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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Rat stimmt für Straße und VfL-Zentrum
 
Neue Straße auf dem Westerberg
 
Stadt gibt fünf Millionen für VfL-Nachwuchszentrum
Zwischenüberschrift:
Bürgerprotest erfolglos: Rat stimmt für Bau der Nordspange
 
Ratsmehrheit aus CDU, SPD und Grünen / Bajus: Wollen aber wissen, wie viele Bäume fallen müssen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Stadtrat hat gestern Abend zwei wichtige Entscheidungen getroffen: Der VfL kann den Bau des Trainingszentrums in der Gartlage in Angriff nehmen und die Erschließungsstraße des Wohn- und Wissenschaftsparkes am Westerberg kann gebaut werden. Beiden Entscheidungen waren intensive Debatten vorausgegangen. In beiden Fällen gab es aber am Ende breite Mehrheiten. Der VfL will auf einer KME-Fläche noch in diesem Jahr ein Trainungszentrum für die Zweitligaprofis bauen. Im zweiten Schritt soll in direkter Nachbarschaft ein neues Nachwuchsleistungszentrum entstehen. 20 Millionen Euro soll das Gesamtprojekt kosten, die Stadt steuert fünf Millionen für die Talentschmiede bei. Gegen den Bau der Erschließungsstraße hatten Bürger vor dem Rathaus demonstriert.

Osnabrück Der Protest der Anwohner hat die Ratsmehrheit nicht umgestimmt: Der Stadtrat stimmte am Dienstagabend für den Bau der 620 Meter langen Nordspange auf dem Westerberg, die den Wohn- und Wissenschaftspark von Norden erschließen wird.

An der Rathaustreppe erwarteten zwei Dutzend Demonstranten die Ratsmitglieder und versuchten, auf dem letzten Drücker eine Meinungsänderung zu bewirken. Auch in der Bürgerfragestunde ergriffen Bewohner des Wohn- und Wissenschaftsparks das Wort und wiederholten ihre grundsätzliche Frage: Wird die Straße überhaupt gebraucht?

CDU/ BOB, SPD und UWG sind von der Notwendigkeit überzeugt. Sie verteidigten den vor sieben Jahren beschlossenen Straßenbau, während Grüne, FDP, Linke und Piraten für ein Umdenken waren oder für einen Aufschub plädierten. Der Vorschlag der Grünen, den Tagesordnungspunkt abzusetzen, fand keine Mehrheit.

Die 620 Meter lange Straße ist Teil des 2013 verabschiedeten Bebauungsplans 571. Sie soll dazu dienen, das Viertel von Norden direkt zu erschließen. Nach den Plänen soll die neue Straße eine 6, 50 Meter breite Fahrbahn und einen kombinierten Rad- und Fußweg auf beiden Seiten bekommen. An die Sedanstraße soll die Nordspange mit einem kleinen Kreisverkehr (32 Meter Durchmesser) angeschlossen werden. Am anderen Ende (Natruper Straße) ist eine Ampelkreuzung geplant. Lärmschutzwände sollen die Bewohner der benachbarten Siedlungen und die Patienten der Klinik schützen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) wies in der Bürgerfragestunde darauf hin, dass die Erschließungsstraße zum Geflecht des Bebauungsplans gehört″. Wer einen Teil des Bebauungsplans infrage stelle, stelle das Ganze infrage, weil im Planungsprozess alles er- und abgewogen worden ist. Es gehe dabei auch um die Verlässlichkeit städtischer Planungen: Die Grundstücke seien auf der Grundlage des B-Plans mit der nördlichen Erschließung verkauft worden.

Die Zeiten haben sich geändert″, mahnte dagegen Sebastian Bracke (Grüne). „ Wir haben heute andere Prioritäten: Radwege, Lärmreduzierung, Klimaschutz.″

Thomas Thiele (FDP) warf Verwaltung und Ratsmehrheit vor, Nebelkerzen zu werfen″. Die Nordspange werde Erschließungsstraße genannt, sei aber in Wahrheit der Anfang einer neuen Westumgehung. Es gebe keine Notwendigkeit, jetzt zu entscheiden und vier Millionen Euro auszugeben. Dieses Geld könnten wir an anderer Stelle dringender gebrauchen.″

Fritz Brickwedde (CDU) zitierte aus dem Protokoll der Ratssitzung vom 13. Dezember 2011 die Wortmeldung eines Grünen-Ratsherrn, der die Erschließungsstraße als absolut notwendig bezeichnete. Brickwedde mahnte, die wahren Dimensionen der Straße nicht aus dem Blick zu verlieren: Von den 17 Metern Breite sind sechs Meter für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen, fünf Meter für eine Allee und sechs Meter für Autos. Der ÖPNV werde gestärkt, Umwege würden vermieden und die Anwohner am Natruper Holz entlastet.

