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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Baurecht für 3000 neue Wohnungen
 
Ziel fast erreicht
Zwischenüberschrift:
Osnabrück schafft Baurecht für 3000 neue Wohnungen bis Ende 2020
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Es ist fünf Jahre her, dass der Osnabrücker Rat sich selbst und der Stadtverwaltung auferlegt hat, bis 2020 die Voraussetzungen für 3000 neue Wohnungen in Osnabrück zu schaffen. Bis Ende des Jahres dürfte die Stadt dieses Ziel erreichen. Wie aus aktuellen Zahlen der Stadtverwaltung hervorgeht, sind seit Anfang des Jahres 2015 für Gebiete mit geschätzt 1936 Wohneinheiten die entsprechenden Bebauungspläne in Kraft getreten. Weitere sind in Arbeit. Bis Ende dieses Jahres soll der Bau von weiteren 1016 Wohnungen möglich sein. Hinzu kommt ein Flächenpotenzial für weitere circa 1183 Wohnungen. Ab dem kommenden Jahr sollen auch diese Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden. Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt derweil weiter aber nicht so stark, wie die Stadt einst angenommen hatte.

Osnabrück So langsam trägt Früchte, was der Osnabrücker Rat in den vergangenen Jahren beschlossen hat, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen. Das Ziel, bis 2020 die Voraussetzungen für 3000 neue Wohnungen zu schaffen, dürfte die Stadt erreichen in den nächsten Jahren kommen sogar noch mehr als 1000 weitere hinzu. Reicht das?

So viele Wohnungen gibt es: Wir haben schon unglaublich viel erreicht″, sagte Andrea Volk vom städtischen Fachbereich Städtebau jetzt in der Sitzung des Projektausschusses zur Gründung der städtischen Wohnungsgesellschaft. Mehr als 5000 Wohnungen seien seit 2011 entstanden: Im Jahr 2011 gab es in Osnabrück 84 275 Wohnungen, so Volk. Ende September 2019 waren es bereits 89 579 Wohnungen. Allerdings ist auch die Bevölkerung gewachsen: Von rund 156 000 Einwohnern 2011 auf rund 168 500 mit Hauptwohnsitz in Osnabrück (Stand: 30. September 2019).

So ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt: Aktuell ist es für Menschen mit mittleren und geringen Einkommen sehr schwer, eine Wohnung in Osnabrück zu finden. Die Mieten steigen und verzehren einen immer größeren Anteil des Haushaltseinkommens laut einer aktuellen Studie der niedersächsischen Förderbank NBank liegt der Anteil der Mietwohnungskosten am Haushaltseinkommen im Jahr 2017 bei 20 Prozent. 2011 waren es noch 14 Prozent.

Das hat die Stadt geschafft: Der Osnabrücker Rat hat vor fünf Jahren beschlossen, dass bis zum Jahr 2020 Baurecht für 2500 bis 3000 neue Wohneinheiten geschaffen werden soll. Das heißt: Die Stadt schafft die Grundlagen und beschließt Bebauungspläne, damit Investoren starten können, etwa im Baugebiet Eversheide am Eversburger Friedhof. Gebaut sind diese Wohnungen dann allerdings noch nicht. Bis Ende 2020 wird die Stadt laut aktuellen Zahlen aus der Verwaltung Baurecht für rund 2952 neue Wohnungen geschaffen und damit ihr Ziel erreicht haben. In den folgenden Jahren kommen weitere 1183 Wohnungen hinzu.

Reicht das? So ist der Bedarf: Das Wohnraumversorgungskonzept, auf das sich die Stadt in ihren Planungen seit 2015 stützt, basiert auf Daten aus dem Jahr 2011. Darin geht die Stadt davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren 2600 neue Wohneinheiten nötig sind: von Miet- über Eigentumswohnungen bis hin zu Einfamilienhäusern, und all das in sämtlichen Preislagen. Dieses Ziel wird die Stadt erreichen. Doch die aktuelle Studie der NBank hat kürzlich einen etwa doppelt so hohen Bedarf prognostiziert: Für die Zeit zwischen 2017 und 2025 müssten im Bereich von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern 5179 neue Wohnungen entstehen und im Bereich von Eigenheimen 1427 Ein- und Zweifamilienhäuser.

