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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Martinistraße: Hochbahn oder Tunnel?
Zwischenüberschrift:
Pecha Kucha Night: Vorträge zur Zukunft vom Weg von der Osnabrück-Halle zur Stadt hinaus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Transportiert demnächst eine Hochbahn über der Martinistraße Fahrgäste von der Osnabrück-Halle zur Stadt hinaus? Oder wird der Verkehr durch einen Tunnel geführt, damit man oberirdisch das urbane Leben genießen kann? Visionär gerieten einige Konzepte, die sich Fachleute zum Thema Zukunft der Martinistraße″ ausgedacht haben. Soll die Martinistraße begrünt und als Boulevard gestaltet werden, auf dem sich gut flanieren lässt, indem man Individualverkehr sowie öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) durch einen Tunnel leitet? Wolfram Welding von der Dälken Ingenieurgesellschaft hatte die Untertunnelung der Ausfallstraße propagiert, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. Elektroshuttles, die den Wall als Ringverkehr nutzen, eine Seilbahn über der Hase sowie ausreichend Park-and-ride-Plätze gehören zu seinem Konzept, das den Stadtkern insgesamt beruhigen soll.

Weldings Vortrag war einer von acht sehr unterschiedlichen Kurzvorträgen, die das Publikum in der Lagerhalle während der 13. Pecha Kucha Night präsentiert bekam. Die speziellen Regeln des japanischen Vortragsformats beachtend, wurden konkrete, abstrakte, futuristische und recht radikale Lösungen für die Entwicklung der Martinistraße angeboten.

So startete Architekt Stephan Zech die Nacht als erster Vorsitzender des Vereins für Baukultur Osnabrück, der an diesem Abend als Veranstalter auftrat. Seine Impulse für die Martinistraße gerieten weniger futuristisch als vielmehr eher an der Praxis orientiert. Wir müssen die 138 Meter Baulücken, die die Straße aufweist, endlich füllen.″ Zeitgenössische Architektur könne neben einem bestehenden Fachwerkhaus und einem neobarocken Häuserblock entstehen. Außerdem solle es möglich sein, bestimmte Häuser um eine oder mehrere Etagen aufzustocken, um so dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Viele Referenten plädierten dafür, den Verkehr massiv zu reduzieren, um das gesamte Viertel lebenswerter zu machen. Wer fährt von Ihnen mit dem Fahrrad über die Martinistraße?″, fragte beispielsweise Stadtplaner Arno Garthaus das Publikum. Er war erstaunt, dass sich doch ziemlich viele Zuhörer meldeten. Sie sind mutig″, meinte er.

Seine Vision: ein Boulevard Martini″, auf dem der Autoverkehr um 90 Prozent verringert und der Mittelstreifen mit Bäumen bepflanzt sei, damit Fußgänger und Fahrradfahrer das Straßenbild bestimmen könnten. In anderen Vorträgen wurde darüber hinaus vorgeschlagen, die Ladenlokale in der Martinistraße attraktiver zu gestalten, sodass Treffpunkte entstehen und für Mieter vor Ort die Grundversorgung mit Lebensmitteln und Dienstleistungen gewährleistet ist. Ein ganz konkreter Vorschlag kam von Modeschöpferin Annette E. Schneider, die in einem Hinterhof ihre Firma Paletot betreibt: Warum werden die rechten Fahrspuren nachts nicht als Parkplätze freigegeben? Zumindest dann wäre mehr Ruhe und Sicherheit gewährleistet.″

Die Vision vom Sun Glider beschrieb schließlich der Soziologe Dieter Otten. Dabei handelt es sich um eine kleine, solarstrombetriebene, selbstfahrende Hochbahn, deren Fahrzeuge zum Teil mit 3-D-Druckern hergestellt werden können. Während der Bau einer Straßenbahn mindestens 10 Millionen Euro pro Kilometer kostet, braucht man für den Sun Glider nur 3 Millionen zu investieren″, erklärt Otten, der sein Modell als Revolution des ÖPNV″ bezeichnete.

Die Idee, die 13. Pecha Kucha Night dem Thema Martinistraße zu widmen, hat ihren Ursprung im autofreien Sonntag im September 2018. Damals hatten mehrere Architekten und Stadtplaner ihre Impulse für das Viertel als Ausstellung in martini| 50, dem Forum für Architektur und Design, präsentiert.

Bildtexte:
Thema der 13. Pecha Kucha Night in der Lagerhalle: die Zukunft der Martinistraße.
Stephan Zech, Architekt und Vorstandsmitglied beim Verein für Baukultur.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Tom Bullmann


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