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1.
Erscheinungsdatum:
03.02.2020
aus Zeitung:
Neue Osnabrücker Zeitung/ Neue OZ
Überschrift:
Das Unsägliche in Worte fassen
Zwischenüberschrift:
Erinnerungsstätte auf dem Heger Friedhof / Wallenhorster Schüler schreiben Text für „Erzählstein″
Artikel:
Originaltext:
Wallenhorst/
Osnabrück
Die
Gedenkstätte
für
die
verstorbenen
Kinder
von
Zwangsarbeiterinnen
im
Zweiten
Weltkrieg
ist
um
ein
Element
reicher:
Ein
„
Erzählstein″
soll
jungen
Besuchern
die
Geschichte
der
Zwangsarbeiterkinder
vermitteln.
Geschrieben
haben
den
Text
Schüler
der
Alexanderschule
Wallenhorst.
Es
ist
eine
Geschichte,
die
erzählt
werden
muss,
weil
sie
sonst
vergessen
wird:
Die
Geschichte
der
Kinder
von
Zwangsarbeiterinnen
im
Zweiten
Weltkrieg.
Aus
verschiedenen
Ländern
hatte
das
NS-
Regime
neben
Männern
auch
junge
Frauen
zur
Zwangsarbeit
nach
Deutschland
geholt.
Einige
von
ihnen
waren
oder
wurden
schwanger.
Da
man
aber
auf
ihre
Arbeitskraft
nicht
verzichten
wollte,
entriss
man
den
Müttern
die
Kinder
und
schickte
die
Frauen
zurück
an
die
Arbeit.
Für
die
Kinder
endete
ihr
kurzes
Leben
meist
schon
einige
Stunden
oder
Tage
nach
der
Geburt.
Seit
dem
Herbst
2018
erinnert
auf
dem
Heger
Friedhof
eine
Gedenkstätte
an
sie.
105
Namen
Die
Erinnerungsstätte
war
auf
Initiative
des
Sozialverbands
Deutschland
(SoVD)
,
der
Awo
und
der
Initiative
Spurensuche
entstanden.
Sie
besteht
aus
drei
mit
105
Namen
versehenen
Säulen,
die
auf
die
dort
vergrabenen
Kinder
hinweisen
–
und
neuerdings
aus
einem
„
Erzählstein″,
auf
dem
Schüler
der
Alexanderschule
aus
Wallenhorst
das
Unsägliche
in
Worte
fassen.
Bewusst
erzählen
sie
die
Geschichte,
damit
sie
nicht
vergessen
wird.
Zugleich
fordern
sie
den
Leser
auf,
das
hier
Gelesene
weiterzuerzählen
„
damit
solch
eine
Missetat
nie
wieder
geschehe!
″,
wie
es
auf
dem
Stein
heißt.
Erarbeitet
wurde
der
Text
im
Rahmen
der
Gedenkstättenarbeit
der
Alexanderschule.
Enthüllung
Diesem
Thema
fühlte
sich
auch
der
SoVD-
Kreisvorsitzende
Gerd
Groskurt
verpflichtet.
Der
Blick
auf
die
aktuelle
politische
Situation
bereite
ihm
Sorge:
„
Populistische
Extremisten
packen
die
alten
Wahnideen
wieder
aus,
sie
suchen
das
Heil
wieder
dort,
wo
das
Unheil
begonnen
hat.
Sie
preisen
den
Nationalismus
als
Heilslehre.
Ich
sehe
im
Abfall
der
Geschichte
und
dem
Suchen
in
den
politischen
Schwarzmarktfantasien
keine
Zukunft.
Wohin
diese
Geister
uns
führen,
darüber
gibt
dieser
Erzählstein
mit
seiner
Geschichte
Auskunft.
Er
sollte
uns
alle
mahnen″,
sagte
Groskurt
nun
zur
Enthüllung
des
Erzählsteins.