Mangel an Sozialwohnungen: Für diejenigen, die Sozialleistungen beziehen, ist es besonders schwierig: Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt, weil die Bindungen nach rund 20 Jahren auslaufen. Doch offenbar tut sich etwas. 2015 war die Stadt noch davon ausgegangen, dass der Bestand an Sozialwohnungen von rund 2000 auf nur noch 570 im Jahr 2022 abschmelzen würde. Jetzt geht die Stadt davon aus, dass es 2023 noch 830 Sozialwohnungen geben wird, eventuell sogar 960, so Volk. Einberechnet sind dabei die Wohnungen, die die neue städtische Wohnungsgesellschaft jährlich kaufen oder bauen will. Die Stadt geht dabei derzeit von 100 Wohnungen pro Jahr aus. Falls nur die Hälfte davon sozial gebunden wäre, würde es bergauf gehen″, so Volk. Damit mehr Sozialwohnungen entstehen, hat die Stadt Mindestquoten festgelegt: Je nach Stadtteil müssen 10 bis 30 Prozent der Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern sozial gebunden sein. Außerdem hat das Land Niedersachsen 2019 die Förderrichtlinien für Bauherren, die Sozialwohnungen anbieten wollen, geändert, lockt etwa mit höheren Tilgungsnachlässen.

Kommunale Wohnungsgesellschaft: Dass die Stadt eine kommunale Wohnungsgesellschaft gründen soll, haben die Osnabrücker mit großer Mehrheit per Bürgerentscheid im Mai 2019 beschlossen. Die Gründung der Gesellschaft ist aber noch lange nicht über die Bühne gegangen. Am Dienstag traf sich zum dritten Mal der Projektausschuss, in dem Vertreter von Politik, Stadtverwaltung, Bürgerinitiative, Mieter- und Vermietervereinigungen über die Ausgestaltung beraten.

Bildtext:
Osnabrücks größtes Neubaugebiet ist das Landwehrviertel. Hier entstehen mindestens 800 Wohnungen. Das Foto entstand im August 2019.
Foto:
Archiv/ Gert Westdörp

Kommentar
Ist das die Trendwende auf dem Wohnungsmarkt?

Endlich mal eine gute Nachricht, wenn es um den Osnabrücker Wohnungsmarkt geht. Die Stadt hat ihre Hausaufgaben seit 2015 gemacht und schafft es offenbar tatsächlich, bis Ende des Jahres Baurecht für 3000 neue Wohnungen zu schaffen.

Ist das die Trendwende? Ist die Wohnungsgesellschaft, die die Stadt dieses Jahr gründen wird, in Wahrheit sogar überflüssig? Leider nein.

Als der Rat 2015 seine Wohnbauoffensive beschloss, ging die Stadt noch von einem Neubaubedarf in Höhe von 2600 Wohnungen bis 2025 aus. Eine neuere Analyse der NBank hat aber einen doppelt so hohen Bedarf errechnet.

Die 3000 neuen Wohnungen sofern sie auch tatsächlich gebaut werden werden zwar für eine gewisse Entlastung sorgen. Doch sie sind auch teuer sei es zum Kauf oder zur Miete. Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht. Erstens, weil die Nachfrage in Osnabrück angesichts steigender Bevölkerungszahlen unverändert hoch ist. Zweitens, weil diejenigen, die Geld haben, angesichts der Niedrigzinspolitik ihr Geld in Immobilien stecken.

Gerade für Menschen mit geringem Einkommen wird es dadurch weiter schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

s.dorn@ noz.de
Autor:
Sandra Dorn


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