Intendant und fügte an: Die Sanierung bietet die große Chance, die Stadt neu zur Bühne des Theaters zu machen.″

Indessen gibt es offenbar noch keine neuen Nachrichten zum Stand der Finanzierung des Projekts. Wie Kulturdezernent Wolfgang Beckermann sagte, wird gerade versucht, Akteure auf Landes- und Bundesebene für die Sanierung des Osnabrücker Theaters zu begeistern. Die Zahl von 80 Millionen habe viele Menschen in Osnabrück zunächst erschreckt. Das habe sich inzwischen aber geändert. Bei Ausgaben für das Theater geht es nicht um Subventionen, sondern um Zukunftsinvestitionen für die Stadt″, hob Beckermann hervor.

Die Diskussion darüber soll in den nächsten Monaten weitergehen. Die Podiumsdiskussion vom gestrigen Abend bildete den Auftakt zu drei Podiumsdiskussionen. Weitere Gesprächsrunden zu den Themen Theaterarchitektur und Theaterästhetik werden folgen.

Bildtext:
Über das Theater diskutierten Ralf Döring, Harald Wolff, Wolfgang Beckermann, Barbara Mundel, Matthias Pees und Ralf Waldschmidt (von links).
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Stefan Lüddemann


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