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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wann wird es wieder richtig Winter?
Zwischenüberschrift:
Was der überdurchschnittlich warme Januar für Folgen in Osnabrück hat
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Regen statt Schnee, Nebel statt frostiger Luft, Matsch statt Eisflächen: Der Januar scheint bislang deutlich hinter den Erwartungen beziehungsweise Befürchtungen zurückgeblieben zu sein. Ist das wirklich so? Und welche Folgen hat das?

Der Blick in die Wetterstatistik zeigt, dass der Januar 2020 bisher deutlich wärmer war als im langjährigen Vergleich. An der Station des Deutschen Wetterdienstes in Belm betrug die Durchschnittstemperatur in den ersten drei Wochen des Jahres satte 5, 4 Grad. Das sind 3, 4 Grad mehr als im langjährigen Mittel.

An keinem Tag gab es bisher Dauerfrost, nur an vier Tagen überhaupt fiel die Temperatur in der Nacht unter den Gefrierpunkt. Am kältesten war es bisher am 1. Januar mit minus 3, 4 Grad. Dem stehen frühlingshafte Werte von mehr als zehn Grad an sechs Tagen gegenüber. Am 15. Januar stieg das Quecksilber in Belm auf 12, 5 Grad. Am Hannoverschen Bahnhof in Osnabrück stehen seitdem die Winterlinge in voller, gelber Blüte.

Und ein Wintereinbruch scheint nicht in Sicht: Damit wird der Januar 2020 wohl die Reihe der zu warmen Monate fortsetzen. Ob er allerdings den Januar 2007 übertreffen wird, ist ungewiss. Damals betrug die Durchschnittstemperatur 5, 8 Grad. Sehr mild war es im Januar auch Ende der Neunzigerjahre mit Tageshöchsttemperaturen nahe 15 Grad (wie am 6. Januar 1999). Dass es auch mal ganz anders sein kann, zeigt der Januar 2010 mit einer Durchschnittstemperatur von nur minus 3, 4 Grad.

Eine geradezu sibirische Kälte hatte Norddeutschland am Jahreswechsel 1996/ 97 im Griff. Am 2. Januar 1997 fiel die Temperatur am Osnabrücker Ziegenbrink auf minus 19, 5 Grad, über der damals geschlossenen Schneedecke sogar auf minus 26, 2 Grad. Ob wir angesichts der Klimaveränderungen solche Temperaturen je wieder in der Region bekommen?

Das Streusalz liegt bereit

Beim Osnabrücker Service Betrieb zeigt das milde Wetter durchaus Wirkung: So ist der Streusalzverbrauch bislang relativ gering. Kämmerer und Bäume am Straßenrand freut es. Und da es kein Verfallsdatum für Streusalz gibt, ist Lagern kein Problem solange der Lagerplatz trocken ist.

Auch den meisten OSB-Mitarbeitern dürfte der bislang milde Winter entgegenkommen: Die Bereitschaften für den Winterdienst sind zwar von November bis März durchgeplant, derzeit müssen die Leute aber eher selten nachts raus.

Ganz andere Auswirkungen habe der milde Winter aber auf die Stadtreinigung und Grünflächen, erläutert Katrin Hofmann: Die Laubsammelzeit habe sich verlängert. Das dauert einfach, bis alles unten ist.″ Auch der Aufwand für die Wildkräuterbeseitigung der Begriff Unkraut″ ist ein wenig aus der Mode gekommen liege deutlich höher als in wirklich kalten Monaten. So müsse zum Beispiel auf den Spielplätzen deutlich mehr Arbeit investiert werden, damit die Sandflächen nicht vergrünten.″ Die gute Nachricht: Solange es nicht friert und schneit, können die Kehrmaschinen fahren. Und auch das Gräberausheben ist einfacher als nach wochenlangem Dauerfrost. Das Wasser auf den Friedhöfen ist allerdings trotzdem vorsorglich abgestellt.

Also überwiegen in der Summe aus OSB-Sicht die Vorteile? Nein, nicht wirklich. Die Frosthärte″ der Bäume verringere sich durch milde Winter, so Hofmann. Wenn es dann doch mal richtig friere, komme es auch eher zu Frostschäden an den Pflanzen. Und auch die Schädlinge freuten sich, verweist Hofmann auf ein weiteres Problem, dass den OSB im Frühjahr und Sommer einholen könnte. Ihr Fazit: Eigentlich muss es im Winter auch richtig kalt sein!

Urlaubszeit auf dem Bau

Und die Baubranche? Unabhängig vom Wetter liegt dort die Haupturlaubszeit im Winter, da aufgrund der Saisonabhängigkeit in der eigentlich meist kalten Jahreszeit häufig nicht gearbeitet werden kann. So nehmen laut SOKA-BAU, der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft und der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG, rund 75 Prozent der Bauarbeiter im Dezember Urlaub.

Welche Auswirkungen hat das milde Wetter auf die Tiere im Osnabrücker Zoo? Reaktiv wenige, so Hanna Räckers. Den rund 550 Säugetieren, 400 Vögeln, 100 Reptilien, zwei Dutzend Amphibien, 900 Fischen und knapp 300 Wirbellosen scheint es in der übergroßen Mehrheit herzlich egal zu sein, ob der Januar nun etwas wärmer oder etwas kühler ist. Nur der Kuhreiher, so Räckers, der habe bereits mit dem Nestbau begonnen. Deutlich früher als sonst.

Bildtext:
Kalt geht anders: ein Wintermorgen am Rubbenbruchsee in Osnabrück.
Foto:
David Ebener
Autor:
Holger Jansing, Frank Wiebrock


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