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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neubau in der Altstadt?
Zwischenüberschrift:
Debatte um Restaurant „La Vecchia Citta″ nimmt noch einmal eine andere Richtung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Neue Wendung im Streit um das italienische Restaurant La Vecchia Citta″ an der Osnabrücker Bierstraße: Die Stadtverwaltung zieht in Betracht, das Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten. Ein vernünftiger Vorschlag″, finden die Grünen.

Der Pächter der Gaststätte hatte zum Ende des Jahres aufgegeben, weil er sich mit der Stadt nicht einig geworden war. Ein Stadtsprecher teilte dazu mit, die Verwaltung brauche die Flächen für die Neustrukturierung von Verwaltungsbereichen in der Innenstadt″.

Die mögliche Umwandlung in Büros löste geballte Kritik von SPD, CDU und FDP aus. Die Altstadt braucht Vitalisierung und nicht Gebäude, die ab 17 Uhr niemand mehr aufsucht. Deshalb hat Gastronomie einen hohen Stellenwert für die Attraktivität der Bierstraße und der ganzen Altstadt″, ließ sich beispielsweise CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde in einer Mitteilung zitieren. Zuvor hatten sich SPD und FDP kritisch geäußert.

Mehr Geschosse

Der Fachbereich Immobilien will am Dienstag im nicht öffentlichen Teil der Sitzung des Immobilienausschusses der Politik Auskunft geben. Dabei wird es nach den Worten Brickweddes auch um den hohen Investitionsbedarf gehen. Er bezweifelt, dass es sinnvoll wäre, an dieser Stelle und in den benachbarten städtischen Gebäuden noch größere Summen zu investieren. Geprüft werden müsse, ob nicht mit mehreren neuen Gebäuden mit höherer Geschosszahl zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden könnte″. Das wäre sozialpolitisch richtig und ein Beitrag zur Vitalisierung der Innenstadt, so Brickwedde. Dann könne es auch moderne Gastronomie mit neuer Küche geben.

Grünen-Fraktionschef Volker Bajus hält den Vorschlag für vernünftig″, einen Neubau an der Ecke Bierstraße/ Lohstraße zu prüfen. Angesichts der Lage des Grundstückes und des Nutzungsdrucks können wir uns einen Neubau mit mehr Geschossen vorstellen, der das Grundstück besser ausnutzt und mehr Nutzfläche schafft. Mit Wohnungen und Büros in den Obergeschossen und einem Ladenlokal im Erdgeschoss″, so Bajus in einer Stellungnahme. Der Vorschlag sei ursprünglich aus der Verwaltung gekommen.

150 000 Euro

Nach Informationen unserer Redaktion hätte die Renovierung der Küche nach Vorgaben der Lebensmittelüberwachung 150 000 Euro gekostet. Eine Refinanzierung wäre nur mit einer langfristigen Neuvermietung über mindestens 15 Jahre möglich gewesen. Auf die im vergangenen Jahr veröffentlichte Ausschreibung hat es nur eine Bewerbung gegeben, die diese Bedingungen aber nicht erfüllte.

Weil die Bausubstanz nicht mehr die beste ist und die Stadt händeringend nach Flächen für bezahlbaren Wohnraum sucht, tendiert der Eigenbetrieb Immobilien eher zu Abriss und Neubau.

Das italienische Restaurant ist inzwischen geschlossen. Um einen längeren Leerstand zu vermeiden, will die Stadt die Räume nach Informationen unserer Redaktion für städtische Beratungsstellen mit regem Publikumsverkehr nutzen.

22 Jahre hatte Cosimo Vitale das italienische Restaurant betreiben. Schon vor Jahren sollte die Küche renoviert werden, wie Vitale unserer Redaktion berichtete, aber die Stadt habe ihn immer wieder vertröstet. Es ging lange hin und her zwischen dem Mieter und dem Eigenbetrieb Immobilien. Vitale behielt zwischenzeitlich die Pacht ein, bis sich beide Seite schließlich auf eine Aufhebung des bis Ende 2022 befristeten Vertrages zum 31. Dezember 2019 einigten.

Kritik an der Kritik

Grünen-Sprecher Bajus nimmt den Eigenbetrieb Immobilien in Schutz. Für die Kritik der Ratskollegen, die er als unsachlich empfinde, habe er kein Verständnis, so Bajus in der Mitteilung. Weiter wird er mit den Worten zitiert: Dass sich die Kollegen der anderen Fraktionen aufgrund von Hörensagen hierzu äußern und ohne Rücksicht auf die Sachlage auf den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung rumhacken, macht uns sehr nachdenklich. Hier wird um der persönlichen Profilierung willen ein künstlicher Streit vom Zaun gebrochen, obwohl wir uns bezüglich der Nutzung eigentlich alle einig sind. Das ist nicht gut für die politische Kultur und schadet der notwendigen vertrauensvollen Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik.″

Bildtext:
Das Restaurant La Vecchia Citta″ in der Bierstraße ist geschlosssen. Lässt die Stadt die Gebäude abreißen?
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Wilfried Hinrichs


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