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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Baustelle ohne Beschwerden – wie geht das?
Zwischenüberschrift:
Was beim Umbau der Rheiner Landstraße besser läuft
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Seit einem halben Jahr ist die Rheiner Landstraße bis dato wichtige Einfallstraße im Westen Osnabrücks eine Großbaustelle. Auf zwei parallel wandernden Baufeldern reißen Bagger auf einer Gesamtlänge von rund 750 Metern nach und nach den Asphalt auf und graben sich tief ins Bodenreich. Doch so laut die Arbeiten für direkte Anwohner sein mögen, so ruhig scheint es ein halbes Jahr nach Baustart um das Großprojekt an sich geworden zu sein. Laufen Vollsperrung und Bauarbeiten so glatt, wie es scheint?

Sehr entspannt″ und überraschend reibungslos″: Diese Worte wählen die Planer der Stadtwerketochter SWO Netz GmbH und der Stadt Osnabrück, die die Maßnahme gemeinsam verantworten. Angesichts der vorab intensiv vorgebrachten Bedenken von Anliegern habe sich alles erstaunlich gut eingespielt″, sagt Monika Kruse, Oberbauleitung der Stadt für den Straßenbau. Die größten Bauchschmerzen hatte besonders Anwohnern der Umleitungsstrecken die Vollsperrung bereitet. Doch das befürchtete Verkehrschaos auf den zu Einbahnstraßen erklärten Ausweichstrecken In der Barlage″ stadteinwärts und Wilhemstraße stadtauswärts blieb von Beginn an aus. Pendler aus dem westlichen Umland wählen offenbar andere Verkehrsadern, um ins Zentrum und wieder hinauszugelangen.

Raser statt Staus

Zwar nahm der Verkehr auf anderen Routen am Westerberg leicht zu, aber von chaotischen Zuständen könne keine Rede sein, so die einhellige Meinung bei Stadt und Stadtwerken. Im Gegenteil: Die Straßen seien so frei, dass die Angst vor stinkenden Autoschlangen durch eine neue Befürchtung ersetzt worden sei, beobachtet Ralf Spicker, Leiter Kanalbau und Kanalbetrieb bei der SWO Netz.

Nun beklagten Anwohner Raser, die die Tempo-30-Schilder auf der Umleitungsstrecke geflissentlich ignorierten. Monika Kruse berichtet von einer sinnbildlichen Anekdote: Ein Anwohner beschwerte sich über Autofahrer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hielten, und regte Kontrollen an. Einer der Ersten, die geblitzt wurden, war er dann selbst. Seine Reaktion: Er hat sich ernst genommen gefühlt und bedankt″, so die Bauleiterin. Die Befürchtungen der Anwohner und Gewerbetreibenden an der Dauerbaustelle ernst zu nehmen: Das war eines der wichtigsten Ziele der Kommunikationsstrategie, die das Bauprojekt begleitete. Dass nun Ärger ausbleibe, sei nicht zuletzt ein kommunikativer Erfolg, glaubt Marco Hörmeyer, Sprecher der Stadtwerke Osnabrück.

Man habe versucht, auf die vielfältigen Anregungen von Anliegern einzugehen, etwa eines Tankstellenbetreibers, eines Friseurgeschäfts, eines italienischen Restaurants und einer Praxis für Physiotherapie unterschiedliche und teilweise anspruchsvolle Einzelinteressen, auf die Stadt und Stadtwerke reagierten. Aber der Aufwand trage Früchte, so die heutige Beobachtung. Wer sich vorab gehört fühle, beschwere sich nachher nicht mehr.

Noch wichtiger sei der Kontakt zwischen Bauarbeitern und direkt von einem Bauabschnitt betroffenen Anwohnern: Da werde auf Bitte auch schon mal die Wasserkiste zum Haus getragen, berichtet Hörmeyer. Solche Kleinigkeiten drücken Wertschätzung aus und machen den Unterschied.″

Zwischen Rückertstraße und Mozartstraße modernisiert die SWO Netz auf der Rheiner Landstraße sämtliche Kanäle und Leitungen, die teilweise mehr als hundert Jahre alt sind, Bruchstellen aufweisen und wegen des neuen Baugebiets am Finkenhügel an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen wären. Im gleichen Atemzug erneuert die Stadt Osnabrück die Fahrbahn, Geh- und Radwege sowie die Parkflächen. Neuer Asphalt und neues Pflaster machen nachher eine Gesamtfläche von 15 200 Quadratmetern aus. Rund 100 Häuser liegen an der Strecke, knapp 2000 Anlieger wurden vorab informiert.

Für das gesamte Bauvorhaben gab die Politik einen ambitionierten Zeitplan vor: 23 Monate Bauzeit. Spätestens im Sommer 2021 sollen die Baukolonnen verschwinden, und der Verkehr soll wieder fließen. Der enge Zeitrahmen stellt auch das Bauunternehmen, das die Ausschreibung für sich entschied, vor große Herausforderungen.

Es muss die Mannstärke aufbieten, um auf zwei Baufeldern gleichzeitig zügig voranzukommen. Wir sind regelmäßig mit mindestens 15 Leuten gleichzeitig auf der Baustelle, manchmal mit mehr″, sagt Carl Homann, Bauleiter der Firma Kögel. So komme er bisher ohne Doppelschichten bis in die späten Abendstunden aus.

Alles im Zeitplan

Die Schichtarbeit hatten die Planer vorab zwar ausdrücklich erlaubt, aber wenn vermeidbar, sollten Anwohner nicht auch noch im Feierabend mit Baulärm beschallt werden, findet Homann. Zum ersten Mal arbeiten Stadt und Stadtwerke mit der Baufirma Kögel aus Bad Oyenhausen zusammen und nicht mit einem der lokalen Bau-Platzhirsche aus Osnabrück. Bisher seien die Erfahrungen durchweg positiv″, berichtet Kanalbauleiter Spicker. Die Qualität der Arbeit passt, und wir sind gut im Zeitplan.″

Auf einer Länge von in Summe 400 Metern seien bereits neue Schmutzkanäle verlegt, sagt Fritz-Dieter Rosche, Oberbauleiter der SWO Netz. Dabei handelt es sich um mannshohe Betonröhren für das Regenwasser mit einem Innendurchmesser von bis zu 1, 60 Metern. Sukzessive folgen die Hausanschlüsse. Ein erstes Stück Gehweg, von der Rückertstraße ausgehend Richtung Westen, ist bereits gepflastert, nun kommt das Pflaster für den Gehweg auf der anderen Straßenseite.

Bisher spielt dem Großprojekt auch das Wetter in die Karten. An zwei Regentagen im Dezember mussten die Arbeiten ruhen, sonst gab es noch keine Ausfälle.

Bildtext:
Dafür, dass die Anwohner der Rheiner Landstraße ordentlich Baulärm ertragen müssen, ist es um die Dauerbaustelle erstaunlich ruhig geworden.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Meike Baars


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