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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Rollen bald E-Scooter von Tier durch die Stadt?
Zwischenüberschrift:
Münster zufrieden mit Anbieter / Stadtwerke Osnabrück arbeiten an Konzept
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In zahlreichen Städten gehören sie längst zum Alltag: leihbare Elektrotretroller. Nun kam ein Anbieter auf die Stadtwerke zu, der Interesse an Osnabrück zeigt. In Münster ist er bereits aktiv, und die Stadt ist zufrieden.

Vertreter des Berliner Unternehmens Tier besuchten am Donnerstag die Stadtwerke Osnabrück, bestätigt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer auf Anfrage. Tier zeige großes Interesse″ daran, in Osnabrück an den Start zu gehen. Auf seiner Internetseite sucht das Unternehmen bereits nach einem Mechaniker in Vollzeit. Das Gespräch sei positiv verlaufen, so Hörmeyer. Zuerst waren dem Fahrrad-Blogger Daniel Doerk zwei Tier-Roller in der Osnabrücker Innenstadt aufgefallen es waren Scooter der Unternehmensvertreter.

Kooperation gewünscht

Tier ist in 32 deutschen Städten und weiteren Ländern aktiv. Den Stadtwerken Osnabrück habe das Unternehmen sein System am Beispiel von Münster erläutert. Wir begrüßen, dass Tier auf uns zukommt″, um Rahmenbedingungen zu besprechen, sagt Hörmeyer. Denn eine Erlaubnis braucht ein Verleiher nicht, um seine Roller in einer Stadt fahren zu lassen. In der Regel suchen die großen Anbieter vor dem Start aber den Kontakt zu den Kommunen.

So auch Tier: Uns ist es wichtig, all unsere Schritte eng mit einer Stadt abzustimmen, um dann ein auf die jeweilige Stadt passendes Angebot zu schneidern und zu schauen, ob ein gemeinsamer Nenner gefunden werden kann″, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Konkret äußert sich das Unternehmen zu seinen Plänen in Osnabrück aber noch nicht. Gespräche wie in Osnabrück finden im Vorfeld statt, um sich unverbindlich auszutauschen beispielsweise bezüglich etwaiger Rahmenbedingungen.″ Und zu einem Starttermin in einer neuen Stadt äußere sich Tier generell immer erst, wenn es tatsächlich auch losgeht″, so der Unternehmenssprecher weiter. Allerdings würden von unserem Team Möglichkeiten für Expansionen in weitere Städte in Deutschland und ganz Europa fortwährend geprüft″. Wirtschaftlich interessant seien grundsätzlich Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern.

Ohne feste Stationen

Die Stadtwerke Osnabrück arbeiten an einem Konzept, wie ein E-Scooter-Verleih in Osnabrück funktionieren könnte und tun das auch weiterhin, so Hörmeyer. Das soll letztlich der Politik vorgestellt werden. Wiederholt hatten die Stadtwerke auf ein stationsbasiertes System gepocht, bei dem die Roller an festen Stationen abgeholt werden können und dorthin zurückgebracht werden müssen. Das System verfolgt Tier nicht, bietet aber technische Lösungen, damit seine Roller nicht überall herumliegen oder gar wild entsorgt werden. In Münster funktioniere das gut, sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion.

Weit mehr als 500 Tier-Roller sind dort unterwegs. Mit allen Anbietern von E-Scootern hatte die Stadt Münster im Mai vergangenen Jahres gesprochen - schon vor der Freigabe der Roller im Straßenverkehr durch den Bund. Münster pochte darauf: E-Scooter-Verleiher, die in Münster Fuß fassen wollen, müssen eine freiwillige Erklärung unterschreiben. Darin sind etwa Zonen geregelt, in denen die Roller nicht abgestellt werden dürfen, und ein Ansprechpartner vor Ort für die Stadt bei Problemen. Tier unterschrieb diese Erklärung im Juni vergangenen Jahres, so der Stadtsprecher. Bislang ist Tier der einzige Anbieter in Münster.

Bisher gebe es keine Probleme mit Vandalismus und dem wilden Entsorgen der Roller wie in anderen Städten, versichert der Stadtsprecher. Möglich macht das unter anderem die Technik. So werden die Roller in der Fußgängerzone, wo sie nicht gefahren werden dürfen, automatisch auf Schritttempo gedrosselt. Außerhalb des Nutzungsradius, etwa in einem Wald, können die Roller nicht abgemeldet werden die Mietdauer läuft weiter bis zur Abgabe in einem erlaubten Bereich. Das klappt technisch alles sehr gut″, sagt der Stadtsprecher. Zudem habe die Stadt zehn gesonderte Abstellmöglichkeiten für die Roller eingerichtet - entsprechende Schilder sollen bald folgen. Der Stadtsprecher resümiert: Das Unternehmen ist zuverlässig und reagiert auf Anmerkungen.″

Und auch Tier ist in Münster zufrieden. Wir sind sehr glücklich mit der Entwicklung in Münster″, so der Tier-Sprecher. Seit November 2019 setzt Tier dort auf austauschbare Akkus.

Sie würden die CO2-Bilanz verbessern, da wir die Scooter dann ganz überwiegend mit Lastenfahrrädern anfahren können, um die Batterien zu wechseln″.

Kritik an E-Tretrollern

Keinen Einfluss habe die Stadt hingegen auf die Nutzer, sagt der Stadtsprecher. Berichte über Unfälle mit Rollern und betrunkenen Fahrern häufen sich europaweit. Hier ist Münster nicht anders als der Rest Europas″, so der Sprecher.

Dem Umweltbundesamt zufolge bringen E-Scooter in Innenstädten eher Nachteile für die Umwelt″. Die zumeist kurzen Wege könnten jedoch auch zu Fuß, mit dem Bus oder dem Fahrrad bewältigt werden. Im Vergleich mit dem Rad seien Roller deutlich umweltschädlicher. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger schreibt: In der Ökobilanz sind E-Scooter natürlich deutlich besser als das Auto. Aber gegenüber dem bewährten Fahrrad, mit dem sich Strecken ebenso schnell bewältigen lassen und Gepäck besser transportieren lässt, sind E-Scooter die deutlich umweltschädlichere Variante und aus meiner Sicher daher keine gute Alternative.″

Im Oktober hatten Mitarbeiter der Stadtwerke Osnabrück ein stationsbasiertes System des französischen Anbieters Knot auf dem Betriebsgelände getestet. In großen Teilen kamen die Roller dort gut an.

Bildtext:
Womöglich bald auch in Osnabrück zu sehen: E-Scooter von Tier. Seit November 2019 setzt das Unternehmen in Münster E-Scooter ein, bei denen die Akkus ausgetauscht werden können.
Foto:
Tier
Autor:
Jörg Sanders


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