Die
Geschichte
der
Kinder
von
Zwangsarbeiterinnen
wäre
vermutlich
nie
erzählt
worden,
wenn
nicht
der
Zufall
geholfen
hätte.
Die
Kinder
waren
unter
Ausschluss
der
Öffentlichkeit
verscharrt,
in
den
Sterbekarten
falsche
Todesursachen
eingetragen
worden.
Zusätzlich
galten
die
Unterlagen
als
verschollen.
Mit
der
Wiederentdeckung
der
Karten
erhielten
die
Kinder
ihre
Würde
zurück
und
nun
auch
eine
Gedenkstätte,
die
an
ihr
Schicksal
erinnert.
Bildtext:
Aileen
Langkamp
von
der
Alexanderschule
vor
der
Erinnerungsstätte
auf
dem
Heger
Friedhof.
Foto:
SoVD-
Kreisverband
Osnabrück
Das
steht
auf
dem
„
Erzählstein″
Warum
uns
die
Gedenkstätte
wichtig
ist!
?
Wir
erzählen
dir
eine
Geschichte
–
eine
wahre
Geschichte!
An
diesem
Ort,
an
dem
du
jetzt
stehst,
hat
sich
einst
etwas
Grau
sames
zugetragen:
Während
der
NS-
Zeit
wurden
Frauen
aus
anderen
Ländern
nach
Deutschland
verschleppt.
Sie
wurden
gezwungen,
Zwangsarbeit
zu
verrichten.
Einige
Frauen
waren
schwanger
oder
wurden
schwanger
und
haben
dann
die
Kinder
zur
Welt
gebracht.
Damit
die
Frauen
weiterarbeiten
konnten,
hat
man
ihnen
die
Kinder
weggenommen.
Man
konnte
die
Kinder
aber
nicht
gebrauchen.
Deshalb
wurden
sie
sehr
schlecht
behandelt,
wurden
krank,
und
die
meisten
von
ihnen
sind
gestorben.
Man
hat
sie
an
diesem
Ort,
an
dem
Du
jetzt
stehst,
begraben.
Die
Kinder
bekamen
jedoch
kein
ordentliches
Begräbnis.
Sie
wurden
ohne
Beisein
ihrer
Mütter
begraben
–
verscharrt,
sozusagen
entsorgt!
Die
meisten
der
Kinder
hatten
Mütter
aus
Polen,
Russland,
der
Ukraine,
den
Niederlanden,
Italien,
Frankreich
und
auch
einige
wenige
aus
Deutschland.
Die
kleinen
Kinder
konnten
nichts
dafür!
Sie
lebten
meistens
nicht
länger
als
ein
paar
Tage
oder
einige
Monate.
Viele
starben
noch
an
ihrem
Geburtstag!
Die
echte
Todesursache
wurde
meist
verfälscht
auf
Sterbekarten
festgehalten,
die
irgendwann
verschollen
sind
–
und
mit
ihnen
auch
die
Namen
der
verstorbenen,
unschuldigen
Kinder
.
Die
Kinder
wurden
einfach
vergessen
–
sie
sollten
vergessen
werden!
Durch
einen
glücklichen
Umstand
wurden
die
Sterbekarten
wiederentdeckt
und
mit
ihnen
auch
die
vergessenen
Namen
der
Kinder.
Mit
dieser
Gedenkstätte
soll
den
Kindern
ein
Stück
Würde
wiedergegeben
werden!
Erzähle
diese
Geschichte
weiter,
damit
möglichst
viele
Menschen
von
ihr
erfahren
und
diesen
Ort
des
Gedenkens
aufsuchen
werden!
Ein
stiller
Ort
des
Gedenkens,
des
Erinnerns,
des
Mahnens,
des
Respekts
–
damit
solch
eine
Missetat
nie
wieder
geschehe!
Erzähle
diese
Geschichte
weiter!
Autor:
Robert Schäfer