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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Verein in Atter fühlt sich schlecht behandelt
Zwischenüberschrift:
Ein kritischer Brief des „Bürgerforums″ und die Reaktionen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Name führt zu Verwechslungen: Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ so heißt ein Verein, der sich vor 25 Jahren gegründet hat, also schon lange bevor es in Osnabrück die Bürgerforen als Stadtteilgremien gab. Doch die Freude im Jubiläumsjahr ist getrübt und das hängt mit den Stadtteilgremien zusammen, die zweimal im Jahr im Stadtteiltreff Atter tagen. Woran liegt es?

Was zum Engagement des Vereins Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ dazugehört, ist die Beteiligung am Bürgerforum Atter: Der Verein meldet ebenso wie es einzelne Anwohner tun regelmäßig Themen für das städtische Gremium an. Es tagt stets im Stadtteiltreff Atter, der von dem Bürgerverein Wir in Atter″ betrieben wird. Und dort fühlen sich Akteure vom Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ offenbar nicht wohl.

In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister und an die Mitglieder des Rates beklagt sich der Verein über schlechte Umgangsformen in den Sitzungen″ und sieht dabei sogar demokratische Rechte der Bürger immer stärker und regelmäßig beschnitten″.

Buhen und grölen

Der Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ beschwert sich darüber, dass seine Fragen von der Sitzungsleitung also in der Regel vom Oberbürgermeister, einem ehrenamtlichen Bürgermeister oder einem Ratsmitglied – „ fallen gelassen″ oder abgeschmettert″ würden. Auch das Verhalten von anderen Besuchern des Gremiums missfällt dem Verein: Ein Personenkreis″ habe in einem Fall sogar gebuht, gegrölt, auf den Tischen gehauen und geklatscht″, als die Sitzungsleiterin einen Tagesordnungspunkt des Vereins abgesetzt habe. Die Gruppe von Störern sieht sich immer mehr befugt, in den öffentlichen Sitzungen beantragte und zugelassene Tagesordnungspunkte nicht anzuerkennen und mit Zwischenrufen gegenüber der Sitzungsleitung deutlich zu machen, dass sie kein Interesse an einer Beantwortung eingereichter Themen hat.″ Mit dem Personenkreis″ sind offenbar Mitglieder des Bürgervereins Wir in Atter″ gemeint.

Buhen, grölen und auf den Tisch hauen was ist dran an den Vorwürfen? Ob dies auch eine Frage der Wahrnehmung ist? Beobachter der städtischen Bürgerforen jedenfalls können diese Dramatik nicht bestätigen. Doch fällt auf, dass Akteure des Vereins Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ einige Themen gerne besonders ausführlich behandeln und erneut auf die Tagesordnung bringen. Manchmal irritiert dies sowohl die Sitzungsleiter als auch die Verwaltungsmitarbeiter und auch Anwohner, die ihre Geduld auf die Probe gestellt sehen. Gleichwohl verlaufen die Sitzungen in Atter im Vergleich zu den Bürgerforen in anderen Stadtteilen nach Einschätzung von Beobachtern eher harmonisch.

Bedauern im Rathaus

Wie reagiert der Oberbürgermeister auf den offenen Brief? In Wolfgang Grieserts Antwort an den Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ steht: Ich bedaure, dass Sie sich von einzelnen Teilnehmern und Besuchern des Bürgerforums angegriffen fühlen. In den Sitzungen der Bürgerforen kommt es immer wieder zu lebhaften Diskussionen dabei sollte nicht , jedes Wort auf die Goldwaage′ gelegt werden.″ Die Vorhaltungen des Vereins halte er für unbegründet. Gleichwohl: Ich hoffe, dass Sie auch weiterhin Ihre Anliegen und Wünsche in die Sitzungen des Bürgerforums Stadtteil Atter einbringen und sich für , Ihren′ Stadtteil engagieren.″

Darauf reagieren Manfred Niemann und Paul Bartelt-Hirschberg vom Verein Bürgerforum für Soziales und Umwelt″ so: Der Oberbürgermeister habe die Belange, die wir im offenen Brief beschrieben haben, nicht ernst genommen. Kein einziger Ansatzpunkt, um konkret dieses Verhalten abzustellen.″

Auch der Vorstand vom Verein Wir in Atter″ äußert sich zu dem offenen Brief und zwar eher defensiv. Jürgen Lamping und Thomas Kater finden nicht, dass in den Sitzungen des städtischen Bürgerforums demokratische Rechte verletzt werden. Stattdessen sehen sie es so: Wir von , Wir in Atter′ sind offen für ein gutes und friedvolles Miteinander, so wie es bereits mit anderen Vereinen in Atter zum Wohle der hier lebenden Bevölkerung seit Jahren gelingt.″ Sie hätten sich über eine persönliche Ansprache″ gefreut, statt erst über die Öffentlichkeit mit den Vorwürfen aus dem offenen Brief konfrontiert zu werden.

Anderer Tagungsort

Der Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ wünscht sich in seinem offenen Brief außerdem, dass die städtischen Bürgerforen nicht mehr ausschließlich im Stadtteiltreff Atter an der Karl-Barth-Straße stattfinden, weil der Verein Wir in Atter″ es nach Ende der Sitzungen um 22 Uhr nicht ermögliche, Nachgespräche zu führen was aber nach der Geschäftsordnung für die Bürgerforen auch nicht vorgesehen ist. Lamping und Kater weisen außerdem auf die Öffnungszeiten des ehrenamtlich betriebenen Hauses hin und auf die erforderliche Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft″. Und sie halten den Stadtteiltreff ihres Vereins für Bürgerforen besonders gut″ geeignet. Gleichwohl will Oberbürgermeister Griesert prüfen lassen, ob auch andere Räume in gleicher Art und Weise″ wie der Stadtteiltreff infrage kämen.

Aber würde ein Umzug helfen? Auch die Frage, worin der eigentliche Konflikt besteht, bleibt offen.

Bildtext:
Spielmobil: Dieser Bauwagen gehört zum Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″. Er ist bei Veranstaltungen sehr beliebt.
Foto:
Annette Niemann
Autor:
Jann Weber


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