Bildtexte:
620 Meter lang ist die Erschließungsstraße, deren Bau vier Millionen Euro kosten soll. Links im Bild die Paracelsus-Klinik (Niels-Stensen), rechts der Wohn- und Wissenschaftspark.
Protest auf der Rathaustreppe: Bewohner des Wissenschaftsparks wollen die Straße nicht.
Fotos/ Grafik:
Gert Westdörp, Matthias Michel, Graf

Kommentar
Die ganze Wahrheit

Es ist das gute Recht der Bewohner des Wissenschaftsparks, ihren Unwillen öffentlich zu machen. Auch ihr Wunsch, dass der Rat eine acht Jahre alte Planung unter heutigen Gegebenheiten noch einmal überprüfen möge, ist legitim. Nicht nachvollziehbar ist aber, den Ratsbeschluss für die Nordspange als Demontage der Demokratie und Missachtung des Wählerwillens zu diskreditieren. Das ist er nämlich ganz und gar nicht.

Die Nordspange ist Teil des Bebauungsplans für den Wohn- und Wissenschaftspark. Bevor ein Bebauungsplan rechtskräftig wird, durchläuft er ein aufwendiges, oft mehrjähriges Bauleitverfahren, in dem die Fakten gesammelt, die Bürger beteiligt und Vor-und Nachteile abgewogen werden, bevor die gewählten Ratsmitglieder final entscheiden. Das ist ein höchst demokratischer Prozess. Wer den missachtet glaubt, weil die Mehrheit der Wähler 2014 gegen die Westumgehung stimmte, sollte zur Kenntnis nehmen, dass die Nordspange gar nicht Teil der Bürgerbefragung war.

Die Gegner der Erschließungsstraße führen große Argumente ins Feld: Klimaschutz, Kohlendioxid-Belastung, Naturvernichtung, Autolärm, Hochwasser, Verkehrswende, Artensterben. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Viele wollen einfach nicht, dass in der Nähe ihres Gartens oder Balkons eine Straße verläuft. Nur spricht es keiner aus.

w.hinrichs@ noz.de

Osnabrück Grünes Licht für Lila-Weiß: Der Osnabrücker Stadtrat hat am Dienstag zugestimmt, den Bau des Nachwuchszentrums des VfL Osnabrück mit fünf Millionen Euro zu unterstützen.

Die städtische Finanzspritze ist explizit für das Nachwuchsleistungszentrum vorgesehen. Die fünf Millionen Euro bilden zugleich die Anschubfinanzierung für ein größeres Projekt: Der VfL will im ersten Schritt das dringend benötigte Trainingszentrum für die Profifußballer bauen und im zweiten Schritt das Nachwuchsleistungszentrum in unmittelbarer Nachbarschaft. Das Gesamtprojekt wird etwa 20 Millionen Euro kosten. Die fehlenden 15 Millionen Euro muss der VfL selbst aufbringen durch Fördermittel, Kredite, Sponsoring, Spenden.

Das VfL-Zentrum soll in der Gartlage entstehen. Die Stadt kauft dem Kupferverarbeiter KME eine nicht mehr benötigte Erweiterungsfläche ab und wird sie dem VfL baureif zur Verfügung stellen. Schon Ende 2020 sollen die Profis bundesligataugliche Trainingsbedingungen vorfinden, an denen es auf der Illoshöhe mangelt. Dort entsprechen die Trainingsbedingungen nicht den Vorgaben der Deutschen Fußball-Liga. Schlimmer noch: Sie sind ein Wettbewerbsnachteil.

Für die Zuschuss stimmten CDU, SPD und Grüne. FDP und UWG stimmten dagegen. Die Linken enthielten sich. Die BOB-Fraktion ist gespalten: Ralph Lübbe enthielt sich, Thorsten Wassermann (BOB) sagte nein.

Frank Henning (SPD) sprach von einer glasklaren Grundsatzentscheidung″ in seiner Fraktion: Wenn man sagt, dass man in Osnabrück Profifußball haben will, dann muss man sich als öffentliche Hand auch dazu bekennen und Geld in die Hand nehmen.″ Die Illoshöhe werde entlastet, Schulen und Breitensportler bekämen dort mehr Platz.

Thomas Thiele (FDP) brachte eine Kooperation mit den Sportfreunden Lotte ins Spiel. Warum bringen wir sowas nicht gemeinsam auf den Weg? Das könnte die Deutsche Fußball-Liga auch als Zeichen verstehen, dass wir nicht jeden Quark mitmachen″, so Thiele.

Das Nachwuchsleistungszentrum sei auch im Interesse der Breitensportvereine in Stadt und Umkreis, sagte Fritz Brickwedde (CDU). Die Grünen könnten sich gut vorstellen, in der Gartlage etwas hinzubekommen, sagte Volker Bajus. Wir wollen aber genau wissen, wie viele Bäume am Ende fallen müssen.″

Wulf-Siegmar Mierke (UWG) sagte klar: Nein. Das VfL-Zentrum wäre besser im Landkreis aufgehoben. Das Geld sollte lieber in den Breitensport gesteckt werden.

Die Linken enthielten sich in der Abstimmung. Giesela Brandes-Steggewentz sagte, ihre Fraktion wolle sich zunächst über das pädagogische Konzept des Nachwuchsleistungszentrums informieren und dann entscheiden.